Beiträge von coelian

    Nochmals herzlichen Dank insbesondere an Benutzer "Angemeldet" und Herrn Nagel für die wertvolle Unterstützung, dass ich die wesentlichen Dinge herausarbeiten und mein Projekt heute abschließen kann.

    Sie haben recht, jetzt sehe ich es auch. Leider ist nur dieses Blatt vorhanden.

    So wie Sie es schildern wäre es tatsächlich sehr ärgerlich, aber ich wäre selbstverständlich bereit den Brief zurück zu geben.

    Hallo liebes Forum.


    Gestern war ich zu Besuch bei meinem Vater, im Eingangsbereich hängt ein altes Familienwappen aus dem Mittelalter. Als wir davor stehen, reden wir über allgemein gestiegenes Interesse an Ahnenforschung und ich erzähle ihm beiläufig, dass ich die Kurrentschrift für mich entdeckt hätte und gerade lerne, alte Schriftstücke zu lesen. Da erinnerte er sich, dass er aus dekorativen Gründen vor 30 Jahren zwei alte Briefe gekauft hat, die seitdem in einem Schrank schlummerten.

    Ich war sehr erfreut zu sehen, was er da hatte:


    Seite_1

    Seite_2

    Sonstig_1

    Sonstig_2


    Wir haben hier einen Brief zur Geschichte des Fürstenhauses Reuss; die Todesnachricht des neunjährigen Prinzen Heinrich des sechsundfünfzigsten, der am 6ten May 1781 an Blattern verstirbt.


    Es wird keine Transkription verlangt, ich wollte es euch lediglich mal zeigen.

    Gutachten_Seite1


    Wohl edler, gestrenger, hochgelehrter

    insonders hochgeerter herr.

    Ich habe nicht vnderlassen, des aus gnädste befelh ihrer

    hochfürstl. gnaden unsers gnädigsten herrn, mir in puncto

    sortilegii (=Geisterbeschwörung), vel veneficii (=sogar Giftmischerei) Annae Mariae Sterckhin aines mädlins

    noch nicht völlig von 11 jahren, underem (=und derem?) 31. ten passato communici-

    erte ex jure sinino (=?), canonico (=rechtmäßig), et _inili criminalibus(que?) constitu-

    tionibus wohl elaborierte rechtliche bedenkhen von anfang bis

    zum end fleüßigst zue durchlesen, und seiner wichtigkhaith

    nach pro et contra zue erwögen: Vnd zwahr hierauf, mich dem

    selben (außer das ich quo ad modum mortis darfir hielten, es(?)

    solte ob centitudinem (=Schwerpunkt?) des rads, und aderschlagens, und daß

    daraus wegen nachstellung des bösen feindt welcher zum

    umschlingen wie ein _____ ad ultimum habitum beraith

    ist, der seel leichtlich gefahr zue gehn möchte, das bald zwahr

    simuliert, dem medlein aber, da sie wol disponirt, under solher

    simulation geschwind, und gleichsamb ihrer _________ (ohnmacht o.ä.)

    das haubt abgeschlagen werden) durchaus zue conformieren

    umb so vil weniger ainiges bedennkhen, weillen in disen gegen¬

    gott und den menschen atrocissimo (=abscheulich?) belicto (=?) einmahl nimmermehr

    ainige bestendigen beßerungs hoffnung vorhanden, sonderen die leidia

    aus des verfluchten gaists zuer continuierendem nach streben über

    kurz, oder lang ohnfehlbahr zu erfahren, solches auch mit vielen ex-

    emplen, da gar erwachsene personen sich etwar etlich __hr durch

    bestendigen harten streit erwehret, doch entlich in vorigen

    in noch ärgerem laßter stand wider gerathen, und justifiziert

    worden, darzue thuen ist, so dan bey ainem noch solchen jung kind,

    als die delinquentie, und wolhes ist(?) zugebende lediglassung,

    super Herr Nagel :-). An Stifft Buchau hab ich nicht gedacht.


