Womit schreibt man am besten?

  • Servus zusammen,


    ich gewöhne mir zunehmend an, dass ich Notizen einfach in Kurrentschrift schreibe, und da ist mir's im Prinzip relativ egal, welches Schreibgerät ich gerade verwende. Es geht inzwischen im Prinzip genauso schnell wie wenn ich in lateinischer Schrift schreibe. Da nehm ich auch den Kugelschreiber, wenn ich gerade nur den zur Hand habe. Ich habe aber auch einen Füller, mit dem sich natürlich schöner schreiben lässt. Mit einem richtigen Gänsefederkiel hab ich es noch nie probiert, aber das dürfte auch ein bisschen schwieriger sein bzw. man muss erst lernen, wie man mit einer Gänsefeder richtig umgeht. Aber wie man es auch macht... es macht einfach Spaß, und ggf. kommen schon mal Fragen wie: "Du schreibst aber seltsam, was ist das denn für ne Schrift?". Kennt ja kaum mehr einer!


    Alles Gute


    Max

  • Lieber Max!


    Im Verlaufe meines Lebens benutzte ich viele Schreibgeräte. Als Kind hatte ich eine Schiefertafel, die auf der einen Seite liniert und auf der andern Seite kariert war. Darauf schrieb man mit Griffeln, die so sehr kratzten, daß man während des Schreibens Hühnerhaut bekam. Später schrieb ich mit einem Federhalter (die Federn hießen Soennecken № 198). Mein erster Füllfederhalter mit Patronen war ein Pelikano. Das war im Jahr 1960!


    Heute ist mein liebstes Schreibgerät der Rotring Artpen.


    [Blockierte Grafik: http://www.plazaart.com/images/9537/Rotring%20Artpen%20gp.jpg]


    Die folgenden Strichstärken stehen mir zur Verfügung: EF, 0.9 (wird nicht mehr hergestellt), 1.1, 1.5 und 2.3 mm.


    Notizen schreibe mit einem Kugelschreiber von Caran d’Ache, meistens kurrent.


    Gruß von Leila

  • Unterwegs ins Notizbuch bevorzuge ich den Bleistift: Füller ist heikel, wenn die Notizen bei Regen in der Jacke stecken und Kulli - nun das muß nicht sein.


    Ich bin sehr zufrieden mit "Der perfekte Bleistift" von Faber-Castell: Clip, Spitzenschutz, Radiergummi und Anspitzer in einem Gerät zusammengeführt: Was will man mehr?

    Ich habe eine feste Meinung - verwirrt mich nicht mit Tatsachen!

  • Servus Leila,


    Schiefertafeln waren schon nicht mehr ueblich, als ich 1970 in die Schule kam. Wir haben unsere Uebungen gleich in den Heften gemacht. Damals hatte ich auch einen schoenen Schulfueller von Pelikan, schon mit Patronen. Bis zur 3. Klasse hatten wir auch noch Schoenschreiben, aber danach nicht mehr.


    Ja, mit einem guten Fueller geht es natuerlich am besten, ich denke, da werde ich mir wohl auch mal einen noch besseren zulegen. Aber der kostet auch Geld, und ich verliere Stifte aller Art immer sehr gerne und schnell. :D


    Alles Gute


    Max

  • Ich liebe ja die möglichkeiten, die einem die verschiedensten Eintauchfedern bieten. Ein durchschnittlicher Schulfüller kostet so 10€, dafür bekommt man schon 5-10 verschiedene Federn! Auch das Schreibgefühl ist schöner. Wenn es auch Füllter wie den Rotring gibt an seie älteren Geschwister kommt er für mich nicht ran.
    Alltagstauglich sind die allerdings (leider) nicht mehr, denn stellt Euch mal eine Vorzimmerdame, einen Studenten oder sonstwen damit vor.
    Im Alltag greife ich meist auf Bleistift, Kuli oder Copierstift zurück, mit Füllern bin ich meist unzufrieden.

  • Guten Abend, lieber MaxM!


    Ich berichte Dir etwas, das mir keiner glaubt, der mich nicht kennt. Anfangs der 1970er-Jahre ging ich in ein Schreibwarengeschäft am Zürcher Fraumünsterplatz, um einen Füllfederhalter zu kaufen. Das Fräulein (die Verkäuferin) war sehr nett zu mir und ließ mich manchen Füllfederhalter versuchen. Jener Füllfederhalter, der mir am besten gefiel, war aber so teuer, daß ich nach einer Ausrede suchen mußte, um mich ohne Scham davonzumachen. – Ein nobler Herr bemerkte dies und sagte zum Fräulein: „Wer so schön schreiben kann wie sie, dem steht ein solches Schreibzeug zu!“ Er bezahlte den Füllfederhalter – und ich ging, wie benommen, dankbar von dannen. Dem noblen Herrn begegnete ich nie wieder.


