Beiträge von PeterWiegel

    Eine Falllänge oder eine Knalllautstärke vielleicht? Aber es stimmt, diese dreifach-konsonanten sehen wirklich schräg aus, wenn ich hier am Wegweiser zur Flussschifffahrt vorbei komme, fange ich schon im Kopf etwas zu stotttttern an das wünschte ich mir wenigstens mit einem Fluſsſchiff. Nur gut, dass da nicht noch ein Volllloyd 'draus wird

    Richtig, und eben das funktioniert eben gleichermaßen, für welche Variante der Rechtschreibung, oder auch nur der s-Schreibung man sich entscheidet. Zu Heyses und Adelungs Zeiten hat das ja auch schon funktioniert, und UNZ1 hat ja nicht aus reiner Langeweile sowohl ein ß, als eben auch eine ſs-Ligatur.


    Das ß in "ein bißchen" markierte die Wortfuge, was vor allem für Deutschlernende von Bedeutung war. Jetzt lesen die Anfänger "ein bisSCHen", weil sie das Wort "Biß / beißen" noch nicht kennen.

    Das mit der Wortfuge geht aber auch sehr gut mit langem und rundem s, gerade in Fraktur, da ist ein biſschen eben kein bisſchen, und ein Röschen kein Röſchen. Und ich sag noch oft bei Tisch: "Giv mi mol n büschen mehr!" mit sch-Laut!

    Nun, ich finde. das die sicherlich in vielen Einzelheiten nicht besonders gut gelungene Reform doch etwas gutes gebracht hat, gerade WEIL diese Reform auf viel Kritik gestoßen ist: Die Deutschen haben sich ihre Sprache zurückerobert. Der Duden ist nicht mehr das fast schon gesetzliche Maß aller Dinge, sondern nur noch eine Sammlung des üblichen Sprachgebrauchs, welche Empfehlungen gibt und Zweifelsfälle klärt.

    Zeitschriften haben sich aus dem, was der aktuellen Sprachverwendung am besten entspricht ihre eigene Haus-Orthografie erarbeitet, und greifen hier, wo die Reform wirklich nur Blödsinn war auf bewährtes, dort wie im Beispiel "Auto fahren" zu "radfahren" (nach der alten Rechtschreibung) zu sehen ist, auf die Reform-Empfehlungen zurück. Damit wanderten in den Duden eben viele gängige Varianten, die nebeneinander, oder sogar leichte Bedeutungsunterschiede ausdrücken helfen, da eine Getrennt- oder Zusammenschreibung auch eine leicht unterschiedliche Aussprache erzeugt, die dann eben beide richtig sind.


    Und in diesem Zusammenhang empfinde ich es eben auch als Falsch, hier zu fordern, schreibt man in Frakturschrift, müsse man sich unbedingt an die Schreibweise einer älteren Reform halten, welcher auch immer. Das würde die Verwendung der Frakturschrift als ernst zu nehmender Alternative nur unnötig komplizieren.

    Das würde aber im Umkehrschluss bedeuten, dass ich, schriebe ich in Comic Sans dann auch "aufjedenfall" und "unzwar" zusammen, vor jede's s am Wortende ein Apostroph, und zusammengesetzte Haupt Worte stets mit Leerzeichen getrennt schreiben müsste.


    Neyn, daſs schreiben der Teutschen Sprach hat immer ewinen Wandel erlebet, vnnd so ſchreip ich, als wie ich es mag.

    ich glaube trotz Ähnlichkeit nicht, dass es vom Kyrillischen abstammt. (Das kleine Schreibschrift d sieht dort wie g aus.

    Nicht ganz, das kleine kyrillische, kursive д hat 2 Formen, wobei die russische Form eben eigentlich wie ∂ aussieht, während die Bulgarische und Serbische Form ein zweistöckiges g ist. (das ich hier leider textlich nicht darstellen kann, da kyrillische Schrift hier nur schräg gestellt wird, und in lateinischer Schrift eben das dreistöckige verwendet wird)

    SNCR = Selektive nicht-katalytische Reduktion, und wird zur Entstickung von Forenbeiträgen verwendet, damit die allgemein akzeptabel werden...


