Beiträge von CHR

    Ich lese auf die Schnelle:


    Geige:

    Bernburg 1904 J. Koxiol

    1068. Leopold Ritter. unt gaig

    Instrumenten Maher en maher

    Reparier...


    Anmerkung : Zeile 3 muss mit Zeile 2 kombiniert werden zu:

    Instrumenten Maher unt gaigen maher


    Truhe:

    Elise Ulze

    geboren zu Dröbel am 12. März 1876

    gedrauet am 1. Apriel 1891 in Kalbe bib ?. 0


    Anmerkung: gedrauet ist niederdeutsch für getraut.

    Riesa, am 19. Februar 1930.

    Nach einer vor dem Jugendamt

    zu Riesa aufgenommenen Ver-

    handlung vom 7. Februar 1930 hat der

    Färber Willy Karl Pötzsch,

    sächsischer Staatsangehöriger,

    wohnhaft in Riesa, Lange Straße 115,

    zu dem von der nebengenannten

    Selma Anna Quietzsch,

    am 20. Januar 1930

    geborenen Kinde mit dem Vornamen

    "Ursula Ruth" seine

    Vaterschaft anerkannt.

    Der Standesbeamte

    In Vertretung: ?

    Die Unifraktur Leute legen die Zwangsligaturen ins ccmp Feature, die restlichen Ligaturen ins liga Feature. Das ist zwar streng genommen ein Mißbrauch des ccmp Features, aber der einzige Weg unter Opentype so etwas wie Sperren hinzubekommen. Unicode und Opentype kennen keine Zwangsligaturen und werden wohl auch nie welche kennen. Damit muss man sich abfinden. Einen traditionellen Fraktursatz mit Opentype ohne Mißbrauch und Macken wird es nicht geben. Auch damit wird man sich abfinden müssen. Möglich wären höchstens Nischenlösungen wie Graphite oder sehr, sehr aufwendige Lösungen über Scriptsprachen. Oder man verzichtet halt auf den traditionellen Satz und passt die Fraktur vollständig an den Antiquasatz an. Das geht natürlich auch.

    Zitat von »PeterWiegel«
    Damals war es üblich, am Ende der Seite unterhalb des Satzspiegels, ein ganz klein wenig nach rechts versetzt schon einmal die erste Silbe der nächsten Seite abzudrucken, so dass man beim vorlesen diese Silber schon einmal aussprechen kann während man noch die Seite umblättert. Ich finde das beim Lesen alter Bücher eigentlich recht angenehm, auf diese Art schon auf die nächste Seite vorbereitet zu sein und so praktisch ohne Unterbrechung lesen zu können. Weiß jemand wie sich dieses nennt, und wann und warum dieses aus der Mode gekommen ist?



    Dieser Frage schließe ich mich an und frage zusätzlich: Gibt es dafür schon eine Lösung in (La)TeX, die das automatisch generiert?


    Dann will ich mir mal selbst antworten: Diese Silbe nennt sich auf deutsch "Kustode" oder "Blatthüter" und auf englisch "catchword". Sie ist mit der Einführung des industriellen Buchdrucks aus der Mode gekommen. Und natürlich gibt es dafür auch schon ein LaTeX Paket namens "fwlw".

    Also frage ich mich, soll ich diese Virgel jetzt anstelle des Kommas in die Schrift einbauen, so dass die richtige Benutzung sehr einfach ist und an der Position des normalen Schrägstriches dann die große Variante setzen oder haltet ihr es für besser, wenn ich hierfür lieber den Schrägstrich ersetze?


    Sie sollte an der Stelle des Kommas eingebaut werden. Siehe http://rainer-seitel.onlinehome.de/unicode-de.html. (In dem umfangreichen Text nach "Vigel" suchen.)


