Beiträge von Ernaburga

    Ich sehe in gendergerechter Sprache nur Positives. An was es dabei bisher mangelt, ist eine Orientierung der Ausdrucksform.

    Interessant. Das hätte ich gern näher ausgeführt.

    Für mich ist Gendersprache bislang hauptsächlich Propagandasprache. Man versucht Problemlösungen auf die sprachliche Ebene zu verschieben, um sie nicht angehen zu müßen.


    Man beseitigt Rassismus nunmal nicht, indem man das Wort Negerkuß verbietet. Denn das Wort hat mit der Sache an sich herzlich wenig zu tun.


    Man beseitigt die Ungleichbehandlung von Mann und Frau nicht durch Schreibung von man (nicht Mann)/ frau täte, habe, sage irgendwas; auch nicht durch die Erfindung zum Teil skurriler Femininformen, die ausschließliche Erstnennung des weiblichen oder die mehrfache Wiedergaben einer Sache in allen (un)denkbaren geschlechtlichen Möglichkeiten innerhalb eines Satzes.


    Man kann Ausgrenzung von "Anderen", "Minderheiten" oder "Befindlichkeiten" nicht durch sprachliche Verklausulierung verhindern.

    Gender tut das meiner Ansicht auch nicht wirklich. Soviele Ab- und Ausgrenzungsmöglichkeiten, wie ich dank Gender heuer zur Verfügung habe, wären mir vor Gender selbst bei langem überlegen gar nicht eingefallen.


    Es ist ein seltsamer Glaube, der annimmt, wir würden uns alle lieb haben, wenn wir nur eine unbestimmte, ausweichende, frei interpretierbare sprachliche Form wählen, die vermeintlich niemanden weh tun kann.

    Sicher, Abriß klingt hart, deshalb sagen wir Rückbau, denn Bauen ist positiv. Aber macht es das besser?


    Die Gendersprachregelung (wie ich sie wahrnehme) verwischt sprachliche Klarheiten, bringt Umdeutungen und damit verwirrend mehrdeutige Neuwertungen. Es entsteht einerseits eine sprachliche Orientierungslosigkeit, andererseits ein vorgegebener Denkkanal. Umerziehung durch Sprechzwang. Erst soll man Dinge so sagen, dann darf man Dinge in der Art nicht mehr sagen, was man nicht sagen darf/kann wird undenkbar, ergo Problem gelöst (?). Oder Beschwörung von Realität. Wenn man Dinge so sagen muß, werden sie über die Zeit einen Wahrhaftigkeitsanspruch erheben (in Klammern: "Selbst die größte Lüge wird zu Wahrheit, wenn man sie nur lange und laut genug wiederholt").


    Soweit ein paar schnelle Gedanken, die mir durch den Kopf schießen. Nichts davon erscheint mir positiv. Deswegen (siehe oben) hätte ich das gern etwas näher ausgeführt.


    Nette Grüße

    Erna

    Ich habe Gerüchte gehört, wonach es an der Leipziger Universität nurmehr ProfessorInnen gäbe. Egal welchen Geschlechts.

    Darüber kann man den alten Witz reißen:

    Es gibt Mitarbeiter innen und es gibt Mitarbeiter außen, aber warum man die auf der Versammlung gesondert ansprechen sollte, weiß kein Mensch.

    Man kann verwunderte, gar verstörte Gesichter erzeugen, mit dem banalen Hinweis, daß Deutsch in der Regel für die Mehrzahl kein Geschlecht vorsieht, also neutral ist, somit keine Neuschöpfungen erfordert.

    Man kann es noch weiter treiben und behaupten die Sonderschöpfung einer weiblichen Mehrzahlvariante sei Diskriminierung. Einerseits löse sie den weiblichen Anteil der Angesprochenen aus dem Gesamten heraus, grenze sie also ab (diskrimminiert). Andererseits würde der männliche Teil ausgegrenzt, da keine männliche Mehrzahlvariante sondergeschöpft wird, dieser somit offensichtlich keiner besonderen Erwähnung würdig sei.


    Über die Entleibung der Sprache durch Unausprechbarkeit (ProfessX) oder Unlesbarkeit (setzen Sie bitte hier Ihr bevorzugtes Sonderzeichen, oder mehrere) kann man versuchen einfach hinweg zu gehen (wenn man sich dies leisten kann). Doch wurde schon berichtet, daß Schülern Ihre Abschlußarbeiten nicht abgenommen/anerkannt wurden, weil sie die vorgeschriebenen Genderschreibweisen nicht einhielten.


    Nur, wie kommt man gegen die unter der Jugend um sich greifende Sprache des Schlagstockes an : FCK LL SPRCHHSSR ? Kann man versuchen das durch grobe Fehldeutung lächerlich zu machen? Wer sich so ausdrückt ist in der Regel für Humor oder Argumente kaum mehr erreichbar.


