Beiträge von Mulan

    Tolle Leiſtung! Und ich denke , es iſt alles richtig.

    Der Text iſt gewiß schon sozialiſtiſch angehaucht. Das hält ſich aber noch ſehr in Grenzen. Ich glaube, daß der Text eher von der noch ziemlich neuen Zeit und vor allem vom Frieden geprägt iſt, wo noch nicht ſo ſehr Parteichineſiſch die Sprache bei Reden regierte. Der Krieg war erſt vor kurzem, und das Neue war noch frisch und hoffnungsvoll.

    Oh ja, ich kann mich auch erinnern. Ich glaube oder hörte mal, daß dieſe Schrift in der Vektorrechnung verwendet worden iſt bis irgendwann. Denn irgendeinen Grund muß es ja gehabt haben. ...

    Ließe ſich dieſe Datei nicht als PDF ſpeichern? Dann könnte man dieſe ja am Bildſchirm vergrößern und die Schnappſchuß-Funktion nutzen. Damit kann man dann wieder eine Bilddatei herſtellen. ... Oder einen „Screenshot“? Oder mit dem Handy ein Foto? Es gibt ſicher einen Weg. Hauptſache man kann es gut erkennen.

    Vielen lieben Dank!

    Dann liegt es wohl in der Tat nahe, das mit einer Verwendung der deutſchen Schrift bis in die 60er eher ihre allgemeine Verwendung gemeint iſt. Ich kenne derlei Karten auch. Und ich erinnere mich an ein Gerichtsprotokoll aus den 70ern, wo der Protokollant eine ausgefeilte Schreibe hat, in der er die eine oder andere Steno-Form für g oder -ung verwendet hat. ...

    Danke!

    Hallo,

    kann mir jemand ſagen oder am beſten belegen, ob die Ausſage zutrifft, daß in der DDR Sütterlin bis in die 60er Verwendung fand? Unklar iſt dabei natürlich, ob das in Lehrplänen verankert war oder damit nur die alltägliche Verwendung ſeitens derer gemeint iſt, welche dieſe Schrift noch gelernt hatten. Wer kann aus Erfahrung berichten, ob er oder ſie in der Schule (ab 1949 bis in die 60er) dieſe noch gelernt hatte? In Deutſch, in Kunſt, in Schönſchreiben ...? Kennt jemand Literatur oder andere Quellen, wo das vielleicht ſteht?

    Eine Anfrage beim Bund für deutſche Schrift brachte leider auch keine Antwort. Vielleicht iſt das noch nicht erforſcht.

    Für hilfreiche Antworten wäre ich außerordentlich dankbar.

    Danke für die Rückmeldung.

    Kann mir aber jemand ſagen, warum die Bayern 1955 von der gefälligeren Koch-Hermersdorfer zur häßlicheren* "Verkehrsſchrift" von 1934/35 (oder war's in Wahrheit doch die "Volksſchrift" von Schemm?) gewechſelt ſind?


    * s. "Die Deutſche Schrift" Nr. 69/1983 S. 29

    Guten Morgen!


    Ich weiß nicht, ob es ſchon behandelt worden iſt in dieſem Forum. Gefunden habe ich erſt mal nichts. …


    Ich möchte alle Kundigen fragen, ob es hier im Forum oder auch in der Literatur detaillierte Unterſuchungen gibt, welche Auskunft geben, in welchen Zonen, Bundesländern oder Ländern bzw. Bezirken ſeit Kriegsende trotz fehlender Begeiſterung ſeitens der Alliierten und deutſchen Politiker in Oſt und Weſt zum Gebrauch von Sütterlin und Co. gekommen iſt, d.h. vor allem im Schulbereich aber auch außerhalb. Von Bayern weiß man ja, daß man 1950-1955 die Koch-Hermersdorfer als 2. Schulausgangsſchrift lehrte, bevor man ab 1955/56 bis 1971 die „Verkehrsſchrift“ von 1934/35 oder eine daran angelehnte Schrift anſtelle dieſer einſetzte. Natürlich wüßte ich gern, wie die Richtformen etwa in Bayern denn nun tatſächlich ausgeſehen haben, da v.a. hinſichtlich der „Verkehrsſchrift„ es verſchiedene Verſionen im Netz zu geben ſcheint.


    Irgendwo las ich vor einiger Zeit, allerdings ohne daß es konkret wurde, daß es (irgendwo) ſogar bis in die 80er ſo geweſen ſei. Gab es das?


    Und es gibt z.B. auch Publikationen, die eine Bemühung vermuten laſſen, dieſe Schriftgattung in anderen weſtdeutſchen Bundesländern in den Schulbetrieb zu integrieren.


