Posts by Howard

    Ich weiß nicht mehr, woher die Schrift stammt; der Name wird mit drei O ausgewiesen. Es ist eine Kanzleischrift, die nicht besonders ausgeglichen wirkt und leider auch nicht über alle Ligaturen verfügt. Vielleicht ist es aber gerade das Eigenleben dieser Schrift, das ihr ein besonderes Alleinstellungsmerkmal verleiht. Ich verwende sie gern, besonders für Einladungen oder dergleichen.

    Nebenbei erwähnt: Die Schriftfamilie Junicode ist ebenfalls nicht zu verachten. Es handelt sich um eine unter der SIL Open Font License veröffentlichte Open-Source-Schrift. Sie läßt sich mit Ligafaktur gut in UNZ umwandeln und ähnelt dem klassischen Schriftbild der Clarendon Press des 17. Jahrhunderts. Leider ist sie wiederum keine serifenlose Schrift; eine solche mit einer derart großen Abdeckung des Zeichensatzes fehlt noch. Aber es kommt eben immer darauf an, was man damit machen will.

    Releases · psb1558/Junicode-font
    A new version of Junicode font. Contribute to psb1558/Junicode-font development by creating an account on GitHub.
    github.com

    Nachdem ich mein Archiv nach einer Version von Helzels Englischer Antiqua durchforstet hatte und fündig geworden war, konnte ich die beiden Schriften miteinander vergleichen.

    Ich gebe zu, daß ich mit der Englischen Antiqua, die Helzel dafür vorgesehen hatte, Fremdwörter in Frakturtexten zu setzen, nie recht warm wurde. Sie gefiel mir einfach nicht und wirkte zudem zu sehr wie ein Fremdkörper, was natürlich Geschmackssache ist.

    Im Vergleich dazu empfinde ich die AntiquaS als angenehm; jedenfalls ist das lange s eleganter integriert. Allerdings lassen sich die beiden Schriften eigentlich kaum miteinander vergleichen, da sie recht unterschiedlich sind.

    Ich habe sie in Word, LibreOffice, Affinity und Illustrator verglichen. Illustrator zeigte die S-Ligaturen zunächst aufgelöst an; nach dem Export werden sie jedoch verbunden dargestellt. Siehe Bild.

    Sie ist auf jeden Fall eine Bereicherung. Vielen Dank für die Arbeit!

    Mingo28

    Das war eine der kostenlosen Schriften, die Helzel überall verteilte. Auf seiner eigenen Webseite stellte er stets eine aktualisierte Version dieser mit OpenType programmierten Schrift zur Verfügung, in der bekannte Fehler behoben waren. Eine vorhandene Programmierung zu korrigieren, ist oft zu arbeitsaufwendig, da der Zeitaufwand, um sich einzuarbeiten, enorm sein kann – schließlich hat jeder sein eigenes System.

    Schicke sie per Konversation jemandem, wo von OpenType programmierung Ahnung hat.

    Aus heutiger Sicht wirkt die Schreibung von „brüsk“ mit Schluß-s zunächst schwer verständlich, da das Wort im modernen Sprachgefühl als voll integriertes deutsches Adjektiv wahrgenommen wird. Berücksichtigt man jedoch die historische Entstehungszeit und die damalige Schriftpraxis, wird die Entscheidung nachvollziehbar.

    „Brüsk“ ist eine romanische Entlehnung aus dem Französischen (brusque), die im 18. Jahrhundert ins Deutsche gelangte. In der traditionellen Fraktur- und Kurrentschrift, deren Regeln bis heute unverändert angewendet werden, galten für solche Fremdwörter besondere typographische Konventionen. Bei romanischen Entlehnungen mit Konsonantenfolgen wie -sk, -sp, -st wurde bevorzugt Schluß-s gesetzt, auch wenn das s nicht am absoluten Wortende steht.