    Damals war es üblich, am Ende der Seite unterhalb des Satzspiegels, ein ganz klein wenig nach rechts versetzt schon einmal die erste Silbe der nächsten Seite abzudrucken, so dass man beim vorlesen diese Silber schon einmal aussprechen kann während man noch die Seite umblättert. Ich finde das beim Lesen alter Bücher eigentlich recht angenehm, auf diese Art schon auf die nächste Seite vorbereitet zu sein und so praktisch ohne Unterbrechung lesen zu können. Weiß jemand wie sich dieses nennt, und wann und warum dieses aus der Mode gekommen ist?


    Dieser Frage schließe ich mich an und frage zusätzlich: Gibt es dafür schon eine Lösung in (La)TeX, die das automatisch generiert?

    Das Bild zeigt den Titel der Prachtausgabe der Weimarer Verfassung zum 10jährigen Jubiläum von 1929. Diese Prachtausgabe erschien in der Bremer Presse. Alle Schriften dieses Verlages wurden von Willy Wiegand gezeichnet, von Louis Hoell geschnitten und in der Bauerschen Gießerei in Frankfurt am Main für den Handsatz gegossen. Die Bruchschrift des Verlages wurde 1926 ursprünglich für eine Lutherbibel geschaffen, weshalb sie unter dem Namen "Bibelschrift" (auch im Internet) kursiert. Diese digitalisierte Fassung weicht allerdings, wie fast alle digitalisierten Schriften, mehr oder weniger vom Original ab.

    Darüber hinaus enthalten sie alternative Formen der deutschen Umlaute mit einem kleinen übergesetzten e anstelle der Umlautpunkte. Ich bin sehr am überlegen, ob man die hier verwendeten Uniucode-Plätze nicht sogar auch in die Norm aufnehmen sollte. Auch überlege ich, ob ich mich mit meinen Schriften hier an die Praxis dieser Firma an gleiche, denn auch ich bin schon einmal gefragt worden ob ich nicht in meine Schriften auch diese Form der deutschen Umlaute aufnehmen könnte.


    Ich weiß nicht auf welche Plätze Softmaker die Umlaute mit übergesetzten e gelegt hat, aber um völliges Chaos zu vermeiden, sollte man sich auch in diesem Fall an MUFI halten: MUFI 3.0. (Sollte sich Softmaker an MUFI 3.0 halten, seien sie dafür gelobt.)


    Für Software, welche OpenType-Funktionen unterstützt ist in den Fonds eine einfache Ligaturenersetzung enthalten:


    Diese nimme allerdings keine Rücksicht auf Wortfugen, man muss also selber an entsprechenden Stellen den ZWNJ einfügen.


    Der angegebene Code wird schon unter Microsoft Produkten nicht funktionieren, da Microsoft ZWJ, ZWNJ und Ligaturen anders (und wohl richtiger) interpretiert als z.B. der Firefox. Aber selbst mit Produkten, die den Code ausführen (z. B. XeTeX), kann man damit nichts anfangen, da zwischen den einzelnen Ligaturgruppen nicht differenziert wird. Hier gibt es für die Macher von Softmaker noch viel zu verbessern.


    Abgesehen von diesem kleinen Manko ist das Angebot durchaus interessant, bietet dieser Hersteller doch ein Paket mit 20 sehr schönen Frakturschriften für gerade einmal 19,95 € – ich finde ein wirklich fairer Preis!


    Softmaker bietet jeden Monat eine ihrer Schriften unter freefont.de kostenlos an. Vor einiger Zeit war das mal die Breitkopf. Zur Zeit (April 2013) wird kostenlos eine Schrift namens "Sprint" angeboten.

    Font Squirrel bietet einige Fraktur Fonts von Paul Lloyd als Freeware an:


    1. Genzsch Et Heyse
    2. PlainBlack
    3. Portcullion
    4. Proclamate
    5. Teutonic No1
    6. Zenda


    Die Fonts dürfen (und müssen, wenn man sie gebrauchen will) modifiziert werden. Sie beinhalten zwar das lange s und die wichtigsten Ligaturen, aber sie haben keine Umlaute!