    Edit: Mir fällt gerade auf, dass ich statt Seite 1, das Begleitschreiben hochgeladen habe. Das ist mir jetzt unangenehm, da Herr Nagel die komplette Seite selbst transkribiert hat.

    Urgicht_Seite3


    Ja, ich konnte aus dem Text leider nicht darauf schließen. Ich dachte auch erst an Obst.


    ---------------------------------------

    auch einist (=einst) in einer mühlin große anzahl mäüß machen helffen,

    die den leithen die säckh benagen, welches auf genaweß

    nachforschen bestettiget worden; in gleichen hab sie in

    die 12. stueckh vih mehren theil ihren kälber mit dißer salben

    gelähmt, vnndt dem so genannten kesellhaußen ein gaisst, dem

    beckhen(?) theiß kleiner genant dem alten zue Engelschwiß

    2 oder 3 kälber hingerichtet, deßgleichen dem cramer

    ein katz vndt ein hennen gelähmet vndt getödt zue sein

    befunden worden. Eben mässig hab sie mit anderen ein

    großhagel wetter, wie auch nebel helffen machen wardurch

    daß o_s(?) in der bluest verdorben.

    Zuem 6 ten. hab sie in wehrender gefangenschafft den

    wächtern vndt Ihren khündern (=kinder) vndterschüdtliche laibs

    gebrechen mit blateren, geschwulsten, red bestellen, betauben,

    vndt anderer, dessgleichen einist dem hoffschreiner gesellen

    ein kranckheit, daraber sich erbrechen, vnndt schandtliche

    materie (=Sachen) von sich geben müeßen, angethan, die hexen¬

    täntz öffter beßucht, mit dem bößen gaist, der sich

    in vndterschidtlicher gestalt auch gar offt durch rasslen,

    vndt knellen erzaiget, unzucht geüebt, massen (=bezüglich) auch die

    hexenßalb bey ihr undt ihren brüederle befunden

    Transkription:


    Wohl edler, gestrenger, hochgelehrter

    insonders hochgeerter herr.

    Ich habe nicht vnderlassen, des aus gnädste befelh ihrer

    hochfürstl. gnaden unsers gnädigsten herrn, mir in puncto

    sortilegii (=Geisterbeschwörung), vel veneficii (=sogar Giftmischerei) Annae Mariae Sterckhin aines mädlins

    noch nicht völlig von 11 jahren, underem (=und derem?) 31. ten passato commnici-

    erte ex jure sinino (=?), canonico (=rechtmäßig), et _inili criminalibus__ constitu-

    tionibus wohl elaborierte rechtliche bedenkhen von anfang bis

    zum end fleüßigst zue durchlesen, und seiner wichtigkhaith

    nach pro et contra zue erwögen: Vnd zwahr hierauf, mich dem

    selben (außer das ich quo ad modum mortis darfir hielten, es(?)

    solte ob centitudinem (=Schwerpunkt?) des rads, und aderschlagens, und daß

    daraus wegen nachstellung des bösen feindt welcher zum

    umschlingen wie ein _____ ad ultimum habitum beraith

    ist, der seel leichtlich gefahr zue gehn möchte, das bald zwahr

    simuliert, dem medlein aber, da sie wol disponirt, under solher

    simulation geschwind, und gleichsamb ihrer _________ (ohnmacht o.ä.)

    das haubt abgeschlagen werden) durchaus zue conformieren

    umb so vil weniger ainiges bedennkhen, weillen in disen gegen¬

    gott und den menschen atrocissimo (=abscheulich?) belicto (=?) einmahl nimmermehr

