Beiträge von Kurrentschriftfreund

    Ralf: "Offiziell zugelassen von wem? Wofür?"



    Zulassung der Sütterlinschrift im Schriftverkehr mit Behörden

    Das Bundesverwaltungsamt in Köln gab am 25.11.1999 durch Frau Dr. Astrid Stein die Auskunft, daß Schreiben an Behörden und Ämter auch in Sütterlinschrift zulässig sind, da es sich hierbei um eine deutsche Schreibschrift handelt. Als Folge ergibt sich durch diese amtliche Auskunft, daß solche Schreiben dann auch nicht zurückgewiesen werden dürfen. Quelle: Die deutsche Schrift 1/2001, S. 23.



    Gefangenenpost in deutscher Schrift muß weitergeleitet werden


    Im November 2008 ordnete die Justizvollzugsanstalt Celle an, daß die gesamte ausgehende Post eines Strafgefangenen sowie auch die für ihn eingehende Post angehalten bzw. zurüchgesandt wird, wenn sie in Sütterlinschrift verfaßt ist und der Gefangene die Kosten für die Übersetzungen nicht übernimmt. Nach einem Urteil des 1. Strafsenats des Oberlandesgerichts Celle vom 19. Mai 2009 (Aktenzeichen: 1 Ws 248/09 StrVollz) muß die Post von Gefangenen, die in deutscher Schreibschrift wie z. B. Sütterlin geschrieben ist, jedoch weitergeleitet werden!


    Nach dem Urteil des Strafsenats gibt es in Deutschland keine verbindlichen Vorschriften darüber, welche Schriftart im Schriftverkehr verwendet werden darf und welche nicht. Sütterlin - so die Urteilsbegründung - wird zwar nicht mehr in den Schulen unterrichtet, kann aber immer noch von großen Teilen der Bevölkerung zumindest gelesen werden.


    Ausführlicher Artikel

    Ein Kursteilnehmer eines VHS-Schriftkurses hat mir eine Testpostkarte gezeigt, die er aus Thailand an sich selber in ein Dorf in Bayern geschickt hat. Die ganze Anschrift und auch der Text waren vollständig in deutscher Schreibschrift. Die Karte ist einwandfrei und ohne Verzögerung angekommen.

    Sende die Leute zu mir nach Niederbayern, Franz! :) Hier finden jedes Jahr im Schnitt fünf Deutsche-Schrift-Kurse in der Dauer von fünfmal 90 Minuten je Kurs an zwei Volkshochschulen statt.


    Danke für das Video, Kalli!

    Und die Information, dass die Vereinigten Staaten von Amerika bereits Ende Oktober 2013 verlauten ließen, dass sie die "Die Abschaffung der Schreibschrift" einleiten, lässt mal wieder vermuten, dass die "hörige" BRD diesem Vorgehen versucht zu folgen.


    Aus dem gelobten Land Amerika wurde zeitverſetzt ſchon immer auch (faſt) jeder Unſinn kritiklos von (Weſt-)Deutſchland importiert.

    Die Politiker im Kultusminiſterium können ſagen: „Wir ſind ja mehrheitlich vom Volk gewählt worden, um Entſcheidungen zu treffen; man kann ja nicht bei jeder anſtehenden Entſcheidung das Volk abſtimmen laſſen.“

    Wieſo ſchrecklich? „Mail“ heißt doch im amerikaniſchen Engliſch „Poſt“.


    Meines Wiſſens werden in der isländiſchen Sprache alle neu aufgekommenen engliſchen „Eindringlinge“ von vornherein mit einem isländiſchen Begriff belegt. Warum ſollten wir für die engliſchen Wörter nicht auch deutſche Begriffe finden können und durchaus gut paſſend „Poſt“ ſtatt „Mail“ verwenden?

    Ich meine auch, daß es „Hptm. Frhr. v. Schrötter“ heißt. Der Ort iſt „Norderney“. Mit der Straße komme ich nicht völlig klar: „Staffelkptw.“? Das „w.“ ſteht wohl für „Weg“. Falls die Straße wichtig ſein ſollte, hilft hier ſicher ein Stadtplan oder ein Anruf beim Tourismusamt (falls es den gleichen Weg noch gibt).

    Temporäre Losung: Solche Worte mit Leerzeichen schreiben, und wenn das Wort fertig ist, das Leerzeichen löschen, das ist aber unbequem.



    Es iſt überhaupt kein Problem, Wörter wie „Kreischen“ oder „Wachstube“ durch manuelle Berichtigung von „Kreiſchen“ und „Wachſtube“ zu erhalten. Das Löſchen des Leerzeichens iſt außerdem ſo gut wie kein Mehraufwand.


    Ich kann mich nicht entſinnen, daß ich jemals - obwohl ich wirklich ſehr viel ſchreibe - in den vergangenen Jahrzehnten „Kreischen“ oder „Wachstube“ ſchreiben mußte (außer bei Begründungen für die verſchiedenen s-Schreibungen in der deutſchen Schrift). Wörter wie dieſe - ſo auch z. B. „Löschen“ und „Möschen“ („Möſchen“ iſt plattdeutſches Wort für Waldmeiſter“) - werden nur krampfhaft geſucht, um die unterſchiedliche s-Schreibung rechtfertigen zu wollen. In der täglichen Schreibpraxis ſpielen ſolche Beiſpiele aber ſo gut wie keine Rolle!


    Ligafaktur ſchreibt umgekehrt „Lieschen“ und „Röschen“. Es gibt aber auch „Lieſchen“ (Hüllblätter des Maiskolbens ſowie Ort in der Steiermark) und den „Röſchenhof“ (Altersheim in Leipzig nach Eigennamen des früheren Hausbeſitzers benannt). In dieſen ſeltenen Fällen kann man ebenfalls manuell korrigieren (z. B. durch Doppelſchreibung von s und dann Löſchung des einen s). Auch einen „Möſchenhof“ gibt es in Norddeutſchland (ich könnte den Ort herausſuchen). Dort kann man übrigens Reitunterricht nehmen - er ſchreibt ſich zumindeſt in deutſcher Schrift aber nicht „Möschenhof“ - wenn ihr die Doppeldeutigkeit verſteht...

    In privaten Briefen und E-Poſt- Schreiben ſchreibe ich grundſätzlich das „Du“ groß, um damit meine Wertſchätzung gegenüber dem Empfänger auszudrücken. Die Kleinſchreibung bis 2006 als einzig richtige Form war ein Irrweg, der erfreulicherweiſe korrigiert wurde.