Beiträge von Teo

    Ich nerve gefühlt zum hundertsten Mal. Aber warum müssen Diskussionen über "SCHREIBSCHRIFTEN KURRENT" in der Sparte angesprochen werden, in denen es um FRAKTURSCHRIFTEN geht. Wenn es um die Entzifferung von Handschriften geht, mögen diese BITTE in der Sparte "Schreibschriften Kurrent" behandelt werden.

    Ich nerve gefühlt zum hundertsten Mal. Aber warum müssen Diskussionen über "SCHREIBSCHRIFTEN KURRENT" in der Sparte angesprochen werden, in denen es um FRAKTURSCHRIFTEN geht. Wenn es um die Entzifferung von Handschriften geht, mögen diese BITTE in der Sparte "Schreibschriften Kurrent" behandelt werden.

    Ich nerve gefühlt zum hundertsten Mal. Aber warum müssen Diskussionen über "SCHREIBSCHRIFTEN KURRENT" in der Sparte angesprochen werden, in denen es um FRAKTURSCHRIFTEN geht. Wenn es um die Entzifferung von Handschriften geht, mögen diese BITTE in der Sparte "Schreibschriften Kurrent" behandelt werden.

    Ich hatte mal wieder Lust, einen alten Text in Fraktur abzuschreiben. Dabei stieß ich auf unerwartete Schwierigkeiten. Ich benutzte das Programm „Papyrus“. Bei dem Eintippen einiger Wörter löschte das Programm diese ohne ersichtlichen Anlass - außer dass es sich um Worte handelte, in denen Ligafaktur eine Umwandlung z.B. zum lang-s vorgenommen hatte - und es tauchte ein Fenster auf, in dem stand: Mit dem Datenformat in der Zwischenablage kann Papyrus Autor nichts anfangen! Etliche Versuche verschiedener Art brachtenzunächst keine Lösung. Schließlich ergab sich eine etwas aufwendige Lösung. Das Wort wurde unter Einsatz von Ligafaktur in einem Editor geschrieben und dann in Papyrus eingefügt.

    Für die nächste Versuche werde ich wahrscheinlich ein anderes Schreibprogramm einsetzen, wenn sich nicht doch noch eine andere praktikable Lösung für das Papyrusprogramm ergibt.

    Das zitierte Fenster habe ich in der Anlage beigefügt.

    Ich habe keine Erfahrungen mit diesen mathematischen Frakturzeichen. Mir fiel nur die Verbindung zwischen "Cambria Math" und "Mathematical Fraktur" auf.

    Ich habe übrigens sämtliche Unicode-Zeichen und Buchstaben von Cambria durchgesehen und bin nirgendwo auf Frakturzeichen gestoßen.

    Ich habe mich noch einmal mit den Reichstagsprotokollen befaßt. Danach sieht der Ablauf wie folgt aus:


    Der Allgemeine Verein für Altschrift richtete eine Petition an den Reichstag mit der Bitte,

    "1.die allgemeine Zulassung der Altschrift (Antiqua, sogenannten Lateinschrift), vor allem der Handschriftform, im amtlichen Verkehr der Reichs­behörden zu erwirken,

    2. ein gleiches Vorgehen sämtlicher Bundesregierungen herbeizuführen, sowie auch zu veranlassen, daß allgemein der erste Schreibleseunterricht in den Volksschulen mit der leichteren Altschrift beginne, der Unterricht in der schwereren Bruchschrift (Fraktur) dagegen auf die späteren Schuljahre verschoben und möglichst bald auf das Lesenlernen beschränkt werde."


    Die zuständige Kommission beschloß einstimmig, die Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen.


    Danach ging eine zweite Petition ein mit dem an das Plenum des Reichstages gerichteten Antrag, dem Beschluss der Petitions-Kommission nicht beitreten und die Sache an die Kommission zurückverweisen zu wollen. Dieses Gesuch ging von einem "Ausschuß zur Abwehr des Lateinschrift-Zwanges" aus und war von den Professoren Jaensch und Seesselberg unterzeichnet.


