Beiträge von Harald

    Harald hat einen neuen Termin erstellt:

    Harald hat einen neuen Termin erstellt:

    Der „Bund für deutsche Schrift und Sprache” hat schon vor einem Jahr ein Verzeichnis ausgewählter setzbarer gebrochener Schriften (Gotisch, Schwabacher, Fraktur und deutsche Schreibschriften) veröffentlicht, das nun vom Herausgeber, dem Schriftfachmann Dipl.-Ing. Wolfgang Hendlmeier, überarbeitet und erweitert wurde.

    Dabei werden die Schriften nicht nur mit ihrem Figurenverzeichnis und einem Text in Form eines Sinnspruches dargestellt, sondern es werden in einer eigenen Tabelle auch der Schriftstil, der Schriftschöpfer, die Schriftgießerei bzw. der Hersteller, das Veröffentlichungsjahr und schließlich die Bezugsquelle für den digitalen Zeichensatz genannt.

    Die 96 Seiten umfassende Broschüre bietet daher eine – in dieser Form sonst nirgends erhältliche – Zusammenfassung der verfügbaren gebrochenen Satzschriften entsprechender Güte. Durch die dauerhafte Verarbeitung (Fadenheftung statt billiger Klammern) ist auch der Preis mit 14,95 Euro etwas höher als bei vergleichbaren Druckwerken. Die Ausgabe lohnt sich aber allemal, denn wer mit gebrochenen Schriften auf dem Rechner arbeitet, wird diese Broschüre oft zur Hand nehmen – auch dann noch mit Genuß, wenn ähnliche schon längst auseinander gefallen sind.

    Die Broschüre ist beim BfdS (www.bfds.de) im Netzladen unter Bestell-Kennzahl 413 erhältlich.

    In der Vierteljahreszeitschrift "Die deutsche Schrift" ist Heft 2/2011 (Seiten 3-5) anläßlich des 25jährigen Bestehens der DKS-Freunde ein Bericht erschienen. Dort ist auch erwähnt, daß man bei der ersten Versammlung bewußt beschlossen hat, nur eine lose Vereinigung ohne amtliche Eintragung zu gründen, um den "Vereinskram" und Verwaltungsaufwand möglichst gering zu halten. Ich kenne das Schweizer Vereinsrecht nicht und kann deshalb auch keine Vergleiche zum deutschen oder österreichischen ziehen. Immerhin hat sich das Modell einer losen Vereinigung für die DKS-Freunde seit 25 Jahren bewährt.

    Das Bild von Felix Baeriswyl und Natalija Timoschenko ist kein Lückenfüller, sondern paßt auch zum Inhalt, weil beide unsere neue "Leseschule der deutschen Schrift" studieren. Es ist also gleichermaßen ein DKS- wie ein BfdS-Bild. Und wer Felix bislang noch nicht persönlich kannte, weiß jetzt, wie ebendieser aussieht, der ihn oder sie mit Briefen bombardiert ...

    Zu den Fragen von Gerrit:


    Aus meinem Buch "Deutsche Schreibschrift - Lesen und schreiben lernen" wurden keine Beispiele entnommen, weil es ja doch viele besitzen oder kennen. Wenn Dir Leseübungen bekannt vorkommen, so kennst Du die aus der "Deutschen Schrift". Von dort hat man einige ausgewählt, was auch vertretbar ist.


    Das einzelstehende "-ter" beim Bismarck-Brief auf Seite 6 unten ist kein Fehler, sondern eine übliche Form, das erste Wort (oder wie hier einen getrennten Wortteil) der Folgeseite auf der vorgehenden Seite in einer eigenen Zeile und ganz rechts zu bringen. Es war als Lesehilfe gedacht, um schon vor dem Umblättern das erste Wort der nächsten Seite zu kennen. Man findet diese Form auch bei Büchern aus dieser Zeit. Beim Brief Jahns (Seite 30 unten) kommt sie auch vor.

    Hallo Kalli,


    ich habe das Buch vor Jahren im Schriftmuseum Pettenbach (Österreich) bei einer Otto-Hurm-Ausstellung erworben. Man hatte dort - wohl aus alten Beständen der Staatsdruckerei - einen Stoß praktisch neuwertige Stücke zum Verkauf ausliegen. Und das zu einem Spottpreis. Solltest Du das Buch noch nicht bei einem Antiquariat bestellt haben, kann ich mich ja erkundigen, ob man im Schriftmuseum noch welche lagernd hat.


