Prozeßakte 17. Jahrhundert

  • Ich habe eine Prozeßakte aus dem 17. Jahrhundert, in der gegen ein junges Mädchen ermittelt wird. Meine Fähigkeiten beim Entziffern sind leider noch sehr gering und der Schwierigkeitsgrad wird an manchen Stellen sehr hoch. Vielleicht möchte sich hier jemand über die Ostertage damit befassen?

  • Sofort mit einem Kanzleischrift-Dokument beginnen? Mutig. (Kanzleischrift ist nur ein Tipp, man sieht ja nicht, worum es geht.) Warum gleich in medias res?
    Es ist ratsam, erst mit leicht lesbaren Handschriften zu "trainieren" und wenn man schon mit diesen genug Erfahrungen hat, kann man sich mit komplizierteren Schriftbildern befassen. Ohne Erfolgserlebnis ist nämlich die Frustration sehr groß. (Eigene Erfahrung.)


    Es wäre wünschenswert, mehr Informationen über diese Akte zu erfahren. Z.B. Das Schriftbild posten; angeben, wieviel Seiten es sind, wieviele verschiedene Handschriften in der Akte sind, usw. Ohne ausführlichere Informationen kann man den mit der Hilfe verbundenen Arbeitsaufwand nicht einschätzen.


    In der Regel funktioniert die Hilfe hier so: Man macht einen Lückentext und stellt ihn hier ein, damit die Forenmitglieder eindeutig sehen, welche Wörter oder Textstellen unklar sind, wozu Hilfe verlangt wird. Ich mache das allerdings so.
    Wenn ich richtig verstehe, in diesem Fall ist aber das ganze Dokument ein großes Fragezeichen.


    Mag sein, dass ein Forenmitglied bereit wäre, sich damit über die Ostertage zu befassen, aber das ist eigentlich eine geldwerte Leistung, da die Arbeit / Transkription wahrscheinlich manche Stunden beansprucht und auch das spezielle Fachwissen soll nicht unerwähnt bleiben, womit man soche Aufgaben korrekt lösen kann. Darüber sollte man sich privat einigen.

    Es ist aber nicht auszuschließen, dass jemand auch unentgeltlich helfen würde.


    Ich möchte nicht missverstanden werden: Ich wartete schon sehr auf diese Tage, da ich mich mit meinen eigenen Kurrentschrifttexten intensiv beschäftigen möchte. Ich könnte / möchte also diese Arbeit nicht übernehmen. Es kann sein, dass ich selbst die Handschrift nicht entziffern könnte.

  • Hallo,


    ich befasse mich im Rahmen eines kirchlichen Projekts mit der Akte und gerne hätte ich mich mit einem meiner Fähigkeiten entsprechenden Dokument befasst. Natürlich ist mir klar, dass für das Übersetzen eine Bezahlung erwartet wird. Da ich neu im Forum bin, ging es zunächst nur darum, Mitglieder zu finden, die die entsprechenden Kenntnisse haben.

    Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich die falsche Akte habe und damit ist das Thema erstmal bis nach Ostern verschoben.

  • Hallo Community.


    Ich habe nun einige Wochen geübt und ein paar bescheidene Fähigkeiten in dieser für mich neuen Welt der Schrift erworben. Allerdings bräuchte ich nun etwas Hilfe. Vielleicht hat jemand Lust meine Transkription zu prüfen und ein paar Worte zu ergänzen. Besonders im unteren Teil des Dokuments "Sententia" wäre es schön, meine Fehler zu korrigieren, damit möglichst der genaue Wortlaut transkribiert ist. Vielen Dank für eure Hilfe.


    Hinweis: Der Inhalt kann möglichweise emotional belastend sein.



    -----------------------------------------------------------

    Transkription

    -----------------------------------------------------------


    wie es dan in jüngst den 1?ten august gethaner be= (diese quere-8 habe ich schon öfter gesehen)

    khandtnuß angezaigt, daß der böße feindt Ihren zue

    gesprochen nichts mehr zue bekhennen, ahn ihnen alß seinen

    erschaffern(?) vndt gott zu glauben, vnndt nit zue weichen

    massen(?) der menschen ahn manung ein purer bet___ vndt

    ungrundt sey, gleich wie sie erst dißer tagen der wächter

    ein mit solher besagter salben auß zwang des teüfels

    ___ r?dt bestellen müßen, dessen gegenwarth immer

    dan durch daß ungewohnliche Krachen angezaiget wurde.