    Dabei handelte es sich nicht um eine starre Regel, sondern um eine im 18. und 19. Jahrhundert gefestigte Setzgewohnheit. Der Hauptgrund liegt in der Fremdwortbehandlung: Diese Konsonantenverbindungen wurden als untrennbare Lautgruppen aufgefaßt und nicht nach deutschen Silbenmustern gegliedert. Zudem galt die Buchstabenkombination ſk in gebrochener Schrift als schwer lesbar, während das runde s eine klarere optische Trennung schuf. Nicht zuletzt erfüllte das Schluß-s eine kennzeichnende Funktion, indem es subtil signalisierte, daß es sich nicht um ein deutsches Erbwort handelt.

    Die Schreibung „brüsk“ folgt damit keiner Unlogik, sondern spiegelt die zeitgebundene Verbindung von Herkunft, Typographie und Lesbarkeit wider.

    Bemerkung am Rande: Cherry hatte mit der STREAM XT T2 eine T2-Tastatur, leider war die Qualität nicht überzeugend, nach wenigen Wochen waren einige Tastenbeschriftungen nicht mehr lesbar und es dauerte nicht lange, bis sich die ersten Tasten lösten. Da dies bei der nachgekauften Tastatur auch der Fall war, habe ich mich dann wieder für eine herkömmliche entschieden.

    Zurück zum Thema. Vor zehn Jahren waren Fraktur- und Kurrentschriften von Softmaker in der UNZ-Belegung, ich weiß nicht, wie es heute ist, aber ich denke, daran wird sich nichts geändert haben. Habe auch schon Schriften von anderen als den bisher genannten in dieser Belegung gesehen, aber es stimmt, man muß sie suchen.

    Letztendlich muss dieser Versuch, den Wildwuchs durch UNZ zu beenden, als gescheitert angesehen werden.

    Das hat wohl auch mit der Deutschtümelei des genannten Vereins zu tun, die bei allem Engagement für die Gebrochenen Schriften nicht gerade förderlich ist. Ein schulmeisterlicher Ton und Biedermeierromantik schrecken einfach ab.

    Die Anbieter bevorzugen inzwischen OpenType-Programmierung.

    Wenn es nicht um Archivierung geht, haben voll funktionale OpenType-Schriften nur Vorteile. Denn die meisten, die eine Frakturschrift installieren, verstehen nicht, warum sie ein Zusatzprogramm brauchen, um sie richtig zu setzen, oder sind überfordert, irgendwelche Tastenkombinationen zu verwenden, um einen frakturgerechten Satz zu erhalten. Wir sprechen hier von über 99 Prozent der Anwender:innen. Voll funktionsfähige OpenType-Schriften garantieren also, sofern die Schreibanwendung uneingeschränkt OpenType-fähig ist, bis auf marginale Ausnahmen das richtige Setzen beim Schreiben mit Frakturschriften.

    Darüber hinaus sind solche Texte durchsuchbar, was ebenfalls einen erheblichen Vorteil darstellt.

    CHR der „Thesaurus Indogermanischer Text- und Sprachmaterialien” (TITUS) sowie die „Medieval Unicode Font Initiative” (MUFI) gaben in Abstimmung eine Empfehlung heraus für die UNICODE-gerechte Zeichensatzbelegung digitaler Frakturschriften („Unicode-gerechte Norm für Zusatzzeichen, Ausgabe 1”, UNZ 1). Siehe Anhang.

    Die LUC–Schriften von UZ. orientieren sich an dieser Empfehlung, und wenn ich es richtig in Erinnerung habe auch die LOB–Schriften.

    Da ich auf iOS umgestiegen bin, würde ich mich sehr freuen, wenn es ein ähnliches Programm zum Herunterladen gäbe.

    Es gibt für die alten Delbancoschriften der MacFrakturix, Mac-Leute müßten den Programmierer fragen ob er bereit wäre das Programm UNZ1 fähig zu machen.

    MacFrakturix - Fraktursatz unter Mac OS X