Beiträge von mingo28

    Hallo alle Miteinander!


    Aus dem beſagten Haushaltsbuch habe ich heute wieder einige unklare Stellen zur Entzifferung bzw. zur inhaltlichen Deutung zuſammengeſtellt.

    Es handelt ſich um vermeintliche Rezepte gegen allerlei Gebrechen.


    1.) S. 270

    Ein gutes Zahnpulfer.

    Man nimt 1 Lth gestoßene u gesiebte Salbeyblätter

    1 Lth zur Kohle verbrante Brodrinde 1 Qutl Wein-

    stein Rahm, u 1 Qutl gute Mirchen, stoßt dieses zu

    einen feinen Pulfer u mischt es gut unter ein-

    ander. Dieses Zahnpulfer ist nicht nur ganz vorzüglich

    für die Glaßen der Zähne, sondern auch selbst für

    dß Zahnfleisch. Man gebraucht es troken, vermittelst

    eines Stücken Waschschwames, oder auch um des Fingers.


    Was ſind „Mirchen“?


    2.) S. 271

    Nim Fuvtiestupt u gib täglich 2 bis 3 mahl

    einen Löffelvoll, 8 u 14 Tag fon den Wurf

    für dß derbeißen der Fadtle.


    Dieſes Rezept iſt für mich ein Rätſel, da ich weder das 2. Wort leſen kann, noch weiß ich, wobei es in dieſem Rezept ſich handelt.


    3.) S. 273

    Mittel gegen Zahnweh

    Der hohle Zahn wird gereinigt, u in die Höhlung ein

    wenig mit Kollodian gesättigten Asbest, wozu man noch

    etwas Markeum fügt gesteckt. Die Masse wird

    bald fest, verschließt den Zahn vollkomen, und

    stilt die Schmerzen.


    (Anmerkung: Kolloidal ſteht für ſehr fein in einer Flüſſigkeit oder Gas Verteilten.)


    Leſe ich richtig: Markeum bzw. was iſt das für ein Zeug?


    4.) S. 274

    Nutzen der Zwiebeln.

    Während einen ansteckenden Krankheit soll man

    kruzem Zwiebl essen, weil er dß Krankheitsgift in sich

    aufnimt, daher ist es sehr gut, wen man in die

    Krankenzimer täglich neue Zwiebeln legt. Auf diese

    Weise, wird die weiter Verbreitung der Krankheit

    verhindert.


    Das Adjektiv zu Zwiebeln kann ich nicht leſen.


    5.) S. 275

    Einen Fliegenschwam in Wasser gekocht, u dan

    getrunken ist gut für die Geschwächten Leibe

    u auch für die Bauchtrissen


    (Anmerkung: Mit „Fliegenschwam“ könnte der Fliegenpilz gemeint ſein.)

    Auch hier iſt es unklar, um was für ein Rezept es ſich handelt, aber was zum Teufel ſind Bauchtriſſen - wenn ich es richtig geleſen habe.


    6.) S. 279

    Für die Heiserkeit des Halses.

    Brate etliche Feigen schneide solche

    entzwey, drücke es in gestoßene Gewürznagl

    u esse es morgens nüchtern.


    Bei diesem Gesundheitstip würde „Feigen“ einen Sinn machen, jedoch iſt das große „F“ nicht eindeutig, das kleine „i“ hätte einen Bogen zuviel und die Endung „en“ hängt nicht an der erſten Silbe dran. Das Wort wäre nicht eindeutig.


    Silbert Essig ist von den Schanen.


    Hier ein Haushaltstip, den ich nicht ganz verſtehe. „Schanen“ wurde in Latein geſchrieben und der vorletzte Buchſtabe hat einen Bogen, den ich mir nicht erklären kann.


    Wie immer bin ich auf Eure Deutungen geſpannt!

    Bei der Recherche nach diverſen Schreibfedern bin ich auf Kallipos.de geſtoßen, laut eigener Ausſage ein „Kalligraphie-Shop im Internet mit Informationen rund um die Kalligraphie“. Betreiber iſt Matthias Gröschke aus Schwäbiſch Hall.


