Beiträge von mingo28

    mingo28 hat einen neuen Termin erstellt:

    mingo28 hat einen neuen Termin erstellt:

    mingo28 hat einen neuen Termin erstellt:

    Ich muß ja zugeben, daß meine Fragen im Forum oftmals über das Übliche hinausgehen. Auch muß ich damit rechnen, daß ſich keine eindeutige Löſung finden läßt.


    Die aufgeliſteten Gleichniſſe treffen inhaltlich den 2. Teil ſehr gut, was zum Verſtändnis des Spruchs wichtig iſt.

    Was nun „Horwinde“ betrifft, kann ich mich bei den vielen Deutungsverſuchen, als auch den ſinnhaften Varianten nicht entſchließen.

    Es war möglicherweiſe ein perſönlicher Spruch, den kein anderer verſtehen konnte und ſollte, als der Schreiber ſelbst.


    Nochmals recht ſchönen Dank!

    In dem öſterreichiſchen Haushaltsbuch befinden ſich einige Zeilen, worin es vermutlich um einen Zauberſpruch geht. Hier kenne ich weder die genaue Schreibweiſe noch die Bedeutung des erſten Wortes. Und es iſt unklar, ob die Zeile "Jeſus ..." am Ende dazu gehört.


    Horwinde ich trage dich, in einen wilden

    Wald, wo kein Hahn nicht kraht, und kein

    Mann nicht maht, u kein Kind geboren

    wird, dß geschehe


    Jesus, Nazarrenus, Reks, Judioran


    Vier Erklärungsverſuche:

    1. Der Name „Horwinde“, „Harwinde“ oder „Herwinde“ könnte ſlawiſchen Urſprungs ſein, da „Winde“ gleich „Wende“ heißt, gleichbedeutend für „Sorbe“. Die Zeile ganz unten „Jesus ...“ gehört vermutlich zum Zauberſpruch, was eine Vermiſchung von Heidniſchen und Chriſtlichen bedeuten würde.

    2. Es kann aber auch eine ungeliebte Perſon gemeint ſein, die in den Wald fortgeſchafft werden ſoll; zumindeſt gedanklich. Dann wäre der Spruch aber ſchon etwas gruſelig.

    3. Die weitere Deutung wäre, daß es „Hör Winde“ heißen könnte. Die Feder wurde beim Schreiben von zwei Worten nicht abgeſetzt und ſomit zusammengeſchrieben, was im Buch häufig vorkam. Der Wegfall der Striche über dem „o“ könnte auf Dialekt zurückzuführen ſein; wie eben beim Wort „kraht“ ſtatt kräht oder „maht“ ſtatt mäht.

    Bei dieſer Verſion könnte ich mir aber inhaltlich keinen Reim draus machen.

    4. Eine andere Deutung ſteht für „Horwinde“. Dieſe Bezeichnung habe ich für „abgehende Darmwinde“ im Netz gefunden, dann wäre es aber kein Zauberſpruch mehr.


    Was haltet Ihr davon?

    Ich hatte mir mal ein Kalligraphie-Set zugelegt. Von den mitunter exotiſch ausſehenden Stahlfedern war eine geradezu unſchlagbar. Der Tintenfluß war gleichmäßig, kein Kleckſen, die Feder kam mit der ſchwierigſten Tinte zurecht. Und ich konnte zwei bis drei Zeilen ſchreiben, ohne ins Faß zu tunken.


    Nach dem Schreiben habe ich die Feder abgeſpült und trocknen laſſen.


    Jetzt macht ſie mir aber Schwierigkeiten: obwohl kaum abgenutzt, nicht überſtrapaziert durch Druck oder ſchlechten Papier muß ich öfters Buchſtaben nachſchreiben.


    Weiß jemand noch Pflegetips? Ich könnte mir vorſtellen, daß zu Zeiten als die Stahlfedern aufkamen, dieſe mancher Prozedur unterworfen wurden, um ſie länger im Gebrauch zu haben, bevor ſie zur Maſſenware verkamen.

    mingo28 hat einen neuen Termin erstellt:

    Vom Staatsbetrieb Sachſenforſt aus dem Freiſtaat Sachſen habe ich eine Broſchüre über „Steinkreuze, Forſtgrenzſteine und andere kulturhiſtoriſche Sachzeugen“ erworben. Darin ſind u.a. ſchöne Beiſpiele zu Schrifttafeln, Wegeſäulen und Felſinſchriften in der Sächſiſchen Schweiz vertreten. Und ſchließlich, für mich intereſſant, wurden drei Beiſpiele von Hausmarken vorgeſtellt, denn ſo bezeichnet man den architektoniſchen Schmuck an Türbogen oder Häuſern. Zitat: Man verſteht darunter Berufs- oder Handwerkszeichen, mit denen der Hausherr seine Tätigkeit kundtat. Mitunter hat ein ſolcher Schmuck auch einen religiöſen Hintergrund.“