    Sententia


    In peinlichen inquisitionproceß sachen wider¬

    Maria Stärckhin, Hans Stärckhsen selb. zue Engelschwie߬

    ehe leiblichen dochter angestellt ist auf beßhehene inqui¬

    sition dariber(?) angeordnete verschiedene Examina

    auf der beklagten oder inquisitire antwortt vnndt be¬

    khandtnussen [vor auch dariber eingeholtem rhat der rechtgelehrten] hiemit entlich vndt zue rechterkhänndt

    daß beklagte Maria Stärckhin so sie gegenwertig stehet,

    wegen begangnen vnndt bekhanndten, in actis vndt seiner

    Vrgicht vmbständtlich beschribenen missethaten, vndt lasters

    der hexerei, in ansehung ihr jugendt, zwahr mit darauf

    gesetzter ordinari straff geschohndt, jedoch vndt weiler

    die darbey von ________ ________ ________ , das alter erfüllet,

    vnndt zu bestendiger besserung kheine hoffnung er¬

    scheinet der lebens straff nicht erlassen werden mögen

    sondern derentwegen in secreto durch das schwerdt.


    Link: Sententia

  • mal den Anfang...


    wie es darin jüngst den 19ten august gethaner be=

    khandtnuß angezaigt, daß der böße feindt Ihren zue

    gesprochen nichts mehr zue bekhennen, ahn ihnen alß seinen

    erschaffnern vndt gott zu glauben, vnndt nit zue weichen

    massen (etwa: bezüglich) der menschen ahn manung ein purer betrug vndt

    ungrundt sey, gleich wie sie erst dißer tagen der wächter=

    rin mit solcher besagter salben auß zwang des teüfels

    die Redt bestellen müßen, dessen gegenwarth immer

    dan durch daß ungewohnliche Krachen angezaiget wurde.


    In peinlichen inquisitionproceß sachen wider¬

    Maria Stärckhin, Hans Stärckhen seel (?). zue Engelschwie߬

    ehe leiblichen dochter angestellt ist auf beschehene inqui¬

    sition dariber angeordnete verschiedene Examina

    auf der beklagten oder inquisitiv antwortt vnndt be¬

    khandtnussen [vor auch dariber eingeholtem Rhat der Rechtsgelehrten] hiemit entlich vndt zue rechterkhänndt

    daß beklagte Maria Stärckhin so sie gegenwertig stehet,

    wegen begangnen vnndt bekhanndten, in actis vndt seiner

    Vrgicht vmbständtlich beschribenen missethaten, vndt lasters

    der hexerei, in ansehung ihr jugendt, zwahr mit darauf

    gesetzter ordinaren straff geschohndt, jedoch vndt weilen

    die darbey von Laster große Bossheith , das alter erfüllet,

    vnndt zu bestendiger besserung kheine hoffnung er¬

    scheinet der Lebens straff nicht erlassen werden mögen

    sondern derentwegen in secreto durch das schwerdt.


    Für jemanden der gerade erst angefangen hat, Kanzleikurrent zu lesen, kann man wirklich von einer sehr respektablen Leistung sprechen. Das ist schon nahezu fehlerfrei gewesen.

  • Zwei neue (längere) Dokumente, sehr juristisch.

    Es handelt sich um ein informelles Gutachten, dem das Gericht (leider) gefolgt ist.

    Ich habe mich mehrmals durchgekämpft, aber der Schwierigkeitsgrad ist etwas höher, auch wenn sich der Sinn halbwegs erschließen lässt. Vielleicht mag mir wieder jemand helfen?


    Da ich wirklich sehr dankbar für eure Unterstützung bin und jeder von euch aus freien Stücken hilft, möchte ich fairerweise, für jede "gelöste" Seite die ich hier einstelle, einen Betrag an den Hohenzollerischen Geschichtsverein spenden. (Für das Projekt sind es etwa 15 relevante Seiten, die ich selbstverständlich versuche, selbst zu transkribieren).


    (wieder der Hinweis, dass hier einige unschöne Dinge beschrieben werden).


    Seite 1

    Seite 2

  • Transkription:


    Wohl edler, gestrenger, hochgelehrter

    insonders hochgeerter herr.