    Für mich intereſſant iſt hier das virtuelle Schreibfeder-Muſeum. Beginnend mit der Verwendung des Federkiels; dann der Übergang zur Stahlfeder, Bildtafeln zur Herſtellung der Stahlfedern (in den Hallen möchte ich nicht gearbeitet haben; mit Sicherheit kalt und laut). Schließlich eine Rieſenauswahl an Stahlfedern zum Verkauf; so umfangreich habe ich ein Angebot noch nie geſehen.


    Schaut einfach mal rein.

    Wer wie unſereins ſich viel mit Schriften befaßt, wird logiſcherweiſe auch ein Vielleſer ſein. Zu allererſt geht es natürlich immer um das Buch und als wichtigſter Begleiter dazu iſt hier das Leſezeichen. Ich kenne es noch aus meiner Kindheit; da wurde ſchnell mal ein Grashalm, ein Kaſſenzettel oder Fahrſchein verwendet. Später war man da ſchon wähleriſcher, da war das Motiv auf dem Leſezeichen perſönlich wichtig.

    Auf der Suche nach dem Hersteller der Brauſe Schreibfedern bin ich über ein Link auf leſezeichenmuſeum.de geſtoßen. Dies ist eine virtuelle Sammlung zum Thema Leſezeichen im Netz.


    Schön geordnet nach Motiven: Zuallererſt natürlich als Werbung für Verlage, Buchhandlungen oder Bibliotheken. Gleich gefolgt von Firmen, Konzerne und Verſicherungen.

    Ohne Propaganda ging es weder im Dritten Reich noch in der DDR zu (Will beide Staaten aber nicht in einen Topf werfen.) Auch findet man Kurioſes zur Werbung von Tabak, Alkohol oder Religiöſem.


    Am Neckiſchſten fand ich die Leſezeichen mit der Aufſchrift: Hier bin ich eingeſchlafen!


    Wer kennt das nicht.

    Meine Version:

    Ehe ich zu der Eintheilung unserer heutigen Predigt schreite,

    will ich euch, ihr verruchten Sünder! noch die seltsame Veranlassung er-

    ...


    Das lange s wurde vom Schreiber recht kurz dargestellt.

    Da hat ſich doch tatſächlich ein langes “s” durch die Faltung bei mir eingeſchlichen.

    Möglich ist ſchon das die Faltung ein Buchstabe verdeckt, denn ſo hat das Wort “winß” doch eine ſehr große Lücke.

    Ich hoffe ja, daß es mir gelingt, das Original in den Händen zu halten. Sollte es neue Erkenntniſſe geben, ſchreibe ich in dieſen Beitrag hinein.


    Dank noch mal an AN und Ernaburga für ihre Hilfe und kritiſche Durchſicht!

    Die Korrektur der Korrektur


    Recht ſchönen Dank an “An”!


    Meine jetzige Leſung:

    Nim Liebes Batgen Hin Waß ich dir

    Heit dzu Schenken dabey du deiner Tauff

    und Meiner solt getencken diegabe ist

    zwar klein die Gnate aber Groß

    doch wiseß ich dieß dabey Mach mich

    von Sinten loß dieses winschet

    von Hertzen


    Sig. Foerthen

    den 27ten Märtz

    1817.


    Christianna Soffia Schmidtin


    Das Ganze in heutigen Worten:

    Nim liebe Pathin hin, was ich dir

    heut zu ſchenken, dabei du deiner Tauf

    und meiner ſollſt gedenken. Die Gabe ist

    zwar klein, die Gnade aber groß.

    Doch weis ich dies, dabei mach mich

    von Sünden los. Dies wünſcht

    von Herzen.


    Die Korrekturvorſchläge und der Tip mit dem Briefſteller ſind ausſchlaggebend für die Auflöſung des Spruches. Der Briefſteller muß nicht wirklich die Quelle für diesen Paten-/Segenswunſch geweſen ſein, aber der Verfaſſer des Briefſtellers hat nicht unbedingt alle

    ſeine „Schreibtips“ ſelbst kreiert, letzende hat er aus verſchiedenen Werken, vielleicht auch nur aus dem Volksmund, geſchöpft.