    Nun, ich versuche weiter Sprache als jenes machtvolle Instrument zu verwenden, als welches es uns in die Hand gegeben wurde. Achtsam in der Ausübung, spiegelnd in den Unsinnigkeiten, bohrend in der Beibehaltung von Bedeutung und (augenzwinkernd) verwirrend in der Eindeutigkeit.


    Jeder mag da seine Eskalationsstufe wählen.

    Ich bin beim Hauptmann auch für Panne. Das K sieht immer anders aus.


    Ansonsten nur zwei Kleinigkeiten:


    - Ich kann endlich mal ein Päckchen


    - dazu etwas richtiger Bohnenkaffee


    P.S. Huttingen ist vermutlich Hüttingen


    Gute Übertragung

    Abgesehen davon, daß offensichtlich Teile des Textes fehlen ist die Qualität nicht gerade förderlich. Aber für ein lustiges Ratespiel sicherlich durchaus gut.


    Also mache ich mal den Anfang.


    rünstiges u. ?rißlichs gedan....

    ... des Vampirs oder bluthsaug(?).....

    .... den Türcke(?) ..........

    gräntzen des Servier......

    Lebenden Menschen und .....

    es Bluth auch say ......

    ntworffen ...........

    ?rich?sch. Harenberg

    1733. 8. stüb


    Ergibt also gar nix.

    Vieleicht hat ja jemand bessere Augen :)

    Hallo Victuros,


    obwohl es bei Frakturschriften eingestellt ist, nehme ich jetzt mal an, den Vordruck kann er lesen. Werde aber den Text flüssig schreiben, weil ich das besser finde.
    Den Ort müßte er schon selbst wissen. Bei der "Sauklaue" könnte das Charmneuburg oder Karenneuburg oder was ganz anderes seyn. Keine Ahnung ob es solche Orte gibt oder gab, aber ich wähle jetzt mal Charmneuburg.


    wohnhaft in Charmneuburg Mainstraße 1

    evangelischer Religion, und zeigte an, daß von der

    Ida Lina Alina Milla Nitsch

    geborenen Bähr, seiner

    Ehefrau, evangelischer Religion.

    wohnhaft bei ihm,

    zu Charmneuburg in seiner Wohnung

    am sechszehnten Maerz des Jahres

    tausend neunhundert dreizehn vormittags

    um sieben ein halb Uhr ein Knabe

    geboren worden sei und daß das Kind die Vornamen

    Franz Ludwig Hermann

    erhalten habe,


    Vorgelesen, genehmigt und unterschrieben

    Franz Nitsch

    Hallo Franz,


    Vetter statt Vater ist gut, man könnte die von mir gesetzte Klammer entfernen.

    Und Andreas ist ist sogar noch besser, dann würde ziemlich deutlich Andreen dort stehen, also die alte Wes-Form.

    Die Deutung nehme ich auch so vor, obwohl ich nicht ausschließen wöllte, der Herr Auer mag das Erbe zurückerstattet haben. Die Petition der beiden Damen, soll dem ganzen nun etwas Druck verleihen, denn so ganz unabhängig vom Wohlgefallen des Hochadels war die Kirche ja dann doch nicht. Doch das ist nur eine Variante, solange wir nicht wissen, wie und in welcher Art die Folgen waren.


    Die Sache hat Spaß gemacht, vielen Dank.

    Gruß Erna

    Hallo Franz,

    ich starte mal einen Versuch:


    Maria Anna und Cecilia Renata Princesin zu (haben beide gezeichnet)

    Hungarn und Bohaimb (könnte Böhmen seyn) Erzherzogin zu Östierreich


    ...dame Geistliche (?) Liebe Andachtige, Unß hat Unßer Camerdiener und

    getreuer Lieber, Ernst Auer, gehoramist (?) fürgebracht, wie daß Er

    wegen seines V(e)atern Anderen Paumbgartners Verlaßenschaft, die Er

    Euch und selbigen Gotshauß (?) und Closter noch vor villen Jaren durch

    Testament legiert und vermacht hat, sich zu Euch eheistes zubegeben

    und gegen Euch gnetlichen zu accommodiren Vorhabens seye.

    Wan Wir nun gedachten Auer, alß Unßer würklichen(?) Camerdie-

    ner gnedigist wol gonnen wolten, daß er wegen besagter Paumb-

    gartnerischen Verlaßenschaft, waß fruchtbarliches bey Euch außrichten

    und zu seiner Contento gelangen möchte, alß haben Wir Euch hir-

    mit gnediglich ersuchen wollen, Ir wollet Euch gegen Ime solcher-

    maßen erzaigen, damit Er dißer Unßerer gnedigsten interces-

    sion würklich genoßen zuhaben empfinden möge. Daß gereicht

    Unß zu ganz angenemben Wolgefallen. Veß Wir verbleiben mit

    gegen Euch und dem ganzen Gotthaus(?) iederzeit mit Gnaden

    wolgewogen. Geben in Wienen den vierundzwanzigsten Marty

    im Jar Sechzehnhundert ainunddreysigisen.


