Bescheinigung 1733

  • Libe Forenmitglieder,


    ich bitte Euch um Unterstützung, die markierten Wörter kann ich nicht entzifferen. Es gut um eine Bescheinigung des Hausbesitzes in Ofen/Buda.
    Was ich lesen kann:

    "liegendten Hauses, so in gesicht 9 Cl 2 schuh

    in rückhen 8 Cl. Rechter seits 12 Cl. Linkher

    seiths 5 Cl. 2. sch. dan das ... 2. