Beiträge von Utz

    Mit der heute neu erschienenen Ausgabe 2.0 des kleinen LSB-Programms (erhältlich bei http://www.ligafaktur.de unter »Weitere Programme«) können jetzt außer Lang-ſ und Bindehemmer wahlweise weitere fraktureigene und andere Zeichen zugeschaltet und mit AltGr als Vorschalttaste gesetzt werden wie rundes r, überstrichenes m und n, Umlaute mit übergesetztem e sowie allgemeine Anführungs-, Auslassungs- und Leerzeichen.

    Dieser kleine „Setzkasten“ ist für Anwender gedacht, die Frakturzeichen selbst auswählen, setzen und ihre Texte selbst kontrollieren möchten. LSB sollte daher nicht gleichzeitig mit anderen Tastaturprogrammen (Ligafaktur u.a.) verwendet werden, die diese Zeichen selbsttätig oder auf andere Art setzen.

    Einzelheiten zur neuen LSB-Ausgabe können Sie in der Anleitung http://www.dienst.ligafaktur.de/LSB.pdf nachlesen.

    Die ANSI-Zeichen können mit Alt+[bis 0255] weitgehend unabhängig vom Textprogramm gesetzt werden. Dagegen hängt das Einfügen der meisten höheren Unicode-Zeichen, zu denen auch das lange ſ gehört, vom Angebot des aktuellen Textprogramms ab (Sonderzeichentabellen, spezielle Tastenkombinationen).

    Wer einen dauerhaften und einfachen Zugang zum langen ſ möchte, kann das kleine kosten-, registrierungs- und werbefreie Programm LSB von http://www.ligafaktur.de/dienst/LSB.zip herunterladen (Voraussetzung für die LSB-Nutzung: PC mit Windows 10, deutsche DIN-Tastatur). LSB erweitert die Tastatur um das Lang-ſ (Unicode 017F) und den Bindehemmer (Unicode 200C), indem es diese Zeichen auf die Tastenkombinationen AltGr+s und AltGr+# legt. Das ist alles. Das Lang-ſ kann dann unabhängig vom Textprogramm mit AltGr+s so schnell wie andere Buchstaben und wesentlich einfacher als mit Alt+#### geschrieben werden.

    Gerade habe ich es nochmal in LibreOffice ausprobiert; Ein Wort mit der LOV.NormalfrakturA schreiben. Es erscheint in Fraktur, Schreibmarke vor das Wort setzen, Akut- und Leertaste drücken. Das Wort erscheint sofort in Antiqua. Andere haben die Schrift auch schon mit Erfolg geprüft.

    Beim Druck auf die Akut-Taste wird noch kein Zeichen gesetzt. Es entsteht als Einzelzeichen erst mit nachfolgenden Leerzeichen (dagegen entsteht z.B. mit nachfolgenden a das á). Vielleicht liegt es daran. Auch muß das Textprogramm OpenType-fähig sein.

    Zur Diskussion gestellt!

    Die neuartige LOV.NormalfrakturA.otf (http://www.ligafaktur.de/dienst/LOV.NormalfrakturA.otf) entspricht der vollfunktionalen OpenType-Schrift LOV.Normalfraktur.otf (http://www.ligafaktur.de), die selbsttätig Regel-Frakturtexte erzeugt, kann aber zusätzlich einzelne Wörter in Antiqua darstellen, wenn direkt vor das Wort das Akut-Akzent-Zeichen gesetzt wird (Akut, Leer). Wenn im Textprogramm einzelne OpenType-Bereiche wählbar sind, kann mit »Stilalternativen« auch der ganze Text in Antiqua dargestellt werden. Alles ist einfach umschaltbar: Löschen des Akut-Zeichens bzw. Abschalten der Stilalternativen zeigt den Text wieder in Fraktur an.

    Als Demoschrift für OpenType-Funktionen/Ligatur-/Lang-s-Bildung oder für andere Zwecke geeignet?

    Nützlich oder eher überflüssig?

    Die neue Ligafaktur-Ausgabe 11 wurde ins Netz gestellt und ist wie die bisherigen Ausgaben registrierungs-, werbe- und kostenfrei bei http://www.ligafaktur.de erhältlich.


    Mit dem seit 2007 angebotenen Fraktursatzprogramm Ligafaktur können mit (fast) allen ligaturcodierten Frakturschriften Texte nach den Fraktursatzregeln erzeugt und auch OpenType-Frakturschriften unterstützt werden. Die neue Ausgabe Ligafaktur 11 wurde von Grund auf neu konzipiert, verschlankt und mit optimierter Menüführung und besserer Anpassung an die Eigenheiten der Textprogramme ausgestattet.
    Ausgabe 11 kann neben Ausgabe 10 installiert und mit dieser parallel (aber nicht gleichzeitig) betrieben werden.

    Ihr Lang-ſ-Problem ist in diesem Fall also kein Ligafaktur-Problem.


    Zum Setzen des Lang-ſ könnte das winzige Programm LSB.exe helfen. Sie finden es bei http://www.ligafaktur.de etwas versteckt als LSB.zip unter »Ligatursysteme« im OpenType-Abschnitt. Ich hoffe, daß Ihr Virenscanner das Progrämmchen nicht zu verdächtig findet, um zu meckern. LSB hat ausschließlich die Funktion, mit AltGr+s das codierte Lang-ſ (Unicode 017F) und mit AltGr+# den Bindehemmer (Unicode 200C) zu setzen und damit die mit AltGr setzbaren Zeichen um zwei zu ergänzen. Das ist alles.


    Das Lang-ſ sollte allerdings nicht in Texten mit vollfunktionalen OpenType-Schriften wie den LOV-Schriften gesetzt werden. Diese Schriften enthalten i.d.R. kein codiertes Lang-ſ, denn es soll mit ihnen wie mit einer Antiquaschrift geschrieben werden und dem steht entgegen, daß ein codiertes Lang-ſ jedesmal als Sonderzeichen eingefügt werden müßte. Das Lang-ſ wird also nur virtuell durch die OT-Programmierung aus dem Rund-s erzeugt. Ein Text für vollfunktionalen OpenType-Schriften ist damit meist ein reiner Antiquatext ohne Lang-ſ. Ein codiertes Lang-ſ wäre nicht in die OT-Programmierung eingebunden, bildete dann auch keine Ligaturen und würde die regelhafte Wortbildung stören. Um Lang-/Rund-s zu berichtigen, kann statt Setzen des Lang-ſ versucht werden, den Bindehemmer vor bzw. hinter das zu berichtigende s/ſ zu setzen. Einfach mal ausprobieren.

    In basisfunktionalen OT-Schriften wie den LOB-Schriften, ist die Lang-ſ-Setzung jedoch problemlos möglich.

    Die Frakturschrift muß eine mit definierter Belegung sein, wie sie in der Ligafaktur-Einstellung wählbar ist (UNZ1-Druck-oder -Schreibschrift, Delbanco, Helzel, u.a.). Schriftbelegung und Ligafaktur-Wahl müssen übereinstimmen. Hat die Schrift eine andere Belegung, kann für sie mit etwas Einarbeitung selbst ein eigenes Format erstellt werden (s. Ligafaktur-Hilfe). Um zu prüfen, ob Ligafaktur in Ihrem System grundsätzlich funktioniert, können Sie z.B. eine LUC-Schrift von http://www.ligafaktur.de herunterladen und versuchen, damit Texte zu erstellen. Wählen Sie dafür im Ligafaktur-Menü das Belegungsformat UNZ1A.

    Die von Fraktur genannten Werte (MD5 SHA-1) stimmen mit den Originaldateien überein. Es wurden also keine manipulierten Dateien heruntergeladen. Die Programmierung ist so, wie sie sein muß, um gute Ergebnisse zu erhalten. Leider kann ich nichts daran ändern, daß die Virenscanner Ligafaktur falsch einordnen, ohne Beweise, nur heuristisch und wahrscheinlich nur, weil sich die Programmierer der Scanner nicht vorstellen können, daß Tastenumleitungen mal nichts mit Virenaktivitäten zu tun haben könnten. In diesem Fall liegt also wirklich eine Überfunktion einiger Scanner vor. Der Windows Defender ist, jedenfalls bei mir, nicht dabei. Scanner sollten nur Programme anzeigen, die einen Schaden anrichten können.

    Übrigens hat sich bei Windows 10 im Vergleich zu früheren Ausgaben im Prinzip bis auf eine Anpassung an Windows 10 nichts geändert. Bei den Scannern scheint das anders zu sein.

    Das zuletzt unter »Ligafaktur 10« diskutierte Thema der OpenType-Schriften paßt dort nicht ganz hinein. Ich möchte es hier als eigenständiges Thema fortsetzen.


    Zu diesem Thema, besonders zur Frage der Codierung scheint noch manches unklar zu sein. Deshalb möchte ich das Prinzip am Beispiel des Lang-ſ hier noch einmal ausführlicher für alle Interessierten diskutieren.


    Vollfunktionale OpenType-Frakturschriften (nur um diese geht es) enthalten möglichst alle Fraktursatzregeln und erzeugen selbsttätig einen regelgerechten Frakturtext beim normalen Schreiben. Normales Schreiben bedeutet aber, daß im Text kein codiertes Lang-ſ verwendet werden kann, denn als höheres Unicode-Zeichen kann es nicht einfach mit einer Tastaturtaste gesetzt werden, sondern müßte durch ein Hilfsprogramm, aus einer Zeichentabelle des Textprogramms oder mit einem Tastenkürzel für höhere Unicode-Zeichen eingefügt werden, also meist aufwendig und nicht beim normalen Schreiben mit einer DIN-Tastatur möglich. Das widerspräche auch dem Anspruch vollfunktionaler OT-Schriften.


    Daher bleibt nur die virtuelle OpenType-Lang-ſ-Darstellung aus dem Rund-s, das einfach mit der s-Taste beim normalen Schreiben gesetzt wird. Die Lang-ſ-Darstellung aus dem Rund-s erfolgt ausschließlich über die Namen der Zeichenplätze, nicht über deren Codes, also beispielsweise mit der OT-Befehlszeile »sub s by longs« (= ersetze auf dem Bildschirm das Zeichen auf dem Zeichenplatz namens s durch das Zeichen auf dem Zeichenplatz namens longs). Der Unicode-Standard, der nur die Codes der Zeichenplätze festlegt, hat mit den Namen der Zeichenplätze, die OpenType verwendet, nichts zu tun. Umgekehrt ist es für die OpenType-Befehle egal, ob der Zeichenplatz namens longs codiert ist oder nicht, weil sie nichts mit den Unicode-Codes anfangen können. Trotzdem ist es besser, den longs-Zeichenplatz nicht zu codieren, weil es sonst möglich wäre, das Unicode-codierte Lang-ſ über Zeichentabellen usw. (s.o.) in den Text einzufügen. Dann gäbe es zwei Lang-ſ-Arten mit identischem Aussehen. Das codierte Lang-ſ aber reagiert bei Textänderungen nicht auf die Befehle einer üblichen vollfunktionalen OT-Programmierung* und kann zu Fehlern führen oder verhindert evtl. die regelgerechte Schreibung des Wortes, in dem es vorkommt.


    Auch wenn die OT-Schrift kein codiertes Lang-ſ enthält, fügen doch manche Textprogramme, wenn das Lang-ſ codiert gesetzt wird, dieses mit einer anderen Schrift in den Text ein. Das wäre dann aber leichter zu erkennen und ggf. zu entfernen.


    Was am Beispiel des Lang-ſ diskutiert wurde, gilt gleichermaßen für die Ligaturen, die ebenfalls nicht codiert sein sollten. Damit sind Texte, die mit diesen Schriften dargestellt werden, reine ASCII/ANSI-Antiquatexte ohne codierte höhere Unicode-Frakturzeichen wie Lang-ſ und Ligaturen. Entsprechend sind vollfunktionale OpenType-Frakturschriften normale ASCII/ANSI-Schriften mit zusätzlichen uncodierten Lang-ſ-/Ligatur-Zeichen und einer (aufwendigen) OpenType-Programmierung, die diese Zeichen abhängig vom zugrundeliegenden ASCII/ANSI-Text den Frakturregeln entsprechend auf dem Bildschirm (und beim Druck) anzeigt.


    * Theoretisch wäre es möglich, neben dem codierten Rund-s auch das codierte Lang-ſ als Basis in eine OT-Programmierung einzubeziehen. Das aber wäre überflüssig, extrem kompliziert und viel zu aufwendig, um evtl. Fehler durch ein versehentlich codiert gesetztes Lang-ſ zu beheben.

    Hier kommen ein paar Anmerkungen zu den LOV-Schriften vom Hersteller:


    Vollfunktionale OpenType(OT)-Schriften wie die LOV-Schriften enthalten in der Regel weder ein codiertes Lang-ſ noch codierte Ligaturen und sollten sie auch nicht enthalten. Alle diese Frakturzeichen liegen auf uncodierten Zeichenplätzen und werden durch die OT-Programmierung angesteuert. Unicode-codiertes Lang-ſ und Ligaturen wären hier kontraproduktiv. Ein OT-Text ist eigentlich ein ganz normaler Antiquatext nur mit Rund-s ohne Ligaturen. Das sieht man, wenn man den Text in einer Datei speichert. Nur die für die Textanzeige gewählte OT-Schrift sorgt dafür, daß z.B. s den Regeln entsprechend als Lang-ſ oder Rund-s oder f t als ft-Ligatur oder als f t auf dem Bildschirm angezeigt wird; im Text bleibt es aber immer beim s bzw. f t.


    Zu Unicode und OT kann man sagen: Für den OT-Teil OpenType-programmierter Schriften ist der Unicode-Standard nicht zuständig und wird durch ihn nicht geregelt. Einen Standard oder eine »Best Practice«, wie die OT-Programmierung von Schriften, insbesondere Frakturschriften auszusehen hat, gibt es nicht.


    Noch eine Anmerkung zu den nur in den LOV-Schriften enthaltenen Unicode-Privat-codierten Lang-ſ-Zeichen, die bei einer ersten Durchsicht der Schrifttabelle vielleicht irritierend wirken: Sie haben mit dem normalen Lang-ſ nichts zu tun und sind lediglich Hilfszeichen zur Textsperrung im Ligafaktur-Programm. Textsperrung in OT-Texten ist schwierig, weil OT-generierte Ligaturen wie ſi beim normalen Sperren immer als ein einziges Zeichen auftreten, egal wie groß die Sperrweite ist. Da muß man ein paar Tricks anwenden, um auch das ſi trennen und sperren und in diesem Fall die OT-Programmierung überlisten zu können.


    Zu einem ganz anderen System gehören die LUC-Schriften mit auschließlich codierten Frakturzeichen. Lang-ſ und Ligaturen bilden sich nicht von selbst wie bei den LOV-Schriften, sondern müssen z.B. mit Hilfe von Ligafaktur in den Text eingefügt werden. Anders als Frakturtexte mit LOV-Schriften werden Texte mit codierten Zeichen aber schriftunabhängig als Frakturtexte gespeichert und können als solche auch ohne Schrift erkannt werden; bei Texten, dargestellt mit vollfunktionalen OT-Schriften, sind es dagegen wie erwähnt reine Antiquatexte, die keinen Hinweis auf einen Frakturtext enthalten.

    Ergänzend und grundsätzlich ist bei gelegentlichen Viren-Fehlmeldungen festzusteilen: Das Fraktursatzprogramm Ligafaktur gibt es inzwischen seit zwölf Jahren und ist natürlich frei von Viren, Trojanern und anderen Schadprogrammen. Leider muß heute extra auf diese Selbstverständlichkeit hingewiesen werden, weil manche Virenschutzprogramme, die Ligatur früher nie beanstandet hatten, in letzter Zeit offensichtlich immer aggressiver werden und ihre heuristischen Verfahren (also Annahmen und Theorien ohne konkrete Beweise) ausweiten und nun gelegentlich auch entsprechende Fehlmeldungen zu Ligafaktur verbreiten. Vermutlich sind die zur Ligaturbildung notwendigen Tastenumleitungen der Grund dafür, denn dabei kommt etwas anderes (»verdächtig!«) heraus (Ligaturen) als das, was man eintippt (Einzelzeichen). Änderungen der Tastenausgabe scheinen manchen Schutzprogramm-Herstellern grundsätzlich verdächtig zu sein, den meisten richtigerweise nicht, denn letztlich kommt es nur darauf an, ob ein Schaden entsteht.

    Die Ligatur-Programmierung in Ligafaktur ist natürlich notwendig und kann evtl. den ausgeweiteten Heuristiken der Virenprogramme nicht immer gerecht werden. In diesem Falle einer Fehlmeldung sollte Ligafaktur als Ausnahme bei den Virenprogrammen angemeldet werden, damit diese Meldungen nicht ständig auftauchen und Ligafaktur wieder funktioniert.

    Ähnliche Meldungen (Kaspersky u.a.) tauchen immer mal wieder auf, wenn es um Programme wie Ligafaktur geht, in dem Tastendrücke umgeleitet werden. Wenn möglich, melden Sie Ligafaktur als Ausnahme an und nehmen es so aus zukünftigen Meldungen heraus. In meinem Windows 10 erscheint übrigens keine Defender-Meldung.

    Die neue Ligafaktur-Ausgabe 10 wurde ins Netz gestellt und ist wie die bisherigen Ausgaben registrierungs-, werbe- und kostenfrei bei http://www.ligafaktur.de erhältlich. Sie ist dem aktuellen Windows-System angepaßt: Vorausetzung für die Nutzung ist ein Rechner (PC) mit dem Betriebssystem Windows 10 ab Version 1809. Wer mit älteren Betriebssystemen arbeitet, muß weiter die bisherige Ligafaktur-Ausgabe 9.3 verwenden.


    Seit Erscheinen der Ausgabe 9.3 sind auch einige neue Frakturschriften als ligaturcodierte LUC-Schriften und OpenType-funktionale LOB- und LOV-Schriften hinzugekommen.

    Die Frage bezieht sich vermutlich auf die vollfunktionalen LOV-OpenType-Frakturschriften. Wenn dort ein seltenes Wort mal nicht richtig gesetzt wird, setzt man mit Hilfe des Ligafaktur-Programms einfach einen Bindehemmer vor das Doppel-s mittels der Tastenkombination AltGr+[Punkt]. Dann erscheint Ambaſſadeur mit Lang-s/Lang-s-Ligatur.