Antwort eines Biefes

  • Wenn ich einen Brief erhalten habe, der in Sütterlin geschrieben ist, ist es dann korrekt wenn ich in Kurrent antworte, oder sollte man in der jeweiligen Schrift des Absenders schreiben, um sicher zu gehen, dass er's lesen kann?

    • Offizieller Beitrag

    Also ein Sütterlinschreiber kann mit Sicherheit auch Kurrent lesen (genaugenommen ist die Sütterlin eine Abart dieser) und umgekehrt. Die Buchstabenformen aller Varianten der jüngeren deutschen Schreibschrift sind ja auf die Grundformen reduziert ähnlich. Bei älteren Schriften (Frühkurrent) sind die Spielarten größer, aber auch da ist eine saubere Schrift für die meisten, die selbst irgendeine Variante schreiben kaum mit Schwierigkeiten behaftet.

  • Nö, schreib nur, wie Du es am Besten kannst - dann siehts auch am Besten aus. Und eben DAS ist ja das Spannende! Ich warte ja darauf, zu sehen, wie es der andere macht! Da das stimmt, was Franz sagt, kann man in der Regel alle Varianten lesen, wenn man eine kennt. Ein wenig schwieriger könnte es bei Frühkurrentformen werden, aber da liest man sich dann auch ein, weil man ja neugierig ist, was das geschriebenes steht. :wink:

    Ich habe eine feste Meinung - verwirrt mich nicht mit Tatsachen!

    • Offizieller Beitrag

    Man kann ja nicht erwarten, daß jeder Briefpartner mehrere SChriften beherrscht. Das gibt es bei der Lateinschrift nicht, so auch bei der deutschen. Wenn das so wäre, so müßte jeder für jeden Anlaß eine verschiedene Schrift haben, das kann vielleicht Oliver, Du vielleicht auch, mir würde ich das aber nicht zumuten wollen.
    Einzig auf Frühkurrent antworte ich ebenso, ansonsten in meiner "Alltagsdeutschschrift".

  • Dieser Tage erhielt ich von einem Briefpartner die Frage nach einem ganz anderen Antwort-Problem. Um mal Namen außen vor zu lassen, beziehe ich es einfach einmal auf mich.


    Stellt euch vor, ein Brief ist am mich geschrieben (mit dem Rechner!) und im Briefkopf steht statt meinem Namen in der Anrede "Lieber Fritz!"! :shock:


    Dieses "Lieber Fritz!" ist handschriftlich durchgestrichen und darüber steht dann in Kurrentschrift handschriftlich "Lieber Oliver!". :shock: :shock: :shock:


    Nun wollte mein Briefpartner wissen, wie ich auf einen solchen Fall reagieren würde? :?: :roll:


    Ich antwortete, daß ich bei einem 90-jährigen Brieffreund großzügig darüber hinwegsähe 8) , bei einem wesentlich jüngeren Absender als ich, würde ich diesen ordentlich rüffeln :twisted: (einer muß der Jugend ja sagen, wo es langgeht :wink: ) und bei allen anderen Briefpartnern sähe ich soetwas als Zeichen mangelnder Wertschätzung an. :evil::evil:
    Denn: Wäre der Brief einfach mit "Lieber Fritz!" angekommen, so wärs ein Versehen. Die Korrektur zeigt aber an, daß der Schreiber sehr wohl seinen Fehler bemerkt hat! Dabei wäre es doch ein leichtes gewesen, das Ding berichtigt nochmal auszudrucken! Wäre mir das passiert, ich hätte auch einen handschriftlichen Brief komplett neu verfaßt.


    In letzteren Falle überlegte ich mir also sehr wohl, ob es irgendetwas anderes gäbe, was die Brieffreundschaft irgendwie erhaltenswert und wertvoll macht, wenn dies nicht der Fall wäre beendete ich diese mit einem höflichen, aber im Ton etwas distanzierten Brief.


    Was hättet ihr zu dem Fall geraten?

    Ich habe eine feste Meinung - verwirrt mich nicht mit Tatsachen!

    • Offizieller Beitrag

    Bei älteren Leutchen sehe ich es wie Oliver, ansonsten glaube ich bei mir würde der Brief an die letzte Stelle unter dem Stapel "zu beantwortende Briefe" kommen. Wenn er dann wieder an der Reihe ist hätte ich wahrscheinlich wieder keine Lust auf Antwort. Also ab nach unten. Bis ich einmal den Stapel so abgearbeitet hätte, daß kein weiterer Brief mehr da ist unter dem er verschwinden könnte. Kommt aber bei mir höchstens alle zwei Jahre vor, wenn überhaupt.

  • Also wuerde aehnlich reagieren, jedoch habe ich keinen Stapel zum unterschieben...aber ich wuerde es als mangelnde Wertschaetzung sehen aber es ist auch ein Affront, der nicht so schnell wiedergut zu machen waere.