Hilfe bei Entzifferung

  • Ich gehe davon aus, dass die mittlere Zeile gemeint ist. Das dürfte wohl


    1/2 fl [=Pfund] Kartoffeln


    heißen.
    darunter sind noch Eier und 1 Zitrone genannt.

  • Mulan, klick mal aufs Bild, denn im neuen Design werden die Bilder hier beschnitten angezeigt, Hinter der Zitrone kommt nämlich noch was, das aber so schwach ist, dass auch ich es nicht erkenne.

  • Hallo,


    den Zutaten nach könnte es ein Kartoffelmehlkuchen werden. Die Mengenverhältnisse sind zwar immer verschieden, aber was man hier kaum lesen kann, sollte die fehlende Zutat sein, damit der Kuchen hoch geht. Heute würde man einfach Backpulver nehmen. Also würde ich eine frühere, dem Backpulver ähnliche, Zutat suchen.


    Lesen kann ich das auf dem Scan leider auch nicht. Da fehlen meinen Erinnerungsfeldern die Backtage. :o)


    uposta

  • Hallo,


    "Essig" würde ich ausschließen, da ein vergleichbares E in "Eier" vorhanden ist. Die letzten beiden Buchstaben des letzten Wortes würde ich als ein mögliches "...hl" lesen, vergleiche auch "...mehl". Die Unterlänge des Z von Zucker ist dabei ein wenig störend.


    Der erste Buchstabe des ersten Wortes könnte ein T sein; siehe T bei "Topf..." . Der allein stehende Krinkel könnte ein "o" wie "oder" sein.


    uposta

  • Erst einmal herzlichen Dank. Ja, ich habe mir auch alle Zutaten angesehen und bin zu dem Schluss gekommen, dass das Triebmittel fehlt. Aber "1 Taße ..." voll was? Auf "hl" wäre ich nicht gekommen, hatte mich irritieren lassen von dem "Z" und bin bei "gl" hängen geblieben ... na schauen wir mal ...
    granny

  • Das ganze liest sich anscheinend so:


    Topfkuchen
    1/2 Pfund Weizenmehl 1/2 Pfund Kartoffelmehl 1/2 Pfund Zucker
    1/4 Pfund Butter 4 Eier 1 Zitrone 1 Taße ... [viell. auch Faß? Halte ich mengenmäßig aber für nicht angemessen. ... und dann hört's auf]


    Mehl?
    Halte ich für sinnlos, da Weizenmehl bereits genannt ist.


    Essig?
    Das gibt die Schreibung einfach nicht her. Und ich denke, dass eine ganze Tasse etwas viel wäre.


    Was ist es dann? Milch?
    Da wäre aber die Schreibung wie Michl - also eine Verschreibung? - wäre das denkbar? Und das M wäre eher von lateinischer Art.


    Es wäre schön, wenn man noch mehr Text derselben Hand sehen könnte, noch mehr Kuchenrezepte. Da hätte man mehr Vergleichsmöglichkeiten und möglicherweise ähnliche bzw. gleiche aber deutlichere Schreibungen. Wäre das evtl. möglich?

    Einmal editiert, zuletzt von Mulan ()

  • Hallo,


    je mehr man sich auf dieses Schriftbild einlässt, je deutlicher sieht man die Schreiberin ihren Kopierstift anfeuchten (leichtes Drehen der Minenspitze auf der Zunge? ... :o)...). Kopierstift würde die Ungleichmässigkeit gut erklären.


    Nehmen wir mal an, dass der erste Buchstabe des ersten noch fehlenden Wortes kein T sein soll, sondern ein S, dann wäre "Saft" lesbar. Die Schreiberin schliesst auch in "Kartoffel..." die Schlaufen der Oberlängen nicht. Und wenn man einen Schwung des letzten Buchstaben nach vorne und oben zu erkennen meint, dann wäre ein "t" wie auch schon in Zitrone möglich. Nur eben wegen des weniger feuchtes Stiftes nicht so deutlich. ... Damit wären wir ein wenig von der Tasse abgerückt. ... Möglich auch, dass die Schreiberin das Backhilfsmittel allgemein voraussetzt(e).


    Aber Saft wovon? Irgendwas in Dialekt?


    uposta

  • Hallo, ja, es ist wie ein Krimi. Ich gebe mal die ganze 16. Seite zum Anschauen. Im Rezept darüber steht SAFT ausgeschrieben. Nunja, so ein Kopierstift ist von der Schreibfähigkeit nicht so konstant, wie Tinte.
    Wenn nix mehr geht, dann müssen ein paar Omis aus unserem Dorf zu Rate gezogen werden (bin absolut keine Kuchenbäckerin).
    granny

  • Hallo,


    das sind definitiv zwei verschiedene Handschriften. Das Kürzel für Pfund ist m.E. ein markanter Unterschied. ... "Saft" sieht natürlich gänzlich anders aus. Aber das Wort kommt schon mal mehrfach vor.


    Wenn in dem Rezeptbüchlein nicht weitere Vergleiche enthalten sind, bleibt es wohl ein Krimi. Aber ein sehr interessanter Krimi. Schöne Schriftstudie(n).


    uposta

  • ok,
    nochmals recht herzlichen Dank.
    Ja, diese Schrift hat was! Seit ich im Sommer auf dieses Rezeptbüchlein gestoßen bin, kann ich nicht genug bekommen von der Kurrentschrift. Allein das Gefühl lebendig gewordener Vergangenheit, ist wie ein sich -besinnen auf die Wurzeln unserer Vorfahren. Echt bewegend.
    granny

  • Hallo,
    ich möchte meine Anfangsfrage hiermit abschließen: Es handelt sich tatsächlich um "Milch". Zwei ältere Damen unseres Ortes haben es mir bestätigt (nicht von der Schrift her, sondern aus dem Rezept heraus). Nun war ich neugierig geworden, weil doch das "Triebmittel" fehlt (beide Damen rieten mir, Backpulver zu nehmen ... aber zu dem Zeitpunkt gab es noch kein Backpulver), ja da hab ich ihn gebacken! Ein leckerer Sandkuchen ist entstanden, die Vermutung liegt nahe, das die Zitrone als "Triebmittel" fungiert und natürlich das ausdauernd kräftige Rühren der Eier.



    Ich sage Danke und eß ein Stück Kuchen für euch mit,
    granny

  • Sieht richtig lecker aus, und dann noch aus der schönen Ton-Backform (ich habe, und nutze auch noch 2 davon, und die Kuchen werden darin einfach besser, als in einer modenen Form).


    Dass die Zitrone als Triebmittel fungiert, glaube ich nicht, eher zur Aktivierung des Triebmittels.


    Vor Einführung des Backpulvers, dass ja die Säurekomponente selbst enthält, waren als Treibmittel ja Soda, Pottasche und Hirschhornsalz gebräuchlich (letztere 2 für Flachgebäck) welöche dann aber auch Säure, in Form des z.B. Zitronensaftes (oder eines anderen, sauren Fruchtsaftes) benötigten. So kann es durchaus sein, dass auch Saft im Rezept vorkommt.