Ehestiftung 19. Jh. - benötige Hilfe bei der Entzifferung

  • Hallo,


    ich bin neu hier und freue mich, dieses Forum gefunden zu haben...


    Momentan versuche ich ein paar alte Dokumente aus dem 19. Jahrhundert zu entziffern und kämpfe mich tapfer voran... leider gibt es immer wieder Stolpersteine, an denen ich einfach nicht vorbeikomme....


    Vielleicht kann mir ja jemand mit den angehängten Wörtern helfen....


    Es handelt sich bei dem Dokument um eine Ehestiftung von 1887


    Es werden sicherlich noch einige Textstellen kommen.


    Vielen Dank schonmal vorab!!


    Viele Grüße


    Phil

  • uff, da das "g" sehr breit ausgeschrieben ist, könnte das da vorne ein sehr breit ausgeschriebenes "ä" sein, also "Längst" Leib...
    granny

  • Hi,
    wäre es möglich, die Passage zusammen mit dem Kontext zu zeigen? Vielleicht wird es aus dem Zusammenhang besser deutbar.

  • Vielen Dank, das hat mich schon weitergebracht...


    Es handelt sich um das rechtliche Sprichwort "Längst leib, längst Gut", d.h. dass der überlebende Ehegatte der Erbe des verstorbenen ist.


    Problem 1 gelöst... :thumbsup:


    Wenn ich weitere Hilfe bei dem Dokument benötige, kann ich die Textstellen hier einstellen, oder ist es besser, ein neues Thema zu eröffnen?


    Es ist wirklich interessant zu sehen, was die Ur-ur-urgroßeltern so getrieben haben... ;)


    Viele Grüße
    Phil

  • Hallo nochmal...


    könnte jemand hier bitte einmal auf die angehängten Dokumente schauen?


    Ich habe versucht, die ersten drei Seiten der Ehestiftung (Ehestiftung1bis3.pdf) zu entziffern und habe mein Ergebnis ebenfalls angehängt Ehestiftung trans.pdf....


    Habe ich es bisher richtig erkannt?


    Viele Grüße
    Phil

    Dateien

    Einmal editiert, zuletzt von ppam ()

  • Meine Transkription ist wie folgt:


    I. C.B. 4/87.
    Stempelgebühr: 3 M – d [=Pfennige] verrechnet.
    [Unterschrift, evt. Konott], Secretair


    Ehestiftung.


    Zwischen folgenden Verlobten:
    1. dem Wittwer, Gastwirt und Bürger
    Ernst Christoph Heinrich Wilhelm Röhrs
    zu Soltau, als Bräutigam
    2. der Jungfer Anna Catharina Maria
    Heineking aus Heber, Tochter des weil[and]
    Häuslings Christoph Heineking daselbst
    als Braut, ist folgende Ehestiftung in
    Gegenwart und unter Zustimmung der
    Mutter der Braut, Wittwe Marga-
    reta Heineking zu Heber und des
    Vormundes der Braut, Vollhöfner Chri-
    stoph Ruschmeyer zu Heber, verabre-
    det und beschlossen.


    §. 1.


    Die Verlobten wollen ihr Vorhaben bald-
    möglichst vollziehen lassen und dann auf der
    Bürgerstelle des Bräutigams eine ge-
    mein-


    [2. Seite]


    meinschaftliche Wirtschaft führen.


    §. 2.


    Die Braut bringt ihrem Bräutigam
    folgenden Brautschatz in die Ehe:
    A. Eine Aussteuer, bestehend in verschie-
    dene Sachen, im Werte von 600 M.,
    wörtlich: sechshundert Mark, gleich bei
    der Hochzeit,
    B. An barem Gelde: 2500 M., wörtlich:
    zweitausend und fünfhundert Mark,
    und zwar im Dezember d[es] J[ahre]s 1887, so-
    bald die Braut ihre Großjährigkeit
    erreicht hat.
    Das übrige Vermögen welches die Braut
    besitzt und was sie später noch von ihrer
    Mutter erben wird, darüber will sie
    freie Verfügung behalten.


    §. 3.


    Unter den Verlobten soll nach vollzoge-
    ner Eheverbindung die brauchsübliche Regel:
    Längst


    [3. Seite]


    „Längst Leib, längst Gut“ gelten; auch
    soll, im Falle beim Ableben des einen oder
    andern der beiden Eheleute Leibeserben
    desselben vorhanden sind, der Längstleben-
    de vom Nachlaß des Verstorbenen Kindes-
    theil erben.


    §. 4.


    Auch wird von Seiten des Bräutigams
    bestimmt, daß, falls Söhne in dieser Ehe
    geboren werden, einer derselben die Bür-
    gerstelle erhalten soll, so daß also die
    beiden etwaigen Söhne aus der angehen-
    den Ehe nachstehen sollen.


    §. 5.


    Sollte der angehende Ehemann vor sei-
    ner Ehefrau versterben und der Anerbe
    dann noch minderjährig sein, so soll der
    Wittwe das als dinglich anerkannte Recht
    zu -


    [Ende der Vorlage]

  • Hallo.


    Vielen lieben Dank - das hat mir sehr geholfen. Ich habe das Dokument nun auch komplett entziffert und muß nun mit dem nächsten anfangen!! Ohne Hilfe hätte ich mit Sicherheit noch eine Woche gebraucht...


    Phil