    Die erſten 3 Zeilen ſind inhaltlich mit dem „Paten-Wunsch“ („Complimentarius“, Augsburg 1792, S. 112) identiſch (Dieſer iſt die reinſte Fundgrube!).

    Aus: Pathen-Wunsch.

    Nimm liebe Pathin hin, was ich dir heut will schenken,

    Dabey du deiner Tauf und meiner sollst gedenken,

    die Gabe ist zwar klein, doch wünsch ich diß dabey:


    Von den Wortveränderungen, die durch das Mundart-Schreiben auftreten, ſollte man ſich nicht irritieren laſſen. Der Reſt des Wunſches iſt frei geſtaltet worden.

    Verwirrend ist immer wieder, daß ſelbſt Reime nicht zeilengetreu ſind und man Interpunktion vornahm, wie es einen einfiel.


    Was wird hier mit „Sig“ gemeint sein? Iſt dies die Abkürzung für das Lateiniſche „signi“ für Zeichen oder „signare“ für bezeichnen/verſiegeln oder „signator“ für Unterzeichner? Wer hat hier eine Idee?


    Zum Schluß noch der Ort: Hier habe ich alle möglichen Varianten bei „Frau Google“ eingegeben und bin auf das kleine Dorf „Förten“ in Oſtthüringen, heute ein Stadtteil von Zeulenroda-Triebes, geſtoßen. Seltsamerweise ſchreibt die Schreiberin den Ort mit dem ſelben „S“, wie beim vorhergehenden Wort „Sig“.


    Zur Rückſeite: Da ſo ein Paten-Wunsch chriſtlich motiviert iſt, überlege ich, ob die vier Buchstaben auf der Rückſeite nicht eine Abkürzung lateiniſcher Worte eines chriſtlichen Segens ſind. Es könnte ſogar viermal das große “F” ſein.

    Hat hier jemand eine Idee?


    Da bei dieſem Schriftſtück es ſich nicht wirklich um einen „Faltbrief“ handelt, iſt dieſe Frage erledigt, aber die Reihenfolge der Faltung läßt mir keine Ruhe, zumal ſie der Schlüſſel zur Reihenfolge der Buchſtaben ſein könnte. (Es müſſen hier nicht unbedingt alle vier Buchstaben das große “F” darſtellen! Was leſt Ihr?)


    Wie immer bin ich geſpannt auf Eure geſchätzte Meinung!

    Liebe Freunde alter Schriften!


    Wie oft quält ſich unſereins durch Gerichtsakten, Kaufverträge, Mahnungen uſw.


    1. Da hat man mal was Schönes und vielleicht Nettes in der Hand und kann es nicht komplett leſen und man weiß nicht mal, ob es ein Liebesbrief oder eine Fürbitte iſt, da man bei dieſem kurzen Text gerade mal die Hälfte entziffern bzw. verſtehen (die letzten vier Zeilen) kann.


    2. Sehr intereſſant finde ich die Faltung des Ganzen. War dies nur ein Zettel, den man lediglich gefaltet und diskret überreichen laſſen hat? Oder war es ein Briefchen, der zum Schluß geſiegelt wurde, von dem leider keine Spur zu erkennen iſt?

    Kann hier jemand die Reihenfolge der Faltung wiedergeben? Leider habe ich nicht das Original, um dies zu rekonſtruieren. Intereſſant finde ich mittig auf der Rückſeite die vier Kürzel, die eventuell die Faltung erklären.


    Jetzt ſeid Ihr dran!


    Der Text:


    Nim Liebes-Betgen Hin Walz ich die

    Heit dhu Schenken dabey die deiner Tauff

    und Meiner Slatgetencken diegabe ist

    zwar klein die Gnate aber groß

    doch wisess ich dies dabey Mach mich

    von Sinten lass dieses winschet

    von Hertzen


    Sigl Syorthon

    den 27ten Märtz

    1817.


