Beiträge von Sütterlinlehrer

    am 20ten Boos Ferd(inand) bz (?) Bäkern s(ein) Kind Anna katholisch z(wei) J(ahr) a(lt) Stadt Nr(?) H(?) 1030 an hitziger GehirnhölenWassersucht

    D. Hallamitzschek

    Vielen Dank für Ihre Interpretation. An einer Stelle kann ich Ihnen jedoch nicht folgen: Die Worte Boos und Bäkern beginnen beide mit Großbuchstaben. Alle Rufnamen in der Totenliste beginnen mit einem großen B. Alle diese Buchstaben sehen gleich aus. Für das Wort Bäkern gibt es in der Totenliste nur ein Vergleichswort, ebenfalls mit mit dem gleichen Großbuchstaben beginnt wie das von Ihnen bezeichnete. Beide Großbuchstaben sehen sehr ähnlich aus, gleichen aber nicht denen, die mit einem großen B beginnen. Könnten Sie bitte die von mir angebenen Stellen noch einmal nachprüfen und ggf. korrigieren? Vielen Dank.

    Mir liegt eine Totenliste aus einem Wiener Spital vom April 1848 vor. Es geht um die rot markierte Eintragung, die gesamte Seite habe ich zu Vergleichszwecken mitgeliefert.

    Vom markierten Eintrag kann ich folgenden übertragen:

    Boosfend … s.(amt) Kind Anna, kath. (olisch) z. G. a. (?) Stadt (HW3?) an hitziger Gehirn-hölenWassersucht.

    Die mir unverständlichen Stellen habe ich farbig markiert.

    Vielen Dank für die Erläuterungen. Im vorliegenden Fall handelte es sich um einen Auszug aus einer Totenbeschauliste aus Wien, bei zu jedem Eintrag eine "Todesursache" angegeben wurde. Dass diese aus heutiger Kenntnis nicht immer medizisch korrekt waren, war mir schon klar. Es war aber nicht im Sinne des Fragestellers, dem nachzugehen. Für mich war dabei interessant, wie man zur damaligen Zeit diese Ereignisse dokumentierte und nebenher ergaben sich für mich Erkenntnisse zu unterschiedlichen Schreibweisen in der damaligen Zeit in Deutschland und Österreich.

    In einer Totenliste aus Wien las ich folgende Eintragung:

    Moreau, Adelaide, Witwe des fürstlich Esterhazyschen Architekten, eine geborene Cheudret, geb. in Paris, (wurde) 69 Jahre alt, (wohnte) Leopoldstadt No. 9, (gest.) an Lungenblut-

    (fluß oder schlag oder sturz)

    Ich kann mich für keine der Lösungen entscheiden.

    In der gleichen Liste starb eine andere Person an

    Wie lautet diese Krankheitsbezeichnung und welchen Namen hat sie heute?

    In einem firmeninternen Protokoll werden die verschiedensten tagesangelegenheiten zur Sprache gebracht. U. a. lese ich dort:

    Der Beuchner bringt die ...haltung der bestehenden Vorschrift in Erinnerung, daß die Posten der Kohlenschreiber über Mittag nicht verlassen werden dürfen

    Mit "Beuchner" ist vermutlich der Name einer der teilnehmenden Personen gemeint. Ich stelle mir vor, dass er die Ein-haltung der bezeichneten Vorschrift anmahnte, kann aber keine Wortverbindung finden, die mit dem Buchstaben J beginnt.

    Ich bin Jahrgang 1940 und kam 1946 in Dresden-Briesnitz in die Grundschule. Meine Klassenlehrerin Fräulein Schneider war noch vom alten Schlage und schrieb eine gestochene lateinische Schreibschrift. Nix da mit Sütterlin! Mein Vater war selbst Grundschullehrer, durfte aber als Wehrmachtsoffizier und NSDAP-Mitglied bis 1953 nicht mehr im Schuldienst tätig sein. Zu meinem Glück besaß er aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg noch eine Fibel, die zweischriftig war: eine Seite Sütterlin - dem gegenüber lateinisch. Ich war schon immer wissbegierig, und so bin ich bis heute der Gilde der Sütterlinleser und -schreiber noch anhängig.

    Habe mich erfolgreich durch ein 25-seitiges amtliches Protokoll gearbeitet. zwei Lücken sind geblieben.

    1. dem Köngl. Manufact. Collegium wird per Decretum eine Anweisung erteilt, von der ich nach dem Datum 4. Mai zwei Begriffe nicht deuten kann

    2. im Protokolltext wird der Begriff präcess Intems verwendet, den ich nicht deuten kann.

    Wer kann mir helfen?

    Zwei Engländer richteten 1797 ein Gesuch an den preußischen König, um in Berlin eine Druckerei für englische Literatur einzurichten und erbaten hierfür ein Darlehen. In den Protokollen über die hierüber geführten Verhandlungen steht dazu:


    „… über die Verwendung der erbetenen 12000 Reichstaler. Zwey Preßen, mit allen dazu gehörigen Schriften kosten nicht 300 Pfund St. oder 1900 Reichstaler sondern 4000 Thaler, und wenn nun auch die 12000 Reichstaler das erste Jahr hinreichen ...“


    In den mir zugänglichen Verzeichnissen konnte ich zu den in dem handschriftlichen Text verwendeten Währungszeichen keine Benennung finden. Ist die von mir gewählte Transkription zutreffend?

