Beiträge von PeterWiegel

    Genau so ist es, die schon mal vorgestellten sind Initialen. die Kleinbuchstaben habe ich ja schon mal gezeichnet, aber eben noch nicht in einen Font gebaut, die Versalien für den normalen Wortanfang bin ich jetzt grad am zeichnen. Drum hab ich den Font ja auch "18th Century Initials" genannt. Letztlich soll ein 3er-Satz draus erdfen: Initialen, Kurrent und Latein. Vielleicht werden aber auch mehr draus, wenn ich die Varianten in verschiedene Fonts lege, denn die stilistischen Varianten, die Opentype in einer Ersetzungstabelle einbauen kann, werden ja dann leider nur von höherwertigen Programmen unterstützt und als Auswahl angezeigt. Otto-Normalschreiber bekäme nur die Erstausstattung zu sehen, aber da weiß ich noch nicht so genau, wie ich es letztlich mache. Möglicher weite als Truetypr die "mehrere Fonts" variante und als Opentype die "alles in einem" Lösung...

    Ich hab den Anfang zwar in einen anderen Strang gepackt, aber hier passts besser...


    Ich habe damit begonnen, Schriften aus 2 alten Schreib-Lehrbüchern aus dem 18. Jahrhundert zu digitalisieren - die großen Absatz-Initialen hab ich ja schon unter Bücher vorgestellt. Hier jetzt die eigentliche Schrift. Zunächst einmal die noch rohen kleinbuchstaben, wobei hier viele verschiedene Formen angegeben sind, bei deren Nutzung ich mir noch nicht 100% sicher bin. Ich muss für den Font noch die An- und Abstriche in Richtung bringen und die Verbindungsstellen festlegen, aber erst die verschiedenen Formen, die ich wohl nur in einem Opentype-Font einigermaßen verwalten kann - wegen der stilistischen Alternativen. Bei manchen bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich hier um Initial- und Endformen der Buchstaben handelt, bei anderen kann es auch so sein, oder es sind schlicht wahlfreie alternativen, drum erst einmal eine Tabelle zur Diskussion...


    [Blockierte Grafik: http://www.peter-wiegel.de/Tabelle1.png]


    So, hier sind jetzt auch die Großbuchstaben, auch be denen hab ich etwas das Problem, die in einem Font unter zu bringen, oder soll ich besser 3 draus machen?


    [Blockierte Grafik: http://www.peter-wiegel.de/Tabelle2.png]

    Hallo. Ich habe gestern per Zufall 2 schöne alte Lehrbücher auf einer Seite einer Uni-Biblothek gefunden. sie sind dort als hochauflösende Scans im PDF-Format downloadbar:



    Die teutsche Kurrent- Kanzlei- und Fraktur-Schrift
    http://gdz.sub.uni-goettingen.…ms/load/toc/?IDDOC=316936


    und


    Gründlicher Unterricht Im Schönschreiben der Current Canzley und Fracktur, auch lateinischen Schrift
    http://gdz.sub.uni-goettingen.…ms/load/toc/?IDDOC=316933


    Ich werde die dann auch für Computer-schriften "ausschlachten"
    eine "Testversion" daraus hab ich schon mal angebummelt...
    Über einen Kommentar zu dieser Datei würde ich mich auch freuen


    Zunächst einmal eine Frage: Ist dieser Strich nicht eigentlich eher ein Macron als eine Tilde? Macron ist ja schließlich so eine Art "Verstärkungszeichen".
    Egal,gerade in Kurrent ist es neben der Platzersparnis auch eine echte Lesehilfe, denn zwei aufeinanderfolgende m erinnern doch sehr an eine Säge, wenn dann noch eventuell ein ch folgt...


    Übrigens habe ich einen Beleg für die Verwendung von "mmacron" in lateinischer Druckschrift: Die Margarinemarke Botterram hat lange sich mit einem m mit Strich drüber geschrieben. (Also eigentlich Botterramm) Ob die Marke jetzt die Abschaffung des Strichs lange überlebt hat, weiß ich allerdings nicht...

    Zunächst einmal eine Frage: Ist dieser Strich nicht eigentlich eher ein Macron als eine Tilde? Macron ist ja schließlich so eine Art "Verstärkungszeichen".
    Egal,gerade in Kurrent ist es neben der Platzersparnis auch eine echte Lesehilfe, denn zwei aufeinanderfolgende m erinnern doch sehr an eine Säge, wenn dann noch eventuell ein ch folgt...


    Übrigens habe ich einen Beleg für die Verwendung von "mmacron" in lateinischer Druckschrift: Die Margarinemarke Botterram hat lange sich mit einem m mit Strich drüber geschrieben. (Also eigentlich Botterramm) Ob die Marke jetzt die Abschaffung des Strichs lange überlebt hat, weiß ich allerdings nicht...

    Zitat von "Franz"

    Vielen Dank!


    Gibt es eine Vorlage, nach deren Formen Sie sich gerichtet haben, oder ist dies eine idealisierte Form Ihrer Alltagshandschrift?


    Da ich schlicht der Meinung bin, dass es zwar diverse nahezu als "Norm" angesehener Vorlagen gibt, aber letztlich die persönliche Interpretation einer Schrift bei jeden Schreibenden nicht nur unterschiedlich ausfällt, sondern dies letztlich ja auch sol, habe ich mit zwar dutzende Vorlagen angesehen, von denen ich oft nicht einmahl mehr weiß, woher ich diese her habe.