    Danach ging noch eine weitere Zuschrift ein, die vom Allgemeinen Deutschen Schriftverein stammte und in der beantragt wurde, "den Anschlag gegen unsere deutsche Schrift ... abzulehnen".


    Die Kommission beantragte im Ergebnis, der Reichstag wolle beschließen, die eingangs genannte Petition dem Reichskanzler zur Berücksichtigung zu überweisen und auf die Petition des Ausschusses zur Abwehr des Lateinschriftzwanges "zur Tagesordnung zu übergehen".


    Der sehr ausführliche Bericht ist zu finden in den Protokollen des Reichstages vom 23.02.1911 (Seite 3983 ff).


    Über diesen Antrag verhandelte der Reichstag in seiner Sitzung vom 4. Mai 1911, wie im letzten Beitrag von mir schon erwähnt. Die Wiedergabe des Berichts, der Aussprache und der Abstimmung umfaßt 18 (!) Seiten.


    Darin wird u.a. erwähnt, daß neben der "Gegenpetition" verschiedene weitere Eingaben betreffend den Kommissionsbeschluß vorgelegt worden seien, so vom "Jungdeutschen Bund Hamburg", mit dem die Beibehaltung der deutschen Schrift verlangt wird und die von mehr als 400 Personen unterzeichnet worden ist.


    Der Abwehrausschuß gegen den Lateinzwang habe eine Reihe von Ausführungen namhafter Leute, namentlich von Künstlern vorgelegt, die für die Fraktur eintreten würden.


    Ferner sei eine große Anzahl Unterschriften deutscher Studenten eingegangen, die sich für die Erhaltung der deutschen Schrift einsetzten.


    Die Abstimmung führte zu folgendem überraschenden - wie folgt protokollierten - Ergebnis:


    "Meine Herren, die Abstimmung hat folgendes Ergebnis: mit Ja haben gestimmt 85, mit Nein 82.

    Das Haus ist also beschlußunfähig, (große Heiterkeit) und wir müssen unsere Beratungen abbrechen."


    Damit kann festgehalten werden, dass die "denkwürdige Eingabe" die Karl Klingspor zusammen mit gleichgesinnten Männern gemacht hat, eine Reaktion war auf die Petition, die die Antiquaschrift als vorrangig zu lehrende und zu verwendende Schrift herbeiführen wollte. Welche Männer Klingspor unterstützte und ob es sich um eine der in dem Protokollen erwähnten Eingabe handelte, ist bisher unklar.


    Aus den im Betrag von Kobergensis ersichtlichen Kopien aus dem Werk von Halbey wird ersichtlich, dass bei der oben angeführten Reichstagsdebatte Karl Klingspor bei der Erhaltung der Fraktur "eine Rolle gespielt" hat. Die Fußnote verweist auf auf Schauer, Deutsche Buchkunst. Darauf habe ich im Augenblick keinen Zugriff. Ich vermute aber, dass sich Schauer zum Beleg gerade auf das Zitat in dem Werk von Julius Rodenberg bezieht.


    Mit welchen Männern Klingspor welche denkwürdige Eingabe gemacht hat, bedarf also wohl doch der weiteren Nachforschungen bei den Stellen, die Zwiebelfisch oben schon genannt hat.


    Im übrigen sind die von mir angeführte Protokolle der Petitionskommission und der Sitzung des Reichstages ausgesprochen lesenswert.



    Mit welchen Männern Klingspor welche denkwürdige Eingabe gemacht hat, bedarf also wohl doch der weiteren Nachforschungen bei den Stellen, die Zwiebelfisch oben schon genannt hat.


    Im übrigen sind die von mir angeführte Protokolle der Petitionskommission und der Sitzung des Reichstages ausgesprochen lesenswert.

    Auch wenn mein großes Latinum schon Jahrzehnte alt ist:

    "inclytus" ist laut dem Stowasser eine neulateinische Form von inclutus bzw inclitus und ist mir "berühmt" oder "bekannt" zu übersetzen.

    Vielleicht hilft dieser Hinweis ja weiter.