    Christianna Soffia Schmidtin

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    Recht ſchönen Dank, Angemeldet!


    1.) S. 258 – „Braut Gesang“

    Dieſe Stelle bleibt nach wie vor rätſelhaft. Wahrſcheinlich müßte hier ein „waſchechter“ Öſterreicher ran, um dieſe zu klären.


    2.) S. 259-d – „Für die Ehefrauen“

    „Clatschereyen“

    Dieſe Stelle iſt ſomit geklärt.


    3.) S. 261 – „Der sonderbare Brautwerber“, Teil 2

    Dies iſt für mich auch geklärt: „fromgesint“ statt „ferngesint“; in der Bedeutung von fromm lebend.


    4. ) S. 263 – „Der sonderbare Brautwerber“, Teil 1

    … sie ist sehr eingezegen u sittsam, betet gern …

    Ich vermutet hier „eingezogen“, im Sinne von ſehr beſcheiden und ruhig.


    ... Ja Vater! versetze der Bur! wie soll ichs ….


    Hier denke ich, iſt "versetze" oder „versatze“ für „antwortete“ der Bur/Bauer; in dieſem Fall der Sohn.


    5.) S. 268

    Das Wort „schilt“ iſt für mich noch nicht eindeutig, aber dem Inhalt der Strophen ſind wir hier ſchon näher gekommen.


    Auch recht ſchönen Dank, daß du mich auf kleine Schreibfehler aufmerkſam machst Die ſchleichen ſich leider immer wieder ein - trotz mehrfachen Korrekturleſens. So was nenne ich kritiſche Durchſicht!


    Hat jemand noch ein paar Ideen?

    Hallo alle Miteinander!


    Nochmals recht ſchönen Dank an alle, die mir bei den bisherigen Übertragungen, beſonders auch beim Inhaltlichen, geholfen haben!

    Ich ſtelle wieder mal einige unklare Leſeſtellen aus dem Haushaltsbuch zur Diskuſſion. Zum Einleſen zeige ich größere Textpaſſagen.


    Hier geht es um die ſchönſten Seiten des Buches. Die Schreiberin ſammelte ein paar Hochzeitsreden, - lieder und kleine Geſchichten. Da ſie aktiv den Gottesdienst beſuchte (vielleicht auch im Kirchenrat war), ſpielte das Kirchenleben für ſie eine große Rolle.


    Wie immer ſteckt hier eventuell auch österreichiſcher Volksmund mit drin. Intereſſant für mich ſind auch Erklärungen zu den Wörtern.

    Unklare Leſesſtellen wurden gelb und in der Bedeutung nicht verſtandene wurden blau hinterlegt.


    Auf Hinweiſe und Ergebnisse bin ich wie immer ſehr geſpannt!


    1.) S. 258 – „Braut Gesang“

    Die Strophe 8 verſtehe ich inhaltlich ſo; daß es um die chriſtliche Erziehung der Kinder geht, jedoch was ſteht hinter dem Wort „christlich“: „aufzirge“ oder „aufzimge“?


    7.

    Heuet ein Jahr werm mir sagen, is die

    Hochzeit gwest da, und jetzt rennendt

    der Braut, die klein Kinder schon nach.

    8.

    Schickt euch Gott Kinder, nehmts Ihrs an

    als Geschenk dünks ist christlich aufzirge

    seits auf dß nun gedenkt.

    9.

    Da beklang sich oft Ältern, dß Kinder, nicht

    folge ist in eun oft d Schuld, wers in Bum

    zu spat birgen.


    2.) S. 259-d – „Für die Ehefrauen“

    Hier handelt es ſich um ein Hochzeitsgedicht, das in einfacher Versform geſchrieben wurde. Inhaltlich iſt die vorletzte Zeile klar (Tratſchen, Klatſchzunge), jedoch kann ich die gekennzeichnete Stelle nicht eindeutig leſen. Handelt es ſich um ein oder um zwei Worte?


