Beiträge von Ernaburga

    Gresbeck könnte durchaus passen.

    Das e ist schon in den anderen Aufzeichnungen immer "kürzer" gefaßt als das r.

    Und beim Fuchsbauern ist die Zeichenkombination verkehrt zu Gresbeck, siehe auch bei Georg.

    Der Begriff Germanen-Eigenhaß ist sicher etwas verfehlt.

    Doch der Deutschen-Eigenhaß ist ein (gar nicht neues) Phänomen, daß auch im "Ausland" schon seit (man könnte sagen) Jahrhunderten verwundert als "deutsche Eigenheit" bemerkt wird. Was zu der seltsamen Erscheinung führt, daß sich mancheiner überhaupt erst über diesen Eigenhaß als Deutscher identifizieren kann.

    Damit bedarf es keiner Definition mehr. Es ist halt so.


    Warum gibt es keine Länderkennung auf den Münzen?

    Nun, entgegen Angemeldet, werfe ich einfach mal unrecherchierte Theorien in den Ring.


    Es gibt da die Leute, die sagen, daß Deutschland schon seit hundert Jahren kein souveränes Land mehr sey. In dem Falle wäre eine Länderkennung natürlich völlig unnötig.


    Variante 2


    Im Zuge der angestrebten staatlichen Auflösung innerhalb einer supranationalen EU, hätte die Rückseite ohnehin nur einen folkoristischen Charakter, eine hoheitliche Kennzeichnung für einen nicht existierenden Staat, ergäbe gar keinen Sinn.

    Nunja,

    weil mir das kleine h für eine lateinische Berufsbezeichnung irgendwie nicht passt, und weil es im Vergleich dem Kazensteig so ähnlich sieht. Aber ist es wirklich Kilariel, ich bin mir da nicht so sicher, Allerdings kann ich hilario auch nicht erkennen.


    Warum soll er seelig abkürzen? Ja weil das durchaus abgekürzt wurde, wäre kein Novum.

    auch Vorschlag


    hier in der arbeit beym Tischler Mster


    Mit der Tug(end)l(ichen) J(ungfrau)


    hilariel - Der Anfangsbuchstabe ist für mich ein K wie in Katzensteig, auch wenn das erstmal nicht viel mehr Sinn ergibt.


    beyd. seel(ige) Ehl(eute) Tochter


    Gruß Erna

    Gebrochene Schriften sind ganz einfach tot, weil schlecht leserlich.

    Da muß auch ich intervenieren.

    Das gebrochene Schrift wieder Gebrauchsschrift wird, ist sicher eine träumerische Schwärmerei und nicht zu erwarten. Aber sie ist nicht tot.


    Gebrochene Schriften werden durchaus verwendet.

    Gut, Ligaturen scheinen gar nicht mehr und Lang-S nur noch bedingt zu existieren, aber es sind durchaus aus allen Lebensbereichen Beispiele der Verwendung zu finden, die ein wenigstens ästhetisches Interesse auch weiterhin erkennen lassen.


    Und:

    Hat aber mit Gewohnheit zu tun, wenn ich jetzt sage ich lese sie einfacher als Antiqua.

    Geht mir auch so.

    Ich halte es mit dem Alten Fritz.

    Die Frakturschriften sind nicht an Deutschland gekettet. Die Fraktur ist ein Zeichensatz in dem unter anderem die deutschen Eigenheiten des Schriftbildes dargestellt werden können. Als wirklich nationale Schriften (deutsch, englisch, französisch, ...) kann man im Grunde nur die jeweiligen Laufschriften bezeichnen, die stilistisch durchaus "typische" Ausprägungen zeitigen. Eine Druckschrift gibt eine solche "Typisierung" einfach nicht her.

    Und deutsche Worte kann man sicher auch mit kyrillischen Buchstaben setzen.

    Johann,


    die letzte Erklärung ist sehr aufschlußreich.

    Vergleiche dazu den letzten Teilsatz:


    ..., aber die ärmeren Glaubensgenossen in Ihrem

    Gotteshause verdrängt und barbarisch gebrandschatzt.


    Es läßt sich vermuten, daß die Vorgaben des guten Gabor zum Sitzekauf derart überzogen waren, daß die ansässigen Juden kaum noch Gelegenheit bekamen, sich die eigenen Sitze kaufen zu können oder zu den ohnehin von Ihnen erhobenen Steuern für die Synagoge hinaus erheblich geschröpft wurden.

    Da stimme ich AN bei, der hier angesprochene "Terrorismus" meint wohl einen Machtmißbrauch.


    Gruß Erna

    Die Frage wäre außerdem, ob wir Terrorismus (Schrecken verbreiten) in unserem Verständnis eins zu eins übernehmen können.

    Interessant wäre die Frage, welches die Vorgaben des Gabriel Reich waren. Denn es scheint ja um die Kasse zu gehen. Also greift da einer dreist unter windigen "Lügen" und "Vorgaben" in die allgemeine Kasse?


    Gruß Erna

    Es gibt durchaus "Nichtdeutsche", die die deutsche Kultur lobpreisen. Und in dem großen Konzert der Kulturen muß sie sich auch wahrlich nicht verstecken.

    Aber, da gebe in AN recht, es ging hier um SchriftFORM, und die ist durchaus nicht an die deutsche Sprache oder Kultur gebunden. Sie ist frei verfügbar und es ist schade, daß sie verschwinden soll. Das allerdings allein das Sujet reicht, einen antideutschen Reflex auszulösen, zeigt wie tief die Vorurteile gegen diese Schriftform sitzen.