    Was jetzt die diversen Rechtschreibreformen, und deren Reformen anbelangt, sollten wir das nutzen, um so unsere Schreibpraxis zu demokratisieren, und dann eben auch akzeptieren, dass ein anderer sich an andere regeln hält, sofern das Ergebnis dann eben verständlich bleibt. So ist es mir völlig egal, ob jemand lieber bei der Adelungschen s-Schreibung bleibt, oder eben zur Heyseschen s-Schreibung wechselt, die nach der Reform in den Schulen gelehrt wird, die ja auch keine dumme Neuerfindung ist, sondern deren Regeln praktisch auf die gleiche Zeit hervorgehen.


    Johann Christian August Heyse lebte von 1764 bis 1829, Johann Christoph Adelung 1732 bis 1806, sie waren also Zeitgenossen, und haben ihr Regelwerk wohl annähernd parallel entwickelt.


    Und die Heysesche Variante war ja auch schon einmal offizielle Regel, nämlich in Österreich-Ungarn von 1879 bis 1901, wo man sich dann zur Vereinheitlichung dem Deutschen Reich anpasste. Sicher waren damals die Diskussionen, ob der Übergang zu Adelung nun richtig sei, nicht mindert Hitzig geführt, wenn auch in umgekehrter Richtung.


    Daher finde ich, wir sollten es einfach akzeptieren, wenn jemand eine andere s-Schreibung nutzt, sofern er sich konsequent an die von ihm gewählte Regel hält. Aber selbst wenn sich jemand seine eigene, private Zwischenlösung zwischen alter und reformierter Orthografie zurechtgelegt hat, sollten wir es in einem Forum akzeptieren, auch sollte jemand tatsächlich wieder Thiere durch Thüren treiben, schließlich hat des Kaisers Intervention uns auch den Thron erhalten.

    Meine Mutter hatte in den Jahren von ca 1960 bis 1976 recht erfolgreich ein kleines Antiquitätengeschäft in Hamburg betrieben. Zu ihren Kunden zählte praktisch die Hamburger TV und Filmszene der Zeit, wie beispielsweise Heinz Dunkhase, der Dinner For One gedreht hatte, oder auch Peter Frankenfeld, der bei Motter seine Spinnrad-Sammlung aufgebaut hatte.

    Daher bin ich im mitten von Dingen aufgewachsen, welche man heute bestenfalls im Museum findet, und so habe ich derartige Aufschriften schon oft gesehen, und so etwas eben auch lange vor dem Internet zu entziffern geholfen.


    Das J am Anfang der Zeile mit dem abgekürzten Namen stand hier übrigens zumeist für Jungfer. Das fand sich so praktisch durchgehend in der Aussteuer, also Besteck, Textilien und auch auf den geschnitzten Rücken-Lehnen- Schildern bei den sonst gedrechselten Altländer Hochzeitsstühlen. Gerade dies erleichterte dann die Entzifferung der oft gleichartig unfachmännischen Gravuren auf derartigen Besteckteilen, oder Zinnteller.

    Es gibt übrigens noch ein weiteres Zeichen, auch ein d mit Abkürzungsschwänzchen (hui, das Wort ist sogar im meiner Rechtschreibprüfung enthalten), nämlich das Korrektur-Zeichen Deleatur, das ein Lektor zur Markierung zu entfernender Buchstaben bis hin zu ganzen abschnitten an den Rand der Druckfahne schreibt, auch hier kann dieses Schwänzchen wie in der üblichen Darstellung bei Pfennig einen nach Links weisendes Ende haben, aber genau so gut, wie hier in der Gravur nach rechts weisen

    Mich erinnert dies an das alte Pfennig-Zeichen, wobei auch dies eigentlich ein d ist, da Pfennig mit d für "Denarius" abgekürzt wurde. dem d wurde dann zur Kennzeichnung der Abkürzung ein Schwung nach unten angehängt. dies war, an stelle des heute gebräuchlichen Abkürzungspunktes in Kurrentschrift allgemein üblich. so ist es sehr wahrscheinlich, das es auch hier ein d mit Abkürzungs-Schwung ist, und hier in der Datumsangabe für "den" steht, quasi "d."

    Nun, mir scheint es so, als ob die Schrift noch einige Mängel im Kerning hat. An einigen Stellen stehen die Buchstaben zu eng (blau) oder zu weit (rot), besonders im Namen Pencroff treffen sich diese Fehler und zerreißen das Wort an einer Stelle fast.