    Gruß,


    Harald

    Aus meinen Regalen habe ich wieder einmal das Buch von Dr. Otto Hurm "Schriftreform und Schreibwerkzeug - Die Handhabung der Schreibwerkzeuge und ihr formbildender Einfluß auf die Antiqua bis zum Einsetzen der Gotik" in die Hand genommen, das 1928 bei der Österreichischen Staatsdruckerei erschienen ist.
    Auf 109 Seiten beschreibt Hurm die Formen von der römischen Quadrata über die Unziale bis zur karolingischen Minuskel und widmet sich auch den sogenannten Nationalschriften wie z.B. der langobardisch-beneventanischen Buchschrift oder der merowingischen Urkundenschrift. Dabei werden die Schriften nicht nur mit zahlreichen Abbildungen vorgestellt, sonder auch die Federhaltung und Strichfolge gezeigt, so daß man die Buchstaben auch nachschreiben kann.

    Am Samstag, 30.04.2011 fand in Aarau die 25. Tagung der Vereinigung "Freunde der deutschen Kurrentschrift" statt. Im Restaurant "Viva" der Kaserne Aarau trafen sich rund 60 DKS-Mitglieder, um dieses Jubiläum zu feiern. Die weiteste Anreise hatte Natalija Timoschenko auf sich genommen, die aus Kiew (Ukraine) gekommen war. Aber auch aus allen Teilen Deutschlands und aus Österreich waren einige Mitglieder erscheinen.
    Kurt Kanobel, der die DKS-Freunde seit ihrer Gründung führt und auch dieses Jahr als Obmann wiedergewählt wurde, hatte ein buntes Programm zusammengestellt, bei dem Berichte und Wahlen nur den kleinsten Teil ausmachten. Ein Musikant mit historischen "Schwyzerörgelis" (kleinen Akkordeons) und Beiträge aus dem Mitgliederkreis sorgten für einen abwechslungsreichen Nachmittag, bei dem auch das persönliche Kennenlernen nicht zu kurz kam.


    Das Foto zeigt, wie die deutsche Schrift alt und jung verbindet: Felix (93), Natalija (29) und Silvio (23) schmökern im Schatten der Bäume in der "Leseschule der deutschen Schrift".

    Wie ich gehört habe, war die "Leseschule" ein Renner auf der Buchmesse in Leipzig und es wurde der gesamte Vorrat verkauft. Eine Neuauflage befindet sich bereits im Druck. Offensichtlich hat der BfdS mit dieser Veröffentlichung wieder - wie schon bei der sehr erfolgreichen "Schreibschule der deutschen Schrift" - eine Marktlücke entdeckt.

    Das vor einem Jahr angekündigte Leseübungsheft des BfdS ist jetzt erschienen:


    Leseschule der deutschen Schrift - Handschriften aus vier Jahrhunderten mit Übertragung in Druckschrift


    Format DIN A4, 48 Seiten, alle Leseübungen mit zeilengetreuer Übertragung


    Bestell-Kennzahl: 423; ISBN 978-3-930540-26-6; Preis: 5 Euro (zzgl. Versand)


    Erhältlich beim Bund für deutsche Schrift und Sprache, 38711 Seesen, Postfach 1145; Netzseite: www.BfdS.de oder im Buchhandel



    Das Verlagsverzeichnis für 2011: j2011_VVZ.pdf (PDF)

    Der Beitrag ist auf Wunsch des Verfassers in Fraktur erschienen. Erfreulich, daß man sich von Seiten des VdS dazu entschließen konnte. Wenn allerdings - wie ich erfahren habe - nicht zufällig ein kundiges BfdS-Mitglied Korrektur gelesen hätte, wäre der Beitrag mit falscher S-Schreibung (nur lang-s) und ohne Ligaturen erschienen. Zum Glück konnte das gerade noch verhindert werden. Vielleicht kann sich der VdS bei positivem Leserecho entschließen, öfter mal einen Beitrag in Fraktur zu bringen.