    Mir liegen zwei Sonderausgaben des Oldenburger „Leuchtfeuers“ von 1954 vor, welche „in deutſcher Schreibſchrift für die Grundſchule“ von Hermann Rudolph ediert worden ſind. Sie ſind Ergebnis einer Initiative des Niederſächſiſchen Kultusminiſteriums v. 24.06.1950, indem von dort ein Erlaß erging, daß ſowohl die Fraktura als auch die deutſche Schreibſchrift in die Leſebücher aufgenommen werden mögen, damit die Jugend dieſes leſen könne, was aber eher wie ein Wunſch denn eine Weiſung ausſieht. Die Verleger hatten dann zwar die Frakturſchrift als Übungsſtoff in die Leſebücher augenommen, nicht aber die Schreibſchrift. Daraufhin hatte die Schulbehörde den Oldenburger Arbeitskreis „Leuchtfeuer“ gebeten, entſprechend die Lücke zu ſchließen, in deſſen Ergebnis die zwei Sonderausgaben zuſtande kamen. Durch Erlaß des Kultusminiſteriums v. 26.07.1954 (III/3230/54, Rechb. 144/54) wurden dieſe beiden dann auch für die Volksſchulen Niederſachſens genehmigt. Hier ſcheint die Koch-Hermersdorfer Schrift in Anwendung gekommen zu ſein. Wie lange und in welchem Umfange dieſe im Schulbetrieb Anwendung fand, weiß ich nicht.


    Dann gibt es da die von Hermann Bühnemann veröffentlichte Schrift „Kinder in fernem Land, In deutſcher Schreibſchrift, Kind und Welt, eine Jugendſchriftenreihe„ (Heft 33, Matthieſen Verlag, Lübeck / Hamburg 1964). In diesem Heft aus dem Hamburgiſch-Lübeck’ſchen Raume wurde demnach noch mindeſtens im Jahre 1964 eine Schrift verwendet, welche im Weſentlichen der Verkehrsſchrift von 1934/35 entſprach. Ob dieſes aber im Schulbetrieb integriert war, ließ ſich vorerſt nicht ergründen, war aber wohl für die Jugend gedacht.


    Dasſelbe betrifft auch die im Württembergiſchen erſchienene Broſchüre von Kurt Knittel (Lies Deutſche Schrift. Eine Einführung in die Deutſche Schreibſchrift. Verlag G. Braun, Karlsruhe 1952.) Hier kam ebenfalls die Koch-Hermersdorfer Schriftform zum Einsatz.


    Es ſcheint, daß tatſächlich ab ca. 1950 eine Zweiteilung beſtand, indem in Süd- bis Mitteldeutſchland weſtlich der Elbe eher die Koch-Hermersdorfer Schriftform Verwendung fand, während im Norden mehr die „Verkehrsſchrift“ von 1934/35 Grundlage war. In Bayern wurde dann aber, wie ſchon erwähnt, ab dem Schuljahr 1955/56 ebenfalls zu Letzterer gewechſelt, bis ſie 1971 dort ihr Ende fand.


    In wieweit es in der ſowjetiſchen Zone bzw. in der DDR zur Verwendung der deutſchen Schrift im Schulbetrieb gab, weiß ich bis dato nicht. Im DDR-Duden war zumindeſt bis zur 16. Auflage (bis 1975 nachgedruckt) das deutſche Alphabet zu finden. Bis zu dieſem Zeitpunkt wurden ſogar die ſeit 1942 erſatzweiſe unterſtrichenen s anſtelle des runden s der 1941 abgeſchafften Fraktura im Wortſchatz geſetzt. Das im Duden aufgeführte Alphabet wies gewiſſe Ähnlichkeiten mit der Koch-Hermersdorfer Schriftvariante auf, vereinzelt aber auch mit Sütterlin bzw. der Verkehrſschrift von 1934/35. Dieſes Alphabet ſpeiſt ſich anſcheinend aus verſchiedenen Formen der Kurrentſchrift, ſo jedenfalls mein Eindruck. Ob es in der ſowjetiſchen Zone bzw. ab 1949 in der DDR nur zu einer gelegentlichen Vermittlung dieſer Schriftart im Rahmen des Deutſch- oder Kunſtunterrichts gekommen iſt, ließ ſich erſtmal nicht feſtſtellen. Ich ſelber kann mich nicht erinnern, dieſe Schrift ſeit meiner Einſchulung 1968 für einen weiteren Gebrauch gelernt zu haben. Ich lebte damals im äußerſten Südweſten Thüringens, welches naher Grenzbereich war.