    Nutzt du nur eine Textverarbeitung, kannst Du natürklich wenig dagegen machen, bessere DTP-Software, wie Indesign haben dafür jedoch Funktionen, die diesen Ausgleich auch automatisieren können.


    index.jpg

    Zitat

    Wo fände ich die Minuskelziffern, wenn sie da wären?


    Nun, hier gibt es 2 Möglichkeiten:


    1. Schriften ohne OpenType-Features: Hier kommt es darauf an, welche Schriftart mit der Schrift zu Bleiletter-Zeiten zumeist verwendet wurde, waren dies Minuskel- oder Mediävalziffern, dann sind dies die normalen Ziffern des betreffenden Fonts, und man muss auf eine andere Schriftart zurück greifen, will man andere Ziffern verwenden.


    2. eine Schriftart mit mehreren Ziffernsätzen und OpenType-Funktionen:


    Hier sind gleich ein großes Sortiment an verschiedenen Schriftarten möglich:


    1. normale Ziffern in Versalgröße (manchmal auch etwas kleiner, und proportionaler Ziffernbbreite (die 1 ist schmaler, oft die 4 breiter als der Rest der Ziffern, sind normal über die Ziffernbtasten ohne aktiviertes Feature

    2. die Tabellen-Version, also Diktengleich: Feature tnum

    3. Mediävalziffern (auch Minuskelziffern, Old Style Numbers): Feature onum.

    4. Tabellenversion hiervon, also wieder diktengleich: Feature onum & tnum

    5. Hochgestellte Ziffern, also wie ²³ nur eben alle: Feature sups

    6. tiefgestellte Ziffern wie in H2O: Feature subs oder sinf

    7. Zähler von Brüchen, also verkleinert hochgesetzt, aber nur bis Versalhöhe: Feature dnom - oder mit Bruch-Automatik vor dem Bruchstrich Feature frac

    8. Nenner von Brüchen, also nur verkleinert auf der Grundlinie sitzend Feature numr - oder frac (dann nach dem Bruchstrich)

    9. alle können zur besseren Unterscheidung vom Buchstaben O auch eine durchstrichene oder einem Mittelpunkt versehene 0 besitzen, diese wird über Feature zero umgeschaltet.

    Zitat





    Verstehe ich es richtig, daß sie praktisch in keinem Font da sind?

    Nein, höchstens in den älteren Fonts ohne OpenType-Features findet man sie eher selten

    Entschuldige, dass ich hierauf erst jetzt antworte, ich musste mir hierzu erst Herrn Zeidlers Schriften besorgen, und schauen, was er da reinb gepackt hat. Und ich muss sagen, das ich dies höchstwahrscheinlich gänzlich anders zugeordnet hätte.


    Zunächst, die gewünschten Minuskelziffern sind in der "Fette Frakur" überhaupt nicht drin, praktisch in keiner mir bekannten Digitalisierung


    Aber zu den OT-Funkltionen:


    liga

    ist hier am meisten selbsterkärend, zumal in OT-tauglichen Programmen eines der ohne zusätzliche Auswahl aktivierten Features, neben (hier nicht verwendet ) calt


    Hier drin stecken alle im Font vorhandenen Ligaturen, darunter, was ich hier nicht gemacht hätte auch die mm und nn Ligatur zu m und n mit Überstrich, die ich persönlich eher in die Stylistic Alternates einsortiert hätte, denn die werden doch eher selten
    eingesetzt


    in der LOV Schrift steckt hier auch die ganze Sprachlogik, die ich allerdings, weil hier das liga-Feature größer als 64MB ist, gar nicht zu Gesicht bekomme. Wahrscheinlich ist das ja auch eine Absicherung des LigaFaktur-Codes, kann aber dazu führen, dass einige Programme mit den Fonts auch nicht zurecht kommen.


    salt

    Dieses Feature hat Utz meiner Meinung nach eigentlich missbraucht, denn hier hat er eine Rückübersetzung der ganz normalen Standardligaturen untergebracht. Allerdings nicht rück-übersetzt werden mm und nn. Hierzu kann man ja eigentlich in OT-fähiger Software (z.B. auch in LibreOffice das Liga-Feature abschalten


