Die Schrift Burgundica gilt deshalb als so gefällig, harmonisch und ästhetisch anziehend weil sie eine meisterhafte Brücke zwischen historischer Expressivität und moderner Designpräzision schlägt. Historisch basiert die Burgundica auf den langgestreckten, burgundischen Bastarda-Manuskripten aus dem Jahr 1450 (insbesondere aus der kalligrafischen Werkstatt von Jacquemart Pilavaine). Bastarda-Schriften vereinen das Beste aus zwei Welten: Sie nehmen die Struktur der strengen, gebrochenen gotischen Schriften (Fraktur). Sie brechen diese Strenge jedoch durch kursive, fließende Bewegungen und Rundungen auf, die aus der alltäglichen Schreibschrift stammen. Dieses Spannungsfeld macht sie lebendig und nimmt ihr das starre, oft düstere Wesen klassischer Frakturschriften.
Im Anhang noch ein Schriftbeispiel der vielfachen Varianten der Burgundica aus der Kalligraphie.
Die lyrische Schrift ist mir nicht so bekannt, ist aber oft die Druckschrift meist in Poesie und Gedichten