    Ich hoffe, die Sache ergibt jetzt mehr Sinn und die unklaren Stellen können noch geklärt werden.

    Bei "eheistes" habe ich lange gezögert, kann aber beim besten Willen nichts anderes lesen. Meiner Meinung nach soetwas wie ehestens, wir würden wohl sagen demnächst

    Eine höhere Auflösung wäre wünschenswert.

    Gruß Erna

    Also mal ein Deutungsversuch für den Anfang


    Hanß Georgen zu (der Anfangsbuchstabe ist zum verzweifeln, könnte ein großes S sein abgewandelt zu einem R - keine Ahnung. Und in der zweiten Zeile geht es nicht besser weiter. Der letzte Buchstabe könnte ein g sein - passt aber nicht zu den anderen g)

    enstru(?) guts(?) Strirberober(? was auch immer) Ampt-

    mann zu Holtzsteet(?) Anna Margaretha

    Jfr: Anna Margaretha Quadt zu

    Isengarden und Bellingthausen

    großmutter cig loco Pfr: catha-

    rina von Seuenigl.


    Echt keine Ahnung was das soll, aber vielleicht erinnert ja etwas an Orte in der Umgegend.

    Da müßte mal ein Österreicher ran. Einiges an Worten ergibt keinen Sinn, wenn man die Sprachgewohnheit nicht hat.


    Kleiner Versuch:


    12. Aug 1910

    Sewus alter

    Schnain(?). Seid dem

    wievieltem Jahr

    kennen wir uns den

    schon. A Hackl(?) .1.Stunde

    ---------------- Pfosten der.

    Ein Haderlump in

    -------- (Bin ich heut no.)

    Bei uns gehts immer

    je länger

    je schlimmer

    Hallo jm


    links

    1.

    den 24ten Juny

    3.

    Ignatz des Andreas Marcher

    Nachbars zu Leopoldstorf und

    Maria dessen Ehwirthin ehel

    Sohn


    rechts

    2.

    Anna Maria des Martin

    Bimtr(?) hinterlassene Witwe

    geb Schnellendorferin zu

    Oberweiden

    8.

    Anton Zartner

    Michel Erhard

    9.

    Nachbar in

    Leopoltstorff

    Nachbar in

    Oberweyden


    Wieso die ganzen Nachbarn, kann ich nicht beantworten.

    Ja, die Meisa scheint eine gute Erklärung. Daß sich jemand darauf bezogen hat. Aber warum 1730, da war Meißen schon lange "verdeutscht".


    Unter der Suche Meisa hab ich bei Wiki für den Ortsteil Niedermeisa dann Das gefunden, was darauf hindeutet, daß zu diesem Zeitpunkt schon lange die Doppel- Lang-S oder ß- Variante in Gebrauch war.


    Der Ortsname hängt zusammen mit der Lage im unteren Bereich des Tals der Meisa, kurz vor deren Mündung in die Elbe. Eine Urkunde erwähnt diesen Bach bereits 1150 als „rivulus qui dicitur Misne“. Im Jahre 1392 wurde eine Örtlichkeit „yn der Mysen“ genannt. Im 15. Jahrhundert heißt das Dörfchen dann „Mittil Missen“ bzw. es ist von einem Ort „in der Mitteln Meissen“ die Rede. Erst im 16. Jahrhundert lautet der Name dann „Nidermeißen“ bzw. „Nider Meißa“. Im Jahr 1791 ist die Schreibweise „Nieder Meißa“ in Gebrauch.


    Es bleibt ein Rätsel.

    Vielen Dank


    Kennt sich jemand in der Geschichte von Meissen (bei Dresden) gut genug aus, um eine derartige s-Stellung erklären zu können? Oder gibt es dafür eine allgemeine Erklärung?


    Bild von der Postsäule in Moritzburg 1730.

    Also zum 2. Teil (watt ´ne Sauklaue), kann ich nur etwas raten. Da du in dMaterie steckst, solltest du entscheiden, ob und was verwendbar ist.


    Werden (?) den Wagner zur gebürig (?)

    Zeit nicht(?) vorher(?) ------ zum Transport

    beste für Fourage an den(?) ---- dem (?)

    hiesigen Wachtmeister Grave gemeldet(?)

    werden, ß hat denselben davor

    zu E. bezahlt werden müß ----

    auch zwey Male Colferns zur Beschleunigung(?)

    der Fuhre nach Opherdicke gesand

    ß ist des Colfern Lohn, mit 22 1/2 sbrl (Silberlinge?)

    bezahlet worden. Unna 16 Feb. 1759


    Das ist keine Übertragung, es handelt sich um Deutungsvorschläge.