    Dann habe ich mir Umsetzungen der Kurrentschrift für den PC angesehen und da eben die generellen Schwierigkeiten bei der Umsetzung einer verbunden geschriebenen Schrift analysiert, da man auf dem PC ja leider für den Bereich der Lateinischen Schriften keine unterschiedlichen Zeichenformen, jr nach Buchstabenpaarung oder dem Standort des Buchstabens innerhalb des Wortes definieren kann, wie es beispielsweise in der Arabischen Schrift möglich ist, bei der beispielsweise bei Eingabe von Alef und Lem automatisch eine Ligatur gesetzt wird und es für nahezu alle Buchstaben jeweils eine isolierte, eine Start-, Mittel und Endform gibt, welche beim Schreiben von System automatisch ersetzt werden. Also bin ich gezwungen, eine geeignete Stelle zu finden an der ich die Verbindungslinie zwischen den Buchstaben teilen kann, so dass der Buchstabe einzeln stehend immer noch ein ansprechendes Bild darstellt. Das ich mich, um dieses Ziel zu errechen mehr oder weniger Stark von alten Vorlagen und auch der Art, in der ich Kurrent von Hand schreiben würde entfernen muss, war mir klar, so musste ich z.B. de abschließenden Bogen des kleinen r deutlich weiter herunterziehen, wie auch die abschließende Schleife des kleinen o, so das auch diese Buchstaben auf halber x -Höhe enden und nicht alle mit einem kompletten Aufstrich enden, wie es bei der modernen Schul-Ausgangsschrift der Fall ist, bei denn ein einzeln geschriebener Buchstabe so aussieht, als würde er einen Arm fur einen längst verpönten Gruß ausstrecken.
    Um dann trotzdem die Verbindungs-Striche der Buchstaben am Wortanfang, hinter einem runden Großbuchstaben, wie D und O aber auch dem kleinen d und auch am Wortende zur entsprechenden Schreiblinie verlängern kann, haber ich mir de eckigen Klammern [ und ] als Hilfsbuchstaben herangezogen^.


    Letztendlich habe ich dann diverse Texte in meiner neuen Schriftform erstellt, um den Text auf Lesbarkeit und Wirkung des Schriftbildes zu überprüfen und dann nich weitere Änderungen vorgenommen, bis ich der Meinung war, das ich jetzt auf Anregungen anderer Kurrent-Kenner angewiesen bin, die hier ihren Senf dazu geben. Mir ist auch klar, das es noch einige Feinheiten, besonders im Hinting dieser speziellen Schrift zu tun gibt. Meine ältesten PC-Schriften -darunter auch eine Arabische sind mittlerweile fast 20 Jahre alt, trotzdem finde ich immer noch Kleinigkeiten, die daran verbessert werden können - und welche ich auch durchführe, wenn ich meiner Schrift im Internet überhaupt noch habhaft werden kann, um diese dann zu Aktualisieren...


    Es handelt sich also in diesem Falle bewusst nicht um die möglichst genaue Umsetzung einer historischen Vorlage, noch um eine Idealisierung meiner persönlichen Krakelei, sondern eben um den Versuch eine Schrift zu gestalten, welche die speziellen Einschränkungen einer PC-Schrift berücksichtigt. Darum habe ich die Schrift ja auch als Wiegel Kurrent bezeichnet und nicht den Namen eines alten Schriftgestalters verwendet, dessen Vorlagen als Anregung dienten.


    Edit:
    Kurz nach Veröffentlichung der Schrift im Weltnetz ist die Redaktion von Chip Online auf diese und meine Leipzig Fraktur aufmerksam geworden. Die Schriften wurden als "Chip-Pick" aufgenommen und später auch in die Bilderstrecke "Die 50 besten Gratis-Schriften" gesetzt. - Anscheinend ist Fraktur und Kurrent auch außerhalb dieses Expertenkreises ein Thema...

    So, jetzt schieße ich hier total Quer ind poste ein Muster, das mit einer Computerschrift geschrieben wurde...
    Allerdings habe ich diese sehr wohl von Hand geschrieben, wenn auch nur jeden Buchstaben ein mal, mit einem Grafiktablett und einem Vektorprogramm... So gesehen eben doch irgendwie meine Hand...


    "Es gibt im Netz einige Seiten, wo man sich Kurrentschriften kostenlos herunterladen kann. Mit Absicht gebe ich keine Verweise dahin an, da diese Schriften von äußerst minderer Güte sind, beispielsweise fehlen Ligaturen (ch, ck, St) oder die Verbindungsstellen zwischen den Lettern sind schlecht gearbeitet. ..."


    Nun, diesem Übelstand habe ich versucht abhilfe zu schaffen... IOch habe auf meiner Netzseite unter Fonts auch eine Kurrentschrift erstellt. mit von Hand gezeichneten Konturen, statt automatisch und krakelig digitalisierten, eingescannten Buchstaben und mit allen Ligaturen und Abkürzungen, wie dem m und n mit Strich darüber, verlängerungen für die ufstriche zwischen den Buchstaben, damit die Buchstaben auch an der Schreib-Grundlinie beginnen können, obwohl ich die Aufstriche auf halber Höhe geteilt habe, damit immer die Verbindung klappt.


    Download auf http://peter-wiegel.de