    Mal ganz abgesehen davon, daß "die Ausgrenzung und Abgrenzung in jeder noch so schändlichen Form", bei Licht betrachtet, auf alle zutrifft.

    Haben wir dahingehend eine gesellschaftliche Verantwortung?

    Eher eine kulturelle, die durch Veralltäglichung meines Erachtens das meiste Interesse erwecken kann. Und ab Interesse kann gegebenenfalls auch an Zweischriftigkeit gearbeitet werden. Aktive Missionierung erzeugt oft nur oben beschriebene Gegenreaktion, eine Abwehr aus Faulheit oder Desinteresse. "Ach, laß mich doch in Ruhe!"

    Wir leben momentan in einer extrem tradition- und damit kulturfeindlichen Zeit. Die Kulturzerstörer sind sehr rege und schlagen auf alles ein, was irgendwie nach Tradition oder Erhalt riecht. Also nicht "bewahren", sondern leben als sei es das normalste überhaupt.

    Dem Mißbrauch kann man durch Veralltäglichung vermutlich am besten entgegentreten. Einfach für die banalsten Sachen, solche Schriftformen verwenden, dann fällt die Ideologisierung schwer. Wenn einer etwas nicht lesen kann, nicht den genervten "Dolmetscher", sondern kleine Hinweise und dann kümmer dich selbst. Fraktur zu lesen ist nicht schwer, die Meisten sind nur einfach zu faul. Wenn sie wissen wollen, was da steht, können sie es in der Regel erstaunlich gut.

    Natürlich ist es schade, daß so wenig in Frakturen neu gesetzt wird. Aber es rentiert sich nicht, bleibt also ein Feld für die Kosten nicht scheuende Idealisten. Und solange dem so ist, wird sich daran nichts ändern.


    Also ja, wir haben eine Verantwortung. Ein kulturelles Erbe zu bewahren, Interesse zu wecken und etwas, was die Meisten für außergewöhnlich halten, alltäglich erscheinen zu lassen.

    Geburts Schein ausget(auscht [vermute ich])


    ausgefertigt (vermute ich)


    Karl August Mischbach


    da bin ich für Mißbach


    deßen (???) Ehegattin


    dessen

    da kann meiner Meinung nach das Doppel-S stehen bleiben

    Das sich Frakturschriften nicht für´s schnelle Überfliegen eignen würden, dem widerspreche ich.

    Gut, ich hatte das Glück als Kind in manchmal langweiligen Schlechtwetterferienzeiten auf dem Lande, all die Jugend- und Abenteuerbücher meines Großvaters auf dem Boden zu finden. Daher war das Lesen von Fraktur nie ein Problem, und die Lesegeschwindigkeit richtet sich nach dem Spannungsgehalt des Buches.

    Heute stehen bei mir die Bücher vermischt im Schrank, meist nach Themengebieten zusammengefaßt. Sicherlich sind es mehr Bücher, die nicht frakturgesetzt sind, aber das liegt an der vergangenen Zeit. Das meint, bei mir spielt es (offen sichtlich) keine Rolle in welcher Schriftart ein Buch gesetzt ist. Da steht selbstverständlich ein "Fraktur- Werther" neben einer "Antiqua-Gedichtsammlung" von Goethe; Büchmanns "Geflügelte Worte" in Fraktur neben einem "neuen" Fremdwörterbuch; eine "Antike Mythologie" in Fraktur neben einer "Germanischen Mythologie" in Antiqua.

    Die Botschaft, für jeden der hinsehen will. Die Schriftart ist egal, es kommt darauf an, was darin steht. Und mit der selbstverständlichen Verwendung der Bücher, fällt eine ideologische Abwertung jedem schwerer.

    Für alle persönlichen Notizen verwende ich deutsche Kurrent (in Alltagsform, nicht Schönschrift), sei es nun der Einkaufszettel oder kleine Vermerke, die auf dem Schreibtisch herumliegen, wo es durchaus jeder sehen kann. Das ist die selbe Botschaft.

    Und wenn jemand meint ich sey damit rückschrittlich, kann ich immer noch einfach behaupten: Ätsch, ich kann beides und deine Engstirnigkeit interessiert mich nicht.


    Lange Rede, gar kein Sinn.

    Ich mache keine große Kultveranstaltung aus der "Schriftfrage", lasse die Ideologie "verblüfft" abtropfen, und wenn das jemand nicht lesen kann/will, bin ich "verwundert" und äußere mein Bedauern/Mitleid. Hat mir schon mehr Interessenten beschert als jede Diskusion.

    Naja, also


    Nr 178

    Berlin am einundzwanzigsten

    April 1886

    ...

    der Zimmermann Johann Peter Valentin

    Guldström

    der Pers. nach auf Grund seines Taufscheines

    annerkannt,

    evangelischer Rel, geb den dreiundzwan

    zigsten Februar des Jahres 18

    fünfzigundacht zu Flensburg

    wohnhaft zu Berlin

    Weidenweg Str

    Sohn des zu Flensburg verstorbenen Harttuch-

    Webers Peter Christian Guldström und dessen

    Ehefrau Elisabeth Dorothee geborene Vogt wohnhaft

    zu Berlin

    die Emma Martha Veronika Großmann

    Hausmädchen

    der Pers. nach auf Grund ihres Taufscheines

    anerkannt

    evangelischer Rel, geb den fünfzehnten

    Juli des Jahres 18

    fünfzigundsieben zu Wüstchen (?)


    Gruß Erna