    Ich habe nicht vnderlassen, des aus gnädste befelh ihrer

    hochfürstl. gnaden unsers gnädigsten herrn, mir in puncto

    sortilegii (=Geisterbeschwörung), vel veneficii (=sogar Giftmischerei) Annae Mariae Sterckhin aines mädlins

    noch nicht völlig von 11 jahren, underem (=und derem?) 31. ten passato commnici-

    erte ex jure sinino (=?), canonico (=rechtmäßig), et _inili criminalibus__ constitu-

    tionibus wohl elaborierte rechtliche bedenkhen von anfang bis

    zum end fleüßigst zue durchlesen, und seiner wichtigkhaith

    nach pro et contra zue erwögen: Vnd zwahr hierauf, mich dem

    selben (außer das ich quo ad modum mortis darfir hielten, es(?)

    solte ob centitudinem (=Schwerpunkt?) des rads, und aderschlagens, und daß

    daraus wegen nachstellung des bösen feindt welcher zum

    umschlingen wie ein _____ ad ultimum habitum beraith

    ist, der seel leichtlich gefahr zue gehn möchte, das bald zwahr

    simuliert, dem medlein aber, da sie wol disponirt, under solher

    simulation geschwind, und gleichsamb ihrer _________ (ohnmacht o.ä.)

    das haubt abgeschlagen werden) durchaus zue conformieren

    umb so vil weniger ainiges bedennkhen, weillen in disen gegen¬

    gott und den menschen atrocissimo (=abscheulich?) belicto (=?) einmahl nimmermehr

    ainige bestendigen beßerungs hoffnung vorhanden, sonderen die leidia

    aus des verfluchten gaists zuer continuierendem nach streben über

    kurz, oder lang ohnfehlbahr zu erfahren, solches auch mit vielen ex-

    emplen, da gar erwachsene personen sich etwar etlich __hr durch

    bestendigen harten streit erwehret, doch entlich in vorigen

    in noch ärgerem laßter stand wider gerathen, und justifiziert

    worden, darzue thuen ist, so dan bey ainem noch solchen jung kind,

    als die delinquentie, und wolhes ist(?) zugebende lediglassung,


    =======

    Seite 2

    =======


    weder mit elteren, pflegern noch anderen getreuen obsicht (=Aufsicht),

    und uffenzucht versehen worden, sondern ein brodt mit betlen im

    mießiggang, und solchem geföhrlichen umvagieren, warzue

    der teifel leichtlich den zugang hat, siehen mießen, gewis auch

    ervolgen, und mithin anstatt der durch erthäilte genad ver-

    gebenlich gehofften emendation (=Verbesserung), das leste (=letzte?) übel sowol wegen der

    seelen gefahr, als bekhanten unthaten der hexerey nur

    ärger werden wurde. Allein demnach ich mich erinnern, das

    vor ohngefahr 15 oder 16 jahren ebenem solher gantz gleichen

    casus mit zweyen minder iehrigen brueder und schwester bey

    dem firstl. stifft (Ortsname, evtl. heutiges Beuron) passiert, und aber von(?) lobl. dan

    iber corhelierter(?) juridi_en facultet Ingolstadt geschlossen,

    worden, das man solhe kindern von erlangter pubertet, umb

    telst, ob zue standhafften beßerung gar kein hoffnung

    und mitel mehr vorhanden sein möchten? zue erfahren, mit

    todts straff nicht exequieren solle, massen mann gethan, und die

    selbe bis uff solhe zeit mit nicht geringen, vom stifft subminis-

    rierten kosten in custodia gehalten, hennoch aber wirkhlich durch

    das schwerdt hingerichtet hat. so stelle zu gnedigsten belieben, ob

    man ratione dieses __zugs ad maiorum securitatem auch noch inniges(?)

    academisches guetachten ein zuhollen, oder zu ersparung der zeit und

    costen, wenigst gnedigst beleiben möchte, bey firstl. stifft (Ortsname)

    obgemeltes (=genanntes) Ingolstadtisches consilium zuer information, ust. resti-

    tution abzuforderen, dasselb. geg. dem proponierten casu zu halten,

    und zuerwögen, auch sich volglich pro re nata (=nach bedarf), und noch weiteren

    guet befinden umb so vil besser darnach zurichten: welhe letsteren

    fahls mich und thenigst offeriere, auf weiters vernemmen(?), die _________

    also balden nacher (Ortsname?) zu iber schrieben, mit dem ersuchen, hoch be-

    sagt ihro hoch furstl. gnd?, dise meine wenige und nur mit kurzen

    gnedigst begehrte ohnmasgeblichen gedancken, negst meiner gehorsambsten

    recommedation, und thenigst zu refferiren, verbleibende.

    meines hochgeehrten herren.


    dienstberaithwilligster


    Heinrich Ludwig von Holzingen.