    Dein Wille, Weibchen, merk es fein,

    Muß nun des Gatten Willen seyen,

    Sprich nicht! Wir Weiber sind zu schwach,

    das schwächern gibt am leichsten nach

    Hats Mänchen oft den Kopf zu voll,

    Mach ihn durch Widerspruch nicht toll,

    Geh, ihm liebkoßend um den Barth.

    Nur schmeichle nicht nach Katzen Art,

    Ein freundlichs Wort zu rechten Zeit,

    Hat manchen Unmuth oft zerstreut

    ein Händedruck, mit Kuß ein Blick,

    Bringt frohe Launen oft zurück,

    Auf Klatschen eynen höre nie,

    Denn nichts als Ehezwist stiften sie


    3.) S. 261 – „Der sonderbare Brautwerber“, Teil 2

    Hier geht es um den Begriff „ferngesint“ (Teil 2) und um zwei unſichere Leſestellen (Teil 1).

    Nicht wundern, daß erſt Teil 2 und dann Teil 1 folgt. Die Schreiberin hat einfach leere Seiten genommen und dabei nicht auf die Reihenfolge geachtet.


    dich besonnen. Meine Ältern ists recht, u mir ists auch recht, ich

    will dich heirathen; sagte sie halblaut u etwas verschämt.

    So seys Gott gedankt, rief er erfreut! Jetzt ist alles recht

    gerade so, wie es der Vatter will. Jetzt behüth dich Gott,

    ich muß geschwindt nach Hause u es den Vatter sagen.

    Gelobt sey Jesus Christus. Darauf erwiederte sie:

    Ey, so warte ein wenig, bis ich hinab kome, ich will dir

    etwas zu essen u zu trinken geben. Nein, nein, bleib

    du nur droben, ich hab nicht Zeit, ich muß gehen. Behüth

    dich Gott. Damit eilte er fort, u nahm wieder den

    Rosenkranz in die Hand. Bald wurde Hochzeit

    gehalten. Bräutigam u Braut, beydte nicht beflekt

    von jenen Ausschweifungen, welche leider oft so

    vielen Ehen veranzugehen pflegen, beyde un-

    verdorben an Leib u Seelle beyde gesund u kraftvoll

    beyde gleich ferngesint, wurden die glücklichsten Eheleute.


    4.) S. 263 – „Der sonderbare Brautwerber“, Teil 1

    deinen Rath, ich bitte Dich, der Vatter besan sich

    eine Weille, und ließ, wie es schien, die heiratsfähigen

    Jungfrauen der Gemeinde von seinen Geistesauge vor-

    übergehen, um die Beste von Ihnen auszuwählen, und

    sagte endlich. Die N. N. dort in den Haus dß du siehst

    wäre für dich die tauglichste. Sie ist ein recht gutes Kind

    gegen ihre Ältern, sie ist sehr eingezegen u sittsam, betet

    gern und, was für uns auch eine Hauptsache ist, sie kann

    alle weiblichen Arbeiten recht gut, u arbeitet auf den

    Feld wie ein Mann. Nebst dem hat sie auch ein ordent-

    liches Vermögen zu erwarten, schau also dß du sie

    bekomst. Ja Vater! versetze der Bur! wie soll ichs

    machen was soll ich sagen? Lachend erwiederte der


    5.) S. 268


    In der katholiſchen Kirche kenne ich mich nicht ganz aus, jedoch haben hier die Mädchen eine neue Altersſtufe erreicht, was ſich auch in der Haar- und Kirchentracht widerſpiegelte. Die hinterlegte Stelle verſtehe ich inhaltlich nicht eindeutig.


    Wohl tritst du nun,

    In ernsten Frauen Kreise,

    Die Mürthe schmükt zum letzmahl dein

    Haar

    Du turdelst nicht mehr

    Nach der Mädchen weise

    Und nimst jetzt Abschied

    Von der Jungfrau Schaar

    Doch blickst du künftig

    Ernst in unsern Reihen

    Schilt unsern Freuden

    Dan nicht leeren Wahn

    Den die Erinnerung

    Wird die Bilder zeugen

    Und lächelnd sagen

    O! denkt du noch daran.