    Viele Jahre später wurde ich in der Stadt Rom bestohlen. Diebe räumten mein Hotelzimmer aus und stahlen mein Schreibzeug und alles andere, was sie von mir stehlen konnten.


    Dich grüßend


    Leila

  • Oh, das finde ich interessant ...



    Gelernt habe ich das Schreiben mit einem Pelikano, trotzdem hatten wir in der Grundschule auch noch kleine Schiefertafeln. Der Pelikano hatte eine Kugelspitzfeder, die für mich viel zu leichtgängig war, also krakelte ich in den ersten Jahren fürchterlich vor mich hin. Die Rettung kam erst auf dem Gymnasium, in Form eines Lamy-Füllers mit Breitfeder. In jugendlichem Leichtsinn wechselte ich später noch mal auf ein Pelikan-Schreiberät, weil der Tintenkiller am anderen Ende sooo praktisch war (wohl eher weil es "cool" war *schäm*). Dies hat mich derart negativ beeinflusst, dass ich fortan nur noch mit Kugelschreiber schrieb, was meine Schrift natürlich fürchterlich verschlechterte.


    Zum Glück bin ich eines Tages in einem Geschäft über einen Kalligraphiefüller gestolpert, das ist wörtlich zu nehmen, weil er aus dem Regal gefallen ist, und ich fast drauf getreten wäre. Als Restposten war dieser so günstig, dass ich ihn einfach mitnehmen musste. Mit diesem Schreibgerät schrieb ich bis vor 12 Jahren alles, was eine schöne Schrift erforderte, dann entdeckte ich die Eintauchfeder für mich, und der Füller verschwand (Ich hoffe ich finde ihn bei dem Umzug jetzt wieder). Derzeit schreibe ich mit einem geerbtem Meisterstück, allerdings ist mir dieser Füller oft zu schade, um ihn mit zu nehmen. Ich glaube der ist mir so ans Herz gewachsen, weil er anfangs so viele Probleme gemacht hat. Ich musste ihn zuerst an MB zurück schicken, und musste dann trotzdem noch die Feder neu justieren lassen. Kauft nie ein Meisterstück, ohne ihn vorher richtig getestet zu haben.


    Im Moment suche ich einen Parker 51 mit superflex-nib (auch wenn dieser Füller schon irgendwie ein Kolbenfüller-Klischee ist), oder einen Swan 4500. Für Hilfe wäre ich äußerst dankbar.

    Einmal editiert, zuletzt von Chevalier ()

  • Einen Rotring Art-Pen (Federstärke 1,1 mm) verwende ich schon seit längerer Zeit. Mit dem Schriftbild bin ich sehr zufrieden. Einige Stahlfedern mit Federhalter habe ich zwar auch, schreibe aber nicht so häufig damit, weil es doch sehr schwierig ist, durch wechselnden Druck die unterschiedlichen Strichstärken zu erzeugen.


    Ganz gute Erfahrungen habe ich noch mit Edding Pigmenttusche-Stiften gemacht, die man auch gut zum Zeichnen gebrauchen kann.


    Für kurze Notizen und Eintragungen, bei denen die ästhetischen Gesichtspunkte zu vernachlässigen sind, kommt dann mein Parker Kugelschreiber zum Einsatz.

    »Solange etwas ist, ist es nicht das, was es gewesen sein wird« (M. Walser)

  • Ich verwende für das Schreiben im Schwellzug meistens einen Stenographie-Füller von Pelikan. Das ist ein Patronen-Füller mit Spitzfeder und damit im Alltag einfacher zu handhaben als gewöhnliche Federn, die man eintauchen muß.

  • Kalligraphiefüller finde ich seit dem Erscheinen der Parallel-Pens von Pilot einfach nur noch überflüssig.


    Der Stenofüller wäre mir viel zu schwergängig, für einen ordentlichen Schwellzug muss man so hart aufdrücken, dass man schon Angst hat, dass die Feder gleich bricht. Es gibt aber einige Füller, deren Redisfedern sehr flexibel sind, und sich auch genug spreizen lassen. Mit etwas Geschick kann man die Kugel abschleifen, und trotzdem noch genug von der Iridium-Spitze erhalten, um Abnutzung entgegen zu wirken.


    Ich habe vor Jahren einen Füller mit entsprechenden Eigenschaften geschenkt bekommen, kenne den Hersteller allerdings nicht, denn auf der ornamentverzierten Feder steht nur "Iridium Point Germany". Ein befreundeter Juwelier hat die Spitze für mich bearbeitet, und jetzt kann man damit ganz gute Schwellzüge ausführen. Lediglich eine echte Haarlinie bekommt man damit nicht hin, aber ich habe noch nie einen Füller gesehen, mit dem dies möglich wäre.