    Ich ſuche alſo nach dieſem zugegebenermaßen langen Text Informationen und auch entſprechende Alphabettafeln bzw. Abbildungen zu Richtformen wie auch Textbeiſpielen (iſt der Menſch doch auch ein viſuelles Weſen), beſtenfalls mit Quellenangaben, welche es ermöglichen, ſich ein möglichſt vollſtändiges Bild zu machen, wie genau es mit unſerer ſchönen alten Schrift nach dem Kriege bis in unſere Tage beſtellt war. Gibt es vielleicht auch perſönliche Erfahrungen? Oder weiß jemand noch Buchtitel ſolcher Lehrmaterialien? Hat jemand gar noch ſolches unter ſeinem oder ihrem Dache?

    Danke ſchon jetzt an alle, die ſich hier hoffentlich zahl- und hilfreich äußern.

    Nur das Trumpel würde heute noch sowas glauben (machen wollen). Alternative Fakten eben. ... Aber im Ernst: Da schwingt noch arg die Sache mit den Türken vor Wien nach.

    Leider wird die Annahme in vielen Köpfen, dass die Frakturschrift eine Nazi-Schrift sei (obwohl auch diese Opfer des Nazi-Wahns wurde), durch die jüngste STERN-Ausgabe befeuert, indem auf Titelseite und S. 4 auf blutrotem Grund in Weiß in einer der Mainzer Fraktur ähnlichen Schrift (ohne Ligatursetzung) fett "Ihr Kampf" bzw. "Angriff von rechts" steht. Ob meine Leserzuschrift an die Redaktion gelesen oder gar veröffentlicht wird, weiß nur Gott.

    Nachdem ich vor einiger Zeit kritisiert habe, daß in der Rubrik "Schreibschriften Kurrent" Texte eingestellt werden, die die Frakturschrift betreffen oder umgekehrt, stelle ich gerade fest, daß ich selbst gesündigt habe. Ich habe den Beitrag deshalb nochmal in die richtige Rubrik eingeordnet.

    Ich danke für die weitergehenden Ausführungen. ... Und was das Einstellen in diese Rubrik angeht, so trifft dies ja auch auf mich zu. Bitte um Vergebung - aber ich fürchte, dass ein Einstellen meines Beitrages in das richtige Forum dann nur eine unnötige Dopplung ist. Falls jemand von der Administration meinen Beitrag in die richtige Ebene stellen möchte oder könnte, wäre dies mir recht.

    Wäre es möglich, ein besseres Bild einzustellen?


    Vielleicht ein bisschen mehr wie folgt:


    <…>reünstigs u. drißlichs gedancke

    ... des Vampirs oder bluthsaug<…>

    unter den Türcke<n> <die> aussen

    gräntzen des Servier<...>

    Lebenden Menschen und <…>

    <d>as Bluth auß seug<en> <solchen>

    <n>ntworffen von Got…

    <Christo> ps. Harenberg

    1733. 8. Stüb

    Kleine Duden-Geschichte


    Der Duden für die deutsche Sprache wurde seit seiner ersten Ausgabe im Jahre 1880 bis einschließlich 1941 (12. Auflage) in Fraktur gedruckt.


    Dann kam jener verhängnisvolle Führer-Erlass, der mit einem Federstrich eine lange Schriftgeschichte beendete.


    Daraufhin wurde die 1941er Ausgabe im Jahre 1942 in Antiqua noch einmal nachgedruckt - aber mit dem "Hintertürchen" der unterstrichenen s anstelle des Schluss- bzw. Fugen-S..


    1947 erschien dann Auflage Nr. 13 als gesamtdeutsche in Antiqua, wieder mit dem unterstrichenen s.


    Die 14. Auflage folgte für die DDR 1951 und für die Bundesrepublik 1954, d.h. erstmals getrennt.


    Und hier wird's nochmal interessant.


    Während man im Westteil Deutschlands seit dem NS-Schriftverbot nur reine Antiqua finden konnte, wurde in der DDR ab 1951 mit der 14. Auflage im Antiqua-Schriftsatz sogar das lange ſ verwendet, d.h. sowohl im Wörterverzeichnis als auch im übrigen Text des Duden. Das war bis 1956 so gegeben.


    Während man im Westteil Deutschlands seit dem NS-Schriftverbot nur reine Antiqua finden konnte, wurde in der DDR ab 1951 mit der 14. Auflage im Antiqua-Schriftſatz ſogar das lange s (ſ) verwendet, d.h. ſowohl im Wörterverzeichnis als auch im übrigen Text des Duden. Das war bis 1956 ſo gegeben.