    Wie jetzt bekannt wurde, iſt das geplante Jahrestreffen des BfdS in Goslar auf Grund der unſicheren Lage im Mai 2020 abgeſagt worden. Alle Mitglieder werden noch ſchriftlich benachrichtigt.


    Überraſchend kommt dieſe Nachricht nicht.


    Dieſes geplante Treffen wird auf das Jahr 2021 verſchoben und es bleibt bei Goslar.


    Ich habe voriges Jahr in Kassel das erſte Mal an der Jahresverſammlung teilgenommen. Als noch neues Mitglied im Bund habe ich die Erfahrung gemacht, daß ſich hier nicht etwa Schriftexperten treffen, deren fachliches Kauderwelſch man nicht verſtehen kann, ſondern Schriftfreunde, die sich fachlich austauſchen.


    Das Jahrestreffen des Bundes ſteht jedem, auch Nichtmitgliedern offen - und es lohnt ſich! Es ist für mich genausſo wichtig, wie dieſes Forum!


    Der neue Termin wird rechtzeitig veröffentlicht und vielleicht iſt im nächſten Jahr manch Forenmitglied mit dabei.

    Hallo Angemeldet!


    S. 248


    Bei der „Florentiniſchen Keigl Wurzl“ wäre ich nie auf ein „V“ gekommen. So habe ich noch kein „V“ geſchrieben geſehen!


    Und hier macht ſich immer wieder eine gute Recherche im Netz bezahlt!


    S. 254


    Hier gehe ich mit allen drei Vorſchlägen mit, was auch immer Fuchsſchmalz ſein ſoll!


    „Nierenes Brandſchmalz“ und „gebraucht“ hätte ich eigentlich leſen müssen, zumal „gebraucht“ ſich vom Inhalt ergibt.


    S. 256


    Es kann nur „Frauen“ heißen; geht man Buchstabe für Buchstabe durch, auch paſſt es inhaltlich.


    „Dß Regle den Frauen“. Dieſer Schlußeintrag iſt vermutlich im Nachhinein vorgenommen worden, da hier eine andere Tinte verwendet wurde. Allerdings iſt dies ein merkwürdiger Satz, da vermutlich zwei Gedanken vermiſcht wurden (Regle den Wechſel und ist gut für die Frauen).


    S. 251


    Offen bleibt noch „Tracopunter“. Ich vermute hier einen Kräuterlikör, irgendeine lokale Spezialität.


    Angemeldet - Nochmals recht ſchönen Dank!

    Hallo alle Miteinander!


    Ich ſtelle wieder mal einige unklare Leſeſtellen aus dem Haushaltsbuch zur Diskuſſion.


    Hier geht es um einige geſammelte Rezepte, die mitunter ſehr fragwürdig ſind. (Damit niemand auf die Idee kommt, dieſe Rezepte ſelbst zu miſchen, werden ſie hier nur auszugsweise wieder gegeben.) Wie immer ſteckt hier eventuell auch österreichiſcher Volksmund mit drin. Intereſſant ſind auch Erklärungen zu den Wörtern.


    Unklare Leſesſtellen wurden orange geſchrieben.



    S. 248


    Rezept für die Gicht


    Sennf, Blätter ohne Stingel 4 Loth


    Sasabarila Wurzel 2 Loth


    Hermordafel Wurzl 2 Loth


    Florendinische Keigel Wurzl 2 Loth


    Leberkraut Wurzl 2 ½ Loth


    Himmelbrand Blüthe 2 ½ Loth


    Engelfüß 1 Loth



    S. 251


    Ein Brobates mittel


    weiße davon weg, dan gibt man ein 3 Kreuzer Safran


    und 3 Kreuzer Gimpfer um 3 Kreuzer gestoßene Sauniglwurzen


    auch nimt 1 großen oder 2 kleine Krebsen stoßt


    selbe in einen Mörscher, bratet es in ungesalzenen


    Schmalz, dß rothe scheümt man ab, dß reine


    gibt man dazu. Man muß während der Zeit


    einen Trakopunter trinken zum Blut


    reinigen und der Fuß wird geheilt.