    Die wikipedia bezeichnet die Hausmarke auch als Hauszeichen oder Handgemal, die ein Eigentumszeichen, ſpäter Sippenzeichen, das außen an Haus, Gebäuden und Gegenständen angebracht ist. Urſprünglich handelt es ſich um Steinmetzzeichen verwandte einfache graphische Ritzſymbole. Hausmarken ſind wegen der fehlenden Tingierung (Farbgebung der Wappen) keine Wappen, können aber in Wappen verwendete Figuren und Symbole ſein.


    (Ich will aber nicht den ganzen Eintrag hier widergeben.)


    Hier finde ich völlig neue Denkanſätze. Ich halte Euch auf den Laufenden.

    Neugierig wie ich bin, habe ich mit den Besitzern gesprochen. Sie hatten das Gehöft vor ca. 10 Jahren gekauft. Sie hatten jedoch keinerlei Kenntnisse von den Vorbesitzern. Das halbe Dorf war im 18./19. Jhd abgebrannt einschließlich aller kirchlichen Unterlagen.


    Ich könnte mir eine Art Schutzzeichen vorstellen - das Böse soll draußen bleiben.

    Und der Gedanke, daß es ein Willkommensgruß/Übernachtungsmöglichkeit ist, gefällt mir auch.

    Hallo AN!


    Und wieder iſt dank Deiner Hilfe ſcheinbar Unlösbares erklärt worden. Ich habe Deine Vorſchläge gründlich überprüft und bei den Bildern 1, 3, 4 und 6 ſind die Erklärungen eindeutig.


    Der Begriff der „Bauchtrissen“ bleibt mir noch etwas nebulös, jedoch kommſt Du hier mit Deiner Erklärung der Bedeutung recht nahe. Man darf nicht verkennen, daß ſolche Begriffe durch den Volksmund und nicht unbedingt von einem Apotheker oder Arzt Verbreitung fanden.


    Bei Bild 2 denke ich, das dies ſo ein Beiſpiel dafür iſt, wo die Schreiberin bei einem ſchwierigen Wort überfordert war. (Das geht den Menſchen wie den Leuten!)


    Letzende werden bei dieſem Haushaltsbuch hier und da doch einige Lücken bleiben. :(


    Fortsetzung folgt!

    Hallo frasch!

    Ich lese die beiden Ortsnamen genauso. Die befinden sich beide in der Lausitz, aber sie liegen weit auseinander.

    Ist es möglich, daß ein anderes Neukirch gemeint ist? Vielleicht eins, welches heute ein Stadtteil von Königsbruck ist?

    Den fehlenden Namen würde ich "Rietscher" lesen.

    Teilen die Anderen dies?

    In dieſer Geſchichte aus Öſterreich wird der nicht ernſt zunehmende Vergleich von Mädchen mit Faſchingskrapfen unternommen. Möglich, daß solche Geſchichten anläßlich von Familienfeiern erzählt wurden. Vielleicht machte man ſich auch nur moraliſche Gedanken über die Jugend.


    Beim fraglichen Wort leſe ich „Senele“. Hierbei könnte ein Gefäß gemeint ſein, da man die Krapfen nicht dort, ſondern in Kufen eintunkt.

    (Hinweis: Kufen sind Fäſſer oder Bottiche.)


    Alt gebackene Krapfen tunkt man gerne, statt

    Senele in Kufen ein, altgebackene Mädchen baden

    sich auch gerne in Kufen. Beym Krapfenbacken komt


    Hat jemand eine Idee?

    Leider kann ich zur Entzifferung des Kircheninventars ſelber nichts weiter beitragen. Ich habe einer Pfarrerin die Liſten vorgelegt, die leider nicht viel dazu ſagen konnte, da es ſich um das Inventar einer katholiſchen Kirche handelt.


    Sie gab mir folgende Erläuterungen mit Links, die eventuell weiterhelfen könnten:


    Ampulleinn -> https://fwb-online.de/lemma/ampel.s.1f

    Chor Hemben -> https://de.wikipedia.org/wiki/Liturgisches_Gewand

    -> https://de.wikipedia.org/wiki/Chorhemd

    Corporall -> https://de.wikipedia.org/wiki/Korporale

    https://de.wikipedia.org/wiki/Liturgische_Farben -> verschiedene Tücher und Vorhänge -> in der evangelischen Kirche heute als Paramente bezeichnet.