    ainige bestendigen beßerungs hoffnung vorhanden, sonderen die leidia

    aus des verfluchten gaists zuer continuierendem nach streben über

    kurz, oder lang ohnfehlbahr zu erfahren, solches auch mit vielen ex-

    emplen, da gar erwachsene personen sich etwar etlich __hr durch

    bestendigen harten streit erwehret, doch entlich in vorigen

    in noch ärgerem laßter stand wider gerathen, und justifiziert

    worden, darzue thuen ist, so dan bey ainem noch solchen jung kind,

    als die delinquentie, und wolhes ist(?) zugebende lediglassung,


    =======

    Seite 2

    =======


    weder mit elteren, pflegern noch anderen getreuen obsicht (=Aufsicht),

    und uffenzucht versehen worden, sondern ein brodt mit betlen im

    mießiggang, und solchem geföhrlichen umvagieren, warzue

    der teifel leichtlich den zugang hat, siehen mießen, gewis auch

    ervolgen, und mithin anstatt der durch erthäilte genad ver-

    gebenlich gehofften emendation (=Verbesserung), das leste (=letzte?) übel sowol wegen der

    seelen gefahr, als bekhanten unthaten der hexerey nur

    ärger werden wurde. Allein demnach ich mich erinnern, das

    vor ohngefahr 15 oder 16 jahren ebenem solher gantz gleichen

    casus mit zweyen minder iehrigen brueder und schwester bey

    dem firstl. stifft (Ortsname, evtl. heutiges Beuron) passiert, und aber von(?) lobl. dan

    iber corhelierter(?) juridi_en facultet Ingolstadt geschlossen,

    worden, das man solhe kindern von erlangter pubertet, umb

    telst, ob zue standhafften beßerung gar kein hoffnung

    und mitel mehr vorhanden sein möchten? zue erfahren, mit

    todts straff nicht exequieren solle, massen mann gethan, und die

    selbe bis uff solhe zeit mit nicht geringen, vom stifft subminis-

    rierten kosten in custodia gehalten, hennoch aber wirkhlich durch

    das schwerdt hingerichtet hat. so stelle zu gnedigsten belieben, ob

    man ratione dieses __zugs ad maiorum securitatem auch noch inniges(?)

    academisches guetachten ein zuhollen, oder zu ersparung der zeit und

    costen, wenigst gnedigst beleiben möchte, bey firstl. stifft (Ortsname)

    obgemeltes (=genanntes) Ingolstadtisches consilium zuer information, ust. resti-

    tution abzuforderen, dasselb. geg. dem proponierten casu zu halten,

    und zuerwögen, auch sich volglich pro re nata (=nach bedarf), und noch weiteren

    guet befinden umb so vil besser darnach zurichten: welhe letsteren

    fahls mich und thenigst offeriere, auf weiters vernemmen(?), die _________

    also balden nacher (Ortsname?) zu iber schrieben, mit dem ersuchen, hoch be-

    sagt ihro hoch furstl. gnd?, dise meine wenige und nur mit kurzen

    gnedigst begehrte ohnmasgeblichen gedancken, negst meiner gehorsambsten

    recommedation, und thenigst zu refferiren, verbleibende.

    meines hochgeehrten herren.


    dienstberaithwilligster


    Heinrich Ludwig von Holzingen.

    Zwei neue (längere) Dokumente, sehr juristisch.

    Es handelt sich um ein informelles Gutachten, dem das Gericht (leider) gefolgt ist.

    Ich habe mich mehrmals durchgekämpft, aber der Schwierigkeitsgrad ist etwas höher, auch wenn sich der Sinn halbwegs erschließen lässt. Vielleicht mag mir wieder jemand helfen?


    Da ich wirklich sehr dankbar für eure Unterstützung bin und jeder von euch aus freien Stücken hilft, möchte ich fairerweise, für jede "gelöste" Seite die ich hier einstelle, einen Betrag an den Hohenzollerischen Geschichtsverein spenden. (Für das Projekt sind es etwa 15 relevante Seiten, die ich selbstverständlich versuche, selbst zu transkribieren).


    (wieder der Hinweis, dass hier einige unschöne Dinge beschrieben werden).