    S. 254


    Bauch Salbe. 1885.


    Schwartzwurzensulfen, Sauniglwurtzen


    Hulfen, Hüchsschamltze ungewaschene


    Butter und Riennensbrand-


    schmalz, beides verkochen, und


    dan läst man es ankühlen, hernach


    vülle es die Tigl, und wen es


    gebreinht wird nimt man nur einen


    kleinen Theil heraus zum einschmirn



    S. 256


    Salver, tausendgüldenkraut und


    Kolombawurzen absieden als Thee getrunken


    ist gut für den Wechsel. dß Regle den


    Faunen.



    Wie immer bin ich geſpannt und für jeden Hinweis dankbar!

    Recht vielen Dank an PeterWiegel für dieſe Erklärungen. Der Schwerpunkt meines Schriftintereſſes liegt bei den Schreibſchriften. Bei Druckſchriften liege ich noch ganz am Anfang.


    Gebrochene Schriften richtig einzuordnen fällt mir immer noch ſchwer. Ich liebäugel zwar mit dieſer und jener Schrift für den heimischen Rechner, bin aber trotzdem noch am Suchen.


    Ich kenne die digitaliſierten Schriften der heimiſchen Anbieter und habe auch das „Handbuch der Frakturſchriften“ durchkämmt. Aber leider habe ich nicht dieſe Schrift, auch eine annähernd ähnliche, finden können.


    Schade. Die beſagte „Zierſchrift“ ist wirklich eine Augenweite. Sie würde jeden lyriſchen Text noch um einiges aufhübſchen. Es wäre zu ſchön gewesen, wenn es sich um eine Druckſchrift gehandelt hätte, die bereits digitaliſiert worden wäre.

    Zunächſt noch einen Nachtrag zu meinem vorherigen Beitrag:

    Ich hatte vergeſſen zu ſchreiben, daß die Rede mit Sicherheit von einem Lehrer verfaßt worden iſt, der dieſe Schrift noch gelernt hat.


    Dieſe Rede ist typiſch für die DDR. Inhaltlich will ich ſie nicht werten. Aber wie immer und überall klaffen Anſpruch und Wirklichkeit voneinander.


    Einige unklare Leſestellen beim Tranſkribieren bleiben aber.


    Auffällig iſt, daß das große „B“ wie ein kleines „b“ wirkt. Vergleicht man aber ein Wort mit kleinem „b“, ſo findet man einen ganz kleinen Unterſchied. Beim erſten Lesen glaubte ich noch, daß dem Schreiber Rechtſchreibefehler unterlaufen ſind.


    Was man nicht alles zuſtande kriegt, wenn man ſich nur Mühe gibt. Danke noch mal für den Screenſhot-Tip. Da habe ich einen Tag rumgefummelt, bis ich die angehangenen Dateien fertig hatte. Vielleicht kannſt Du ja was damit anfangen.

    Mir iſt persönlich nichts bekannt. Jedoch war im Tafelwerk der DDR (Sammlung von Tabellen und Formeln) das Sütterlin-Alphabet in den 1970er Jahren noch abgedruckt (auf einer linken Seite ganz unten; ich habe es noch deutlich vor Augen); in den 1980er Jahren verſchwand es aber. Das Tafelwerk hatte hauptſächlich in Chemie, Mathematik und Phyſik Verwendung. Es wurde aber nie das Sütterlin-Alphabet ſeitens der Lehrer auch nur erwähnt. Es ſpielte im Unterricht keine Rolle.


    Ein Freund von mir hat eine handſchriftlich ausgearbeitete Rede zum „Tag des Lehrer“ von 1953 in Sütterlin zur Diskuſſion geſtellt, da ſich für ihn einige unleſerliche Stellen darauf befanden. Das kann ich leider nicht hochladen, da dieſe Datei in WortPad und obendrein zu groß ist.