    Ich hätte hier wohl eher die für Menschen ohne Frakturerfahrung besser lesbaren modernisierten Formen von k und x untergebracht.


    hist

    Hier stecken jetzt tatsächlich historische Formen, nämlich die Umlaute mit übergesetztenm e statt der Umlaut-Punkte.


    frac

    Dies hätte ich mit etwas mehr Funktion gefüllt, hier stecken schlicht die Standard-Brüche 1/4, 1/2 und 3/4 - die hätte man leichter zugänglich auch noch in liga stecken können. Ich hätte da die kompletten verkleinerten Ziffernsätze für Zähler und Nenner gebaut, und hier eine eine Logik rein gesetzt, die eben auch z.B. 72/365 zulässt.

    Das klingt richtig, aber solche Buchstaben wie das H in Halle oder gar das wohl ch in Sachsse habe ich noch nirgends sonst gesehen. Ich frage mich echt, wie mögen die hier nicht verwendeten Buchstaben aussehen?

    Heute habe ich eine Schrioft gefuinden, die mir doch sehr zu Knacken gibt: Eine Gußeiserne Platte mit wahrscheinlich der Hersteller-Angabe, Hergestellt schätzungsweise um 1870. Die Schrift darauf ist, nun ja, schon merkwürdig, so etwas habe ich bisher nicht gesehen.

    Was steht da, und weas für eine Schriftart wurde hier verwendet?gussplatte.JPG

    Das ist ja gerade der Trick der Sache mit diesem Schriften-Quartett (das nicht unbedingt aus 4 Schnitten bestehen muss, und bei Frakturschriften zumeist auch nicht besteht, da man Frakturschrift grundsätzlich nicht kursiv schreibt.


    die bis zu vier Einzelfonts werden von den Programmen wie eine Schrift behandelt, und sind dann statt über die Schriftenauswahl

    dann über die Schalter für Fett und / oder Kursiv anzuwählen. Hierzu sind sie intern im Feld Family Name auch gleich benannt, lediglich im Feld Style Name und Weight steht dann z.B. bold oder italic und die beiden Auswahlfelder Font is... müssen entsprechend angewählt sein, um von der Software dann auch als Teil dieser 4er Familie gesehen, und nur als eine Schriftart angezeigt zu werden


    FontInfo.PNG


    Wenn du jetzt eine Schriftart hat, die nur z.B. als normalen und fetten, oder in diesem Fall mit den Abschlußschwüngen als normalen und "kursiven" Schnitt vorliegt, weil der Font-Autor der Meinung ist, das die anderen Schnitte keinen Sinn haben, einfach weil man diese Auszeichnungsform bei dieser Schriftart nicht verwendet, hindert nichts die Software daran, jetzt zu der ganz alten Methode zurück zu kehren, und wählt man die in dem Schriftenpaket nicht enthaltenen Schriften aus, also z.B. bei einer Normalfraktur den kursiven oder gar den fett-kursiven Schnitt, werden diese Fonts nicht intern gebildet, sondern es wird einfach der normale Schnitt hergenommen, und für Fett einfach um alle Buchstaben eine verbreiterte Kontur um die Zeichen gelegt, bzw. wählt man Kursiv an, dieser normale,. oder schon um Konturen verfettete in eine Schieflage verzerrt.


    Daran könnte man die Software nur hindern, indem man einfach die vorhandenen Fonts entsprechend ergänzt, z,B. indem man den normalen Schnitt lediglich intern noch einmal "bold" nennt, ohne ihn wirklich Bold zu machen oder bei Frakturschriften auf die kursive und fettkursive Variante dann entsprechend eine damals genutzte Antiquaschrift legt, sodass , ändert man einen schon in Antiqua vorliegenden Text, der die Auszeichungen Fett und Kursiv enthält statt dessen die entsprechenden Auszeichnungen des gebräuchlichen Fraktursatzes enthält


    Ich verwende die Fett-Schaltung hier z.B. gern um eine Sperrung zu erleichtern, die dann eben auch durchsuchbar bleibt, indem ich hier eine Variante des normalen Schnittes mir deutlich vergrößerten Vor- und Nachbreiten einsetze.