Ausprobieren von ʃ

  • Es gibt sie (Ligaturen) auch in Antiqua! Das beweist das Beispiel in www.ligafaktur.de/Schriftbilder.html. Auf dieser Seite »Mehr Schriftbilder« und dann das letzte Beispiel »Aus einer Hagenbeck-Broschüre, 1913« wählen. Erkennbar ist hier eindeutig die tz-Ligatur (im Vergleich mit einem einzelnen z). Aber auch ſi, ſt und fi scheinen Ligaturen zu sein.

  • Danke für die Berichtigung und die Beiſpiele. Nur, bei der Verwendung von Ligafaktur ſehe ich auch bei größerer Schrift keine Ligaturen. Muß im Kontextmenü noch eine zuſätzliche Einſtellung vorgenommen werden?


    Erſte Schreibung jeweils ohne und zweite Schreibung jeweils mit Ligafaktur:


    Katze


    Katze




    besitzen


    beſitzen




    bestehen


    beſtehen




    befinden


    befinden


    „Ich hänge geradezu mit Leidenʃchaft an der deutʃchen Schrift.“


    Peter Roʃegger, Schriftʃteller

  • Du müsstest eine Schrift verwenden, die die Ligaturen auch anzeigt. Dieses Forum verwendet Trebuchet MS oder Arial, zwei Schriften, die leider keine Ligaturen anzeigen.

  • Es gibt in Ligafaktur keinen Modus zum Schreiben von Ligatur-Antiquatexten, weil Schriften mit Ligaturen über fi und fl hinaus, z.B. mit tz-, ſi- und ſſ-Ligatur heute nur selten angeboten werden und Ligatur-Antiquatexte keine Rolle mehr spielen.


    Wenn aber Antiquaschriften mit Standardligaturen (genormt nach UNZ1) vorliegen, können mit der Einstellung für Frakturschriften »Unicode UNZ1« und »Nur Standardligaturen« auch Ligatur-Antiquatexte erzeugt werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Utz ()

  • Es gibt in Ligafaktur keinen Modus zum Schreiben von Ligatur-Antiquatexten, weil Schriften mit Ligaturen über fi und fl hinaus, z.B. mit tz-, ſi- und ſſ-Ligatur heute nur selten angeboten werden und Ligatur-Antiquatexte keine Rolle mehr spielen.


    Diese Meinung teile ich nicht. Mac OS verwendet sogar eine Systemschrift, die Ligaturen aufweist – was in der deutschen Übersetzung auch prompt zu Fehlern führt, indem etwa das Wort Auflösung fälschlicherweise mit Ligatur dargestellt wird. Es ist anzunehmen, dass sich die Zahl der Schriften mit Ligaturen auch in Zukunft weiterhin zunehmen wird. Bei Übersetzungen ins Deutsche wird man also früher oder später die Ligaturen berücksichtigen müssen. Ideal wäre eine Art Rechtschreibkorrektur, die in Wörtern wie Auflösung eine Ligatur verhindert. Solange es eine solche automatische Lösung noch nicht gibt, sollten wenigstens bei den Übersetzungen Wörter wie Auflösung mit einem nullbreiten Binndehemmer geschrieben werden, um die Ligatur zu verhindern. Das wäre bereits heute problemlos machbar und würde wohl einen relativ geringen Mehraufwand bedeuten. Auf dem Weg dahin ist es wichtig, das Bewusstsein um die korrekten Ligaturen zu stärken. Es gibt nach wie vor Ligaturen, und es gibt bestimmte Regeln für ihre Verwendung. Die korrekte Verwendung der Ligaturen sollte bleiben, was sie schon immer gewesen ist: Ein Ausweis für sorgfältige Typographie.

  • Diese Meinung teile ich nicht.


    Dem kann ich mich nur anschließen.


    Professionelle Fonts großer Anbieter haben, im Gegendatz zu Windows Systemschriften, in der Regel neben den Unicode-Standard-Ligaturen oft einen mehr oder weniger großen Satz an Ligaturen, nur werden die zumeist über OpenType-Funktioinen in die Texte eingebaut. Leider wird OpenType (soweit es die Ligatur-Ersetzungsfunktion angeht) praktisch nur von den Programmen der Adobe Creative Suit in vollem Umfang, im wesentlichen dann noch von Abiword, und dann origineller Weise in einfachen Texteditern, wie sogar Windows Notepad unterstützt, obwohl diese sonst keine Layout-Funktionen aufweisen. Microsoft Office unterstützt die Ligaturen-Funktion, trotz angepriesener OpenType-Unterstützung leider nicht.


    Ich habe mal eine kommerziele Schrift von Adobe im Fonteditor geöffnet.


    Und dann auch mal ne Antiqua-Schrift mit UNZ1-Ligaturumfang. Achtung! ich habe die Datei 7zip-Komprimiert, um unter die 200kb-Grenze zu kommen. Also mit 7zip oder IZArc entpacken

  • Leider wird OpenType (soweit es die Ligatur-Ersetzungsfunktion angeht) praktisch nur von den Programmen der Adobe Creative Suit in vollem Umfang, im wesentlichen dann noch von Abiword, und dann origineller Weise in einfachen Texteditern, wie sogar Windows Notepad unterstützt, obwohl diese sonst keine Layout-Funktionen aufweisen.


    Dies liegt daran, dass solche einfachere Texteditoren nichts anderes tun, als die OpenType-Layout-Funktionalität tel quel zu übernehmen, die im Betriebsystem eingebaut ist. Sowohl Windows als auch Mac OS als auch Linux unterstützen nämlich das OpenType Layout von Haus auf. Es ist bedauerlich, dass Microsoft Word dies nur in Ansätzen tut.


    Wenn es übrigens um den Einsatz des OpenType Layouts im Internet geht, so wird es mittlerweile von allen wichtigen Browsern unterstützt, Firefox, Internet Explorer und Chrome. Einzig die Textverarbeitungsprogramme hinken noch hinterher.