    Bei der Transkription von von älteren Dokumenten stößt man immer wieder auf das Problem, dass die früheren Schreiber bestimmte Buchstaben in sehr unterschiedlicher Weise schrieben. Zum Glück haben sich Experten die Mühe gemacht, die unterschiedlichsten Schreibweisen einzelner Buchstaben zu sammeln und in tabellarischer Form zu veröffentlichen. Vgl. z.B. „Das Sütterlin-Alphabet im Vergleich zu Kanzleischriften des 17.-19. Jahrhunderts“ - s. suetterlinschrift.de

    Kann mir jemand sagen, ob es solche Übersichten auch für gängige Abkürzungen gibt, die in früheren Dokumenten Verwendung fanden, und wo man diese ggf. finden kann? Ein Beispiel sei hier als Abbildung beigefügt.Abkuerzung Kosten.jpg

    Mir liegt eine Urkunde vor, welche 1728 vom Hochfürstlichen Anhaltischen Amt in Plötzkau ausgestellt wurde. Sie war für einen siebzehnjährigen Mann bestimmt,der ansonsten nur mit seinem Namen, seinem Geburts- und Taufdatum und den Namen der Eltern und der Taufpaten bezeichnet wurde. Möglicherweise war die Urkunde eine Art Pass für einen Wandergesellen, da er zur Vorlage bei Gilden, Zünften, Innungen und Ämtern bestimmt war. Das Papier ist im Laufe von knapp drei Jahrhunderten offensichtlich durch viele Hände gegangen, sodass sowohl der altertümliche Text und dessen Schreibweise als auch der Zustand des Papiers, der Tinte und zahlreicher Verschmutzungen und Vergilbungen das Entziffern erheblich erschwerten.

    Bis auf einige Ausnahmen konnte ich den Text vollständig transkribieren. Einige Worte bzw. Abkürzungen konnte ich leider nicht deuten, hier bitte ich das Forum um Mithilfe:

    Was heißt in den folgenden Passagen

    durch das Sa-

    crament der heiligen (unbekannte Abk.) der Christlichen Kirche gewöhnlichermaßen

    einvercribet worden,

    und

    und zu seinen Pa

    then und (unbekannte Abk.) Zeügen gehabt,

    die unbekannte Abkürzung bzw, was bedeutet sie? Welche Bedeutung hat das Wort „einvercribet“?


    Was haben die Paten und Zeugen festgestellt, die meinten,

    „daß er demnach keiner verwerflichen Arth oder

    Geschlechts Baaß oder cribi-

    gen, sondern rechtlichen guten Herkommens teütscher nation“

    und weiter

    „und allen Zünfften, Gülden (Gilden) und Ämtern ge-

    schidet (beschieden?) sey“…

    Ist das eine Art Vorgabe oder Auftrag an die Empfänger dieser Nachricht?


    An wen richtet sich die Botschaft dieses Schreibens - Zunft, Innungen und Versammlung:

    so mit diesem offenen Briefe ersucht werden, insonderheit

    an alle Zünffte, Gilden und

    Communen, Dienst und freuntliches Suchen und Begehren, demselben zu

    aller Forderung Gunst und gezeigten

    willen aufs beste Ihnen reccommendiret (svw: empfohlen), und befohlen seyn zu lassen

    Ihme in Zunfft, Innungen, und versam-

    lungen(?) auf und anzunehmen, damit Er dieser seiner wahren Uhrkund seines

    ehrlichen Herkommens Frucht

    bührlich genießen möge,“...

    Habe ich den Ausdruck „versamlungen“ richtig gelesen und was besagt er im Kontext zu Zünften und Innungen an dieser Stelle?


    Ich habe mich nach bestem Wissen um eine genaue Transkription bemüht, aber genau ist vielleicht nicht gut genug. Ich nehme gern jede Hilfe an.


    PS Die Anhänge können leider nicht in einem Paket mitgeschickt werden. Es kommen daher mehrere. Ich bitte um Verständnis.

    Vielen Dank - die Antworten haben mir geholfen. Insbesondere der Begriff policierte Länder war mir neu und unverständlich , aber das Deutsche Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm hat mir Aufklärung gebracht. Leider trifft dies auf den Begriff Manipolium, der ebenfalls in dem vorgenannten Gesuch vorkommt , nicht zu. Vielleicht können Sie hier weiter helfen.

    In einem Gesuch von 1797 an den preußischen König auf die Errichtung einer Buchdruckerei in Berlin konnte ich einzelne Worte nicht lesen. Es handelt sich um folgende Passagen:


    Es ist zur Genüge bekannt, daß die engl. Litteratur gegenwärtig das Lieblingsfach der höhern und gebildeten Classen …………….. Länder geworden,


    Verschiedene vorteilhafte Verhältnisse ………… wir unterschreiben uns befinden, rechtfertigen unsere Ueberzeugung


    würden wir im Stande seyn, bey der jetzigen Emigration der englischen Künstler vorzügliche Subjekte dieser ……………….… anhern (heran) zuziehn


    allerunterth(änigst) zu bitten, daß allerhöchstdieselben geruhen wollen,

    uns mit einer ……………………...….. (svw: Auftrag?) auf Berlin zur Anlegung einer Drukerey und Verlags


    Wer kann mir hierbei helfen?

    Hallo, alteswort,


    vielen Dank für die Übersicht über alte Berufe, sie ist für mich sehr hilfreich. Deine Interpretation zu meiner Anfrage ist jedoch eher unwahrscheinlich, denn die Überschrift zu dieser Antwort gibt die aus dem Anhang zur Anfrage ersichtliche vollständige Amtsbezeichnung wieder und dazu passt die Tätigkeit eines Graveurs eher nicht. :?: Ich hoffe daher, dass sich noch weitere Vorschläge finden. :S


    Nochmals danke und beste Grüße


    Dieter