    Seite 1

    Seite 2

    Hallo, ich habe ein paar kleinere Sachen.


    zu 1.

    daß ___ in der bluett(?) verdorben


    zu 2.

    offtermahlen höllaschen in den brennhaffen geworffen, war=

    uon der brantten wein gantz weiß wie milch(?) [möglw. ein Schreibfehler?], vnnd ver¬

    derbt, auch er dardurch in grossen schaden gebracht worden


    zu 3.

    nur die Wortbedeutung.

    davor steht "schändliche". Ich nehme an, es sind Schimpfworte o.ä.


    Vielen Dank für eure Hilfe.

    Hallo Community.


    Ich habe nun einige Wochen geübt und ein paar bescheidene Fähigkeiten in dieser für mich neuen Welt der Schrift erworben. Allerdings bräuchte ich nun etwas Hilfe. Vielleicht hat jemand Lust meine Transkription zu prüfen und ein paar Worte zu ergänzen. Besonders im unteren Teil des Dokuments "Sententia" wäre es schön, meine Fehler zu korrigieren, damit möglichst der genaue Wortlaut transkribiert ist. Vielen Dank für eure Hilfe.


    Hinweis: Der Inhalt kann möglichweise emotional belastend sein.



    -----------------------------------------------------------

    Transkription

    -----------------------------------------------------------


    wie es dan in jüngst den 1?ten august gethaner be= (diese quere-8 habe ich schon öfter gesehen)

    khandtnuß angezaigt, daß der böße feindt Ihren zue

    gesprochen nichts mehr zue bekhennen, ahn ihnen alß seinen

    erschaffern(?) vndt gott zu glauben, vnndt nit zue weichen

    massen(?) der menschen ahn manung ein purer bet___ vndt

    ungrundt sey, gleich wie sie erst dißer tagen der wächter

    ein mit solher besagter salben auß zwang des teüfels

    ___ r?dt bestellen müßen, dessen gegenwarth immer

    dan durch daß ungewohnliche Krachen angezaiget wurde.


    Sententia


    In peinlichen inquisitionproceß sachen wider¬

    Maria Stärckhin, Hans Stärckhsen selb. zue Engelschwie߬

    ehe leiblichen dochter angestellt ist auf beßhehene inqui¬

    sition dariber(?) angeordnete verschiedene Examina

    auf der beklagten oder inquisitire antwortt vnndt be¬

    khandtnussen [vor auch dariber eingeholtem rhat der rechtgelehrten] hiemit entlich vndt zue rechterkhänndt

    daß beklagte Maria Stärckhin so sie gegenwertig stehet,

    wegen begangnen vnndt bekhanndten, in actis vndt seiner

    Vrgicht vmbständtlich beschribenen missethaten, vndt lasters

    der hexerei, in ansehung ihr jugendt, zwahr mit darauf

    gesetzter ordinari straff geschohndt, jedoch vndt weiler

    die darbey von ________ ________ ________ , das alter erfüllet,

    vnndt zu bestendiger besserung kheine hoffnung er¬

    scheinet der lebens straff nicht erlassen werden mögen

    sondern derentwegen in secreto durch das schwerdt.


    Link: Sententia

    Hallo,


    ich befasse mich im Rahmen eines kirchlichen Projekts mit der Akte und gerne hätte ich mich mit einem meiner Fähigkeiten entsprechenden Dokument befasst. Natürlich ist mir klar, dass für das Übersetzen eine Bezahlung erwartet wird. Da ich neu im Forum bin, ging es zunächst nur darum, Mitglieder zu finden, die die entsprechenden Kenntnisse haben.

    Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich die falsche Akte habe und damit ist das Thema erstmal bis nach Ostern verschoben.

    Ich habe eine Prozeßakte aus dem 17. Jahrhundert, in der gegen ein junges Mädchen ermittelt wird. Meine Fähigkeiten beim Entziffern sind leider noch sehr gering und der Schwierigkeitsgrad wird an manchen Stellen sehr hoch. Vielleicht möchte sich hier jemand über die Ostertage damit befassen?