    Ein kleiner Nachtrag


    Ich verſuche schon gar nicht mehr, die Sonderregelung des „s“ beim Wort „transkribieren“ zu verſtehen, nachdem ich folgendes gefunden habe:


    Aus „Vollſtändiges Orthographiſches Wörterbuch für die Schule“ von Dr. Konrad Duden, 1883:


    Subſtantiv: Transſkription Verb: transſkribieren


    Da hatte mein Lehrer doch recht gehabt.


    Der Duden, ein von mir geſchätztes Werk, konnte damals wie heute für Verwirrung ſorgen.

    Hallo alle Miteinander!


    Aus dem beſagten Haushaltsbuch habe ich heute wieder einige unklare Stellen zur Entzifferung bzw. zur inhaltlichen Deutung zuſammengeſtellt.

    Es handelt ſich um vermeintliche Rezepte gegen allerlei Gebrechen.


    1.) S. 270

    Ein gutes Zahnpulfer.

    Man nimt 1 Lth gestoßene u gesiebte Salbeyblätter

    1 Lth zur Kohle verbrante Brodrinde 1 Qutl Wein-

    stein Rahm, u 1 Qutl gute Mirchen, stoßt dieses zu

    einen feinen Pulfer u mischt es gut unter ein-

    ander. Dieses Zahnpulfer ist nicht nur ganz vorzüglich

    für die Glaßen der Zähne, sondern auch selbst für

    dß Zahnfleisch. Man gebraucht es troken, vermittelst

    eines Stücken Waschschwames, oder auch um des Fingers.


    Was ſind „Mirchen“?


    2.) S. 271

    Nim Fuvtiestupt u gib täglich 2 bis 3 mahl

    einen Löffelvoll, 8 u 14 Tag fon den Wurf

    für dß derbeißen der Fadtle.


    Dieſes Rezept iſt für mich ein Rätſel, da ich weder das 2. Wort leſen kann, noch weiß ich, wobei es in dieſem Rezept ſich handelt.


    3.) S. 273

    Mittel gegen Zahnweh

    Der hohle Zahn wird gereinigt, u in die Höhlung ein

    wenig mit Kollodian gesättigten Asbest, wozu man noch

    etwas Markeum fügt gesteckt. Die Masse wird

    bald fest, verschließt den Zahn vollkomen, und

    stilt die Schmerzen.


    (Anmerkung: Kolloidal ſteht für ſehr fein in einer Flüſſigkeit oder Gas Verteilten.)


    Leſe ich richtig: Markeum bzw. was iſt das für ein Zeug?


    4.) S. 274

    Nutzen der Zwiebeln.

    Während einen ansteckenden Krankheit soll man

    kruzem Zwiebl essen, weil er dß Krankheitsgift in sich

    aufnimt, daher ist es sehr gut, wen man in die

    Krankenzimer täglich neue Zwiebeln legt. Auf diese

    Weise, wird die weiter Verbreitung der Krankheit

    verhindert.


    Das Adjektiv zu Zwiebeln kann ich nicht leſen.


    5.) S. 275

    Einen Fliegenschwam in Wasser gekocht, u dan

    getrunken ist gut für die Geschwächten Leibe

    u auch für die Bauchtrissen


    (Anmerkung: Mit „Fliegenschwam“ könnte der Fliegenpilz gemeint ſein.)

    Auch hier iſt es unklar, um was für ein Rezept es ſich handelt, aber was zum Teufel ſind Bauchtriſſen - wenn ich es richtig geleſen habe.


    6.) S. 279

    Für die Heiserkeit des Halses.

    Brate etliche Feigen schneide solche

    entzwey, drücke es in gestoßene Gewürznagl

    u esse es morgens nüchtern.


    Bei diesem Gesundheitstip würde „Feigen“ einen Sinn machen, jedoch iſt das große „F“ nicht eindeutig, das kleine „i“ hätte einen Bogen zuviel und die Endung „en“ hängt nicht an der erſten Silbe dran. Das Wort wäre nicht eindeutig.


    Silbert Essig ist von den Schanen.


    Hier ein Haushaltstip, den ich nicht ganz verſtehe. „Schanen“ wurde in Latein geſchrieben und der vorletzte Buchſtabe hat einen Bogen, den ich mir nicht erklären kann.


    Wie immer bin ich auf Eure Deutungen geſpannt!