  • Seite 2


    weder mit elteren, pflegern noch anderen getreuen obsicht (=Aufsicht),

    und ufferzucht versehen worden, sondern sein brodt mit betlen im

    mießiggang, und solchem geföhrlichen Umbvagieren, warzue

    der teifel leichtlich den zugang hat, suchen mießte, gewis auch

    eruolgen, und mithin anstatt der durch erthailte genad ver-

    gebenlich gehofften emendation, das leste übel sowol wegen der

    seelen gefahr, als bekhanten unthaten der hexerey nur

    ärger werden würde. Allein demnach ich mich erinnere, das

    vor ohngefahr 15 oder 16 jahren ebenein solcher gantz gleicher

    casus mit zweyen minder iehrigen brueder und schwester bey

    dem firstl. stifft Buochau passiert, und aber uon lobl. dar

    iber consulierter Juridischen facultet Ingolstadt geschlossen,

    worden, das man solche kinder vor erlangter pubertet, umb

    desmitelst?, ob zue standhaffter beßerung gar kein hofnung

    und mitel mehr vorhanden sein möchten? zue erfahren, mit

    todts straff nicht exequieren solle, wessen mann gethan, und die

    selbe bis uff solhe zeit mit nicht geringen, vom stifft subminis-

    rierten Kosten in custodia gehalten, hernach aber wirkhlich durch

    das schwerdt hingerichtet hat; So stelle zu gnedigstem belieben, ob

    man ratione dises verzugs ad maiorum securitatem auch noch einiges

    Academisches guetachten ein zuhollen, oder zu ersparung der zeit und

    costen, wenigst gnedigst belieben möchte, bey firstl. stifft Buoch-

    hauw obgemeltes Ingolstadtisches consilium zuer information uff resti-

    tution abzufordern, dasselbe geg. dem proponierten casu zu halten,

    und zuerwögen, auch sich volglich pro re nata, und nach weiterem

    guetbefinden umb so vil besser darnach zurichten: welchen letsteren

    fahls mich underthenigst offeriere, auf weiters vernemmen, die nothurfft

    also balden nacher Buochauw zu iberschrieben, mit dem ersuchen, hoch be-

    sagt ihro hoch frstl. gnd. dise meine wenige und nur mit kurzem

    gnedigst begehrte ohnmasgebliche gedancken, negst meiner gehorsambsten

    recommedation, underthenigst zu refferiren.

  • Seite 1


    Wohl Edel. gestreng. Hochgelehrter

    Innsonders Hochgeehrter Herr p.


    Ich habe zwahr ermanglet, Ihro Hohfrst. gn. seines

    und meines gndigsten Fürsten und Herrn gndigsten Verlang. und

    Befelh gemeß durch gegenwertigen aignen, deme man des Lohns

    zue befridigen belieben wolle, umb die bewuste consilia naher

    Buohauw ahn Ihro Fürst. gnd. selbsten underthänigst zu schreiben,

    mit gewiser hoffnung erfolgender willföhrigkhaith, was aber

    aus ohnzweiffenlicher Caprize selbigen oberambtmans, der

    niemandt gehrn vil zu lieb thuet, ist in aine ohnverhoffte ab-

    schlag antworts, und zwahr gar ohngereimbtt, Indeme Ich

    solche consilia öffters selbst gelesen, und mich ainig darinnen contra

    co(mmun)ica(ti)o(n)e(m) begriffen, singular Bedenkhens niht zue erinneren

    wais, Erfolget, wolle mein Hochgeehrter Herr obgegenwert-

    igen zu Rückerwartenden Original Inschluß ohnschwer

    vernemmen, und seiner Höchsten Behör mit meiner under-

    thenigsten recommenda(ti)on und den anhang gehorsambst

    referiren, das mir diser ohnverhoffte erfolg sehr laidt

    seye, verbleibe aber in all andern noch gndigst gefallen

    zu allen underthenigsten Diensten Jeder Zeit so beraith allß

    schuldigst. Welchen noch nuhn dahin stehet, was mit dem

    verhafften Medlein disponiert werden wolle, ich wehre der

    ohnmasgeblichen gedanckhen, weilen die Boshait das alter

    bey ihro überflüßig erfillet, und ainige standhaffte Beß-

    erungs hoffnung nit vorhanden, das mit ihro, caeteris paribus,

    die jüngst angeditene execution von Rechts wegen gar wol

    vorgenommen werden kinde. Befilhe anbey was allerseits

    nehst göttlicher allmaht gottes und verharre


    Meines Hochgeehrten Herrn.