    Eigentlich sollte es für den Siegelanbieter kein Problem sein, ein Siegel von einer hochaufgelösten PDF- oder TIF-Datei herzustellen. Das hat den Vorteil, daß man die Schrift selbst wählen oder die Buchstaben sogar zeichnen (mit der Hand und dann einscannen oder gleich am Rechner) kann. Erkundige Dich mal, welche Vorlagen diese Firma verarbeiten kann.

    Es hat etwas länger gedauert, aber nun kann ich endlich einen Scan der Neu-Fraktur anbieten. Als Anhang ist er mit 1,3 MB allerdings zu groß. Wer ihn haben will, soll mir seine E-Post bekanntgeben und bekommt ihn dann umgehend zugeschickt.


    Die zwei Seiten sind dem entsprechenden Schrifmusterheft von Klingspor entnommen, das ich allerdings auch nur als Ablichtung besitze. Das Muster-ABC enthält zwar keine Ligaturen, aber die meisten kann man dem Text entnehmen. Auf Wunsch kann ich noch weitere Seiten einscannen, die hauptsächlich Anwendungsbeispiele zeigen.

    Ich habe das "Hausbuch deutscher Dichtung" bereits mehrfach verschenkt und immer nur begeisterten Widerhall bekommen. Ein Empfänger, der wahrlich keine kleine Büchersammlung sein Eigen nennt, meinte, daß solch eine gediegen zusammengestellte Auswahl deutscher Dichung auch vor dem Krieg selten war - von unserer Zeit ganz zu schweigen. Wenn das keine Empfehlung ist ...

    Das Buch "Ausgewählte Aufsätze über Fragen der Gestalt des Buches und der Typographie" von Jan Tschichold steht schon seit Jahren in meinem Bücherregal und ich nehme es immer wieder gerne zur Hand.


    Jan Tschichold (1902-1986) war ab 1926 Lehrer für Satzstil und Kalligraphie an der Meisterschule für Deutschlands Buchdrucker in München. 1933 emigrierte er mit seiner Familie in die Schweiz, wo er bis zu seinem Tod lebte und arbeitete. Tschichold war in jungen Jahren Verfechter der "Neuen Typographie" und modernistischer Graphik (Bauhaus). In späteren Jahren fand er zur traditionellen Typographie im Sinne humanistischer Ideale zurück.


    Tschichold hat zahlreiche Aufsätze in typographischen Fachzeitschriften verfaßt. Das gegenständliche Buch vereint die wichtigsten und bietet so jedem Freund der Buch-und Schriftkunst eine handliche Zusammenfassung seiner lesenswerten Gedanken. Auch wenn Tschichold seine Veröffentlichungen in den Zeiten von Blei- und Fotosatz verfaßt hat und sie in technischer Hinsicht heute zum Teil überholt sind, haben sie doch zeitlose Gültigkeit für jeden, der sich mit der Gestaltung gediegener Drucksachen befaßt.


    Das Buch ist 1975 im Birkhäuser-Verlag (Basel) erschienen und sollte unter der ISBN 3-7643-1946-1 erhältlich sein.

    Ich werde in einer Mußestunde das Figurenverzeichnis der "Neu-Fraktur" einscannen, dazu auch ein paar kurze Textproben als optischen Maßstab zum Einrichten für die Buchstabenabstände. Chevalier kann ja dann die Zeichen digitalisieren und vielleicht findet sich auch noch jemand für den Feinschliff.

    Die Neu-Fraktur von Rudolf Koch gibt es auch bei Steffmann http://www.moorstation.org/koch_memorial/index.htm nicht. Abgesehen davon kann ich nur abraten, Schriften der genannten Netzseite zu verwenden, auch wenn das kostenfreie Angebot dazu verlocken mag. Die Zeichensätze sind, soweit sie Vorbildern aus dem Bleisatz folgen, fast alle schludrig erstellt und können im Vergleich zu Helzel, Delbanco oder anderen Herstellern nicht mithalten. Vor allem im Mengensatz offenbaren sich die Mängel bei der Digitalisierung dieser Schriften. Im Buch "Fraktur mon Amour", das viele "moorstation"-Schriften enthält, kann man sich davon überzeugen.


    Die Neu-Fraktur wird meines Wissens bislang noch von keinem Hersteller digital angeboten.