    Über die Gründe, warum man das in der DDR bis 1975 konnte, in der Bundesrepublik hingegen zu keinem Zeitpunkt, kann man nur spekulieren. Sah man sich im Westen daran gebunden, was bis heute nicht formell aufgehoben worden war, d.h. am Schrifterlass, oder war man froh, einen alten Hut abgelegt zu haben?


    Hatte das in der DDR mit der Überzeugung zu tun, zu den Siegern der Geschichte zu gehören und sich dann natürlich nicht an irgendwelche NS-Erlasse halten zu müssen? Oder hat man das Ganze im Osten einfach pragmatisch gesehen, vielleicht auch etwas entspannter hinsichtlich der Vergangenheit?


    Oder hat man einfach nur gerechnet, indem die Zahl derer, welche die deutsche Schrift noch regulär gelernt hatten, als schrumpfende und langsam zu vernachlässigende Größe ansah?


    Ab 1976 war es dann mit der 17. Auflage auch in der DDR endgültig vorbei mit irgendeiner Kennzeichnung der S-Schreibung, d.h. 31 Jahre nach dem Krieg und 35 nach dem bis heute nachwirkenden Kulturbruch der Nazis.

    Windows 10 / Ligafaktur 8.0
    Vielleicht klappt es nach Wahl des Sicherheitsmodus’ in Ligafaktur 8.0 besser mit dem Schreiben (Menü: Programmfunktionen, Sicherheitsmodus).[/quote]


    Heute habe ich die Version 8.1 getestet. Nach Aktivierung von Sicherheitsmodus klappt es jetzt anscheinend. Mir fällt nur auf, dass immer wieder der Cursor um einige Buchstaben kurz automatisch zurücksetzt, diese also ganz kurz löscht, um dann aber wieder sofort zur gewünschten Form zurückzukehren. Es klappt also.

    Hallo,
    Ich bestätige diese Erfahrung. Ich habe ebenfalls seit heute Windows 10 - und die beschriebenen Funktionsstörungen gibt’s auch bei mir. “Alle meine Entchen“ wird zu „e meinen“... Nach dem Schreiben unter deaktiviertem Ligafaktur kann ich umwandeln. Beim direkten Schreiben läuft es wie beschrieben. Ich hoffe, dass dieses Problem behoben werden kann.


    Danke schon im voraus


    Haiko

    Nun ja, ich wollte lediglich dich des Vergnügens des Erfolges und deiner eigenen Leistung nicht berauben. Hauptsache es macht Spaß, wieder etwas herausbekommen zu haben. Und glaube mir, je schwieriger ein Text ist, desto intensiver ist es, dieses Gefühl. ...

    Deine Leseleistung war schon recht gut.
    Hier meine Transkription 1:1 mitsamt Korrekturen, Bemerkungen usw.:


    Bricht die Rose[,]
    wenn sie Blühen[,]
    und wenn die Rosen
    Blühen so blüht auch
    dein Glück[,] und wenn
    du Rosen sihts [=siehst][,] so
    denk an mich zurü[ck]
    den[n*] Rosen und verg[iß]
    mein nicht[,] vergiß
    auch unsere Freu[n]d-
    schaft nicht[,] bis wir uns
    einstens wieder sehen
    und mit einander
    spazieren gehen.


    … Catharina Hahn
    1873


    * gemeint ist m.E. "statt"

    Auch diese Möglichkeit habe ich schon im Auge gehabt - sogar (mit viel Phantasie und mit Inkaufnahmahme eines finalen, unaufgelösten Schnörkels) Crischan (kenne ich aber nur mit K - und ich denke eher nicht, daß das ein C ist, denn ich halte es eher für ein E, dem jedoch ein winziges Detail fehlt, das ein E klar ausweisen würde) - das Problem ist einfach die Tatsache, dass aus irgendwelchen Gründen das Dokument nicht gezeigt wird, wie schon mehrfach erbeten, was ich irgendwie nicht nachvollziehen kann, da es dem Fragesteller doch sicher auch daran gelegen sein müßte, das Rätsel zu lösen. ...


    Hallo #uposta#!
    Bitte melde dich und hilf uns mit zusätzlichem, brauchbaren Scan, dann kann Dir bestimmt geholfen werden!

    Wie wärs, wenn du zunächst einmal die eigenen Ergebnisse bringst, um diese dann entweder zu bestätigen oder zu ergänzen? Vielleicht bist Du ja schon nahe dran?
    Der Text ist eigentlich recht einfach zu lesen, auch wenn er ein paar Orthographie-Fehler enthält. Inhaltlich würde ich es eher zu Poesiealben-Texten rechnen.