    Dienstberaithwülligster


    Heinrich Ludwig von Holzingen

  • super Herr Nagel :-). An Stifft Buchau hab ich nicht gedacht.


    Edit: Mir fällt gerade auf, dass ich statt Seite 1, das Begleitschreiben hochgeladen habe. Das ist mir jetzt unangenehm, da Herr Nagel die komplette Seite selbst transkribiert hat.

    Einmal editiert, zuletzt von coelian ()

  • Gutachten_Seite1


    Wohl edler, gestrenger, hochgelehrter

    insonders hochgeerter herr.

    Ich habe nicht vnderlassen, des aus gnädste befelh ihrer

    hochfürstl. gnaden unsers gnädigsten herrn, mir in puncto

    sortilegii (=Geisterbeschwörung), vel veneficii (=sogar Giftmischerei) Annae Mariae Sterckhin aines mädlins

    noch nicht völlig von 11 jahren, underem (=und derem?) 31. ten passato communici-

    erte ex jure sinino (=?), canonico (=rechtmäßig), et _inili criminalibus(que?) constitu-

    tionibus wohl elaborierte rechtliche bedenkhen von anfang bis

    zum end fleüßigst zue durchlesen, und seiner wichtigkhaith

    nach pro et contra zue erwögen: Vnd zwahr hierauf, mich dem

    selben (außer das ich quo ad modum mortis darfir hielten, es(?)

    solte ob centitudinem (=Schwerpunkt?) des rads, und aderschlagens, und daß

    daraus wegen nachstellung des bösen feindt welcher zum

    umschlingen wie ein _____ ad ultimum habitum beraith

    ist, der seel leichtlich gefahr zue gehn möchte, das bald zwahr

    simuliert, dem medlein aber, da sie wol disponirt, under solher

    simulation geschwind, und gleichsamb ihrer _________ (ohnmacht o.ä.)

    das haubt abgeschlagen werden) durchaus zue conformieren

    umb so vil weniger ainiges bedennkhen, weillen in disen gegen¬

    gott und den menschen atrocissimo (=abscheulich?) belicto (=?) einmahl nimmermehr

    ainige bestendigen beßerungs hoffnung vorhanden, sonderen die leidia

    aus des verfluchten gaists zuer continuierendem nach streben über

    kurz, oder lang ohnfehlbahr zu erfahren, solches auch mit vielen ex-

    emplen, da gar erwachsene personen sich etwar etlich __hr durch

    bestendigen harten streit erwehret, doch entlich in vorigen

    in noch ärgerem laßter stand wider gerathen, und justifiziert

    worden, darzue thuen ist, so dan bey ainem noch solchen jung kind,

    als die delinquentie, und wolhes ist(?) zugebende lediglassung,

  • ... ex Jure Divino, Canonico, et Civili...


    ... außer das ich quo ad modum mortis darfir hielte, es

    solte ob lentitudinem (= Langsamkeit) des bads...


    ...

    welcher zum

    umschlingen wie ein Leuw usque ad ultimum habitum beraith

    ist, ...


    Link Leuw


    ... und gleichsamb ihrer ohnvermerkht

    das haubt abgeschlagen werden...



    ... weillen in disen gegen

    gott und den menschen atrocissimo Delicto einmahl nimmermehr

    ainig "bestendige" beßerungs hoffnung vorhanden...


    ... sondern die Recidiva

    aus des verfluchten gaists zuer continuierendem nachstreben über

    kurz, oder lang ohnfehlbahr zu befahren, ...


    ... da gar erwachsne personen sich etwan etlich iahr durch

    bestendigen harten Streit erwehret, ...


    ...

    so dan bey ainem noch solchen jungen kind,

    als die Delinquentin, und welhes uffzugebende Lediglaßung, ...

  • ... jedoch vndt weilen

    die darbey verloffne Grosse Bossheith, das alter erfüllet, ...


    Link

  • Nochmals herzlichen Dank insbesondere an Benutzer "Angemeldet" und Herrn Nagel für die wertvolle Unterstützung, dass ich die wesentlichen Dinge herausarbeiten und mein Projekt heute abschließen kann.