    Nachtrag:
    Bei "Genzsch Et Heyse" handelt es sich um die Renaissance Fraktur von Heinz König von 1885; bei "PlainBlack" um die Black Condensed No 55 der American Type Founders Company um 1900; bei "Proclamate" um die allseits bekannte Mainzer Fraktur und bei Teutonic No 1 um die gleichnamige Schrift der American Type Founders Company um 1900. "Portcullion" und "Zenda" habe ich auf die Schnelle nicht identifizieren können.

    Ich habe mir mal die Mühe gemacht, bei 1001fonts.com - jenem Portal, bei dem inzwischen auch Dieter Steffmann seine Fonts anbietet - nachzuschauen, ob es was interessantes gibt:


    1. Oldania ADF Std. Der Font steht unter GPL, ist also "frei" und modifizierbar.
    2. New Rocker Regular. Der Font steht unter SIL OFL, ist also auch "frei" und modifizierbar.
    3. Black Chancery. Der Font ist PB, also "frei" und modifizierbar.


    Ich habe mich auf jene Fonts beschränkt, die modifizierbar sind. (ohne Gewähr, dass die Liste vollständig ist.)


    Leider werden ich sie für meine Zwecke dennoch nicht gebrauchen können, weil sie aus mir unerfindlichen Gründen keine Unicode-Codierung haben, und deren Lizenz auch keinerlei Bearbeitung zuläßt. Daß die Lizenz eine Verwendung auf Webseiten etc. unmöglich macht, ist hingegen bei kommerziellen Fonts natürlich normal (für meine Interessen trotzdem schade).


    Da es sich anbietet: http://www.karstenundschubert.…_Schutz_von_Schriften.pdf


    (Für jene, die wissen wollen, was an Schriften geschütz bzw. schützbar ist und was nicht.)

    Falls Du dieses XeTeX-Paket fertiggestellt hast und eventuell auch bereit wärest, dieses weiterzugeben, hätte ich Interesse :)
    (vorausgesetzt allerdings, es läßt sich auch unter (plain)XeTeX verwenden, denn mit LaTeX bin offengestanden nie so recht warmgeworden...)


    Ich bin gern bereit das Paket, wenn es einigermaßen stabil ist, an alle Interessenten abzugeben. Das Paket selbst benutzt neben XeTeX die Pakete etoolbox, accsupp und babel. Du kannst ja versuchen die nicht kompatiblen Teile umzuschreiben.


    Zur Zeit erkennt das Paket alle UNZ 1 Ligaturen einschließlich der St Ligatur. Alle Ligaturen und die Buchstaben s, ſ und c können auf andere Codepoints umgemappt werden. Alle Ligaturen können einzeln ausgewählt werden und werden automatisch gesetzt. So sind auch Fonts mit "Spezialbelegung" bequem nutzbar. Die Unterstützung für Opentype Fonts ist in Arbeit. Außerdem enthält das Paket eine lang s Heuristik und eine r rotunda Heuristik. Andere Funktionen wie Korrekturhilfen sind in Planung.


    Ich hoffe bis spätestens Ostern eine Version, die veröffentlichungsfähig ist, fertig zu haben.

    Es geht also speziell (auch) um die Frage, inwieweit diese Art der "Komfort-Suche" bei den verschiedenen PDF-Betrachtern unterstützt wird.


    Ja, darum geht es erstmal. Mich ärgerte es, dass ich mit XeTeX in aller Regel nur PDF Dateien erzeugen konnte, die nicht durchsuchbar waren. Solche Dateien sind dann ja auch für Suchmaschinen ein Rätsel. Das wollte ich ändern.


    Dies ist sicherlich eine stark zeitabhängige Frage, denn solche offiziellen Empfehlungen von Adobe werden sicherlich im Laufe der nächsten Zeit nach und nach in allen Programmen umgesetzt werden, die noch ernsthaft weitergepflegt werden...


    Die Empfehlung gibt es seit 2006. Deshalb wollte ich wissen, welcher Anbieter außer Adobe diese Empfehlung bisher umgesetzt hat.


    Hier noch ein paar Beobachtungen bei den Programmen, die mir hier (außer der Adobe-Software) noch zur Verfügung stehen:


    Vielen Dank für die Liste. Okular und xpdf sind also völlig veraltet. Nitro PDF erkennt wohl zumindestens die Standard Unicode Zeichen.


    Hat mich auch sehr gewundert, schließlich hab ich die betreffenden Ligaturen ja selbst im PUA untergebracht, Allerdings sind mir tz bei Uni_E23A und tz bei Uni_FB05 (also der ff, fi, fl...-Schiene) auch schon in kommerziellen Adobe-Schriften untergekommen.


    Ich kann mir inzwischen denken, warum Foxit so handelt. Es identifiziert wohl U+EEDC (LATIN SMALL LIGATURE TZ) mit U+A729 (LATIN SMALL LETTER TZ) (wahrscheinlich über den Namen).

    Ich habe die Datei in Firefox mit dfem Foxit-Reader geöffnet. Suche nach Worten mit lang-s / rund-s, tz-Ligatur st-Ligatur werden problemlos gefunden ch, ck sch jedoch nicht.


    Das ist ein seltsames Verhalten, denn die tz Ligatur liegt ebenfalls in der PUA und wird nicht anders behandelt als ch, ck oder sch.


    Die PDF läßt sich (mit Adobe Acrobat Pro, Version X) problemlos öffnen und durchsuchen, wobei interessanterweise (und vermutlich geht es bei der Frage genau darum) die Suche nach den jeweiligen "ASCII-Entsprechungen" durchzuführen ist, das heißt: Eine Suche nach Lang-S ("ſ") liefert auch das Wort "(P)aulus", obwohl dieses ja eigentlich nur ein Rund-S enthält, in ähnlicher Weise kann ich auch nach dem Buchstaben "c" suchen, obwohl vermutlich das Schriftbild mit einer "ch"-Ligatur gesetzt wurde, und so weiter.


    So ist es angedacht. Z. B. eine Suche nach sch sollte auch die Wörter mit sch-Ligatur finden. Ich benutze ein experimentelles Tool von Heiko Oberdiek, das den "Accessibility Support" aus der PDF Reference von Adobe nutzbar macht. Es sollte deshalb mit Adobe Produkten problemlos laufen. (Was es bei mir auch tut.) Eine andere Frage ist, ob es das auch mit Produkten anderer Anbieter tut.


    In gleicher Weise kann ich den gesamten Text markieren und (z.B.) in einen Texteditor ("Notepad++") einfügen und erhalte nicht (wie in manch anderen Fraktur-PDFs etliche kryptische Symbole, sondern eine korrekte ASCII-/Antiqua-Umschrift (also auch ohne jedes Unicode-Lang-S).


    So ist es implementiert und auch Absicht. Der Text sollte auch für den "herkömmlichen" Antiqua-Benutzer "brauchbar" und nutzbar sein.


    (Erst wenn ich die PDF in eine neue Datei als "plain text" mit UTF-8-Kodierung abspeichere, sehe ich etliche höherwertige Unicode-Zeichen, die dem entsprechen dürften, was da "eigentlich" typographisch gesetzt wurde.)


    Stimmt ungefähr. Der Quelltext ist ein "normaler" UTF-8 Antiquatext (also ohne langes s, ohne Ligaturen), der vom Paket in einen Text mit langem s und Ligaturen umgewandelt wird, wobei für das lange s und die Ligaturen zusätzlich "Ersatztext" in die PDF Datei geschrieben wird. Man sieht den "plain text" (mit langem s und den Ligaturen) im Reader. Der zusätzliche "Ersatztext" macht das ganze dann durchsuch- und kopierbar. Dieses Verfahren wird von Adobe empfohlen, insbesondere für Ligaturen, die nicht im Unicode Standard gelistet sind. (siehe: Adobe Systems Incorporated, PDF Reference, 6th edition, 2006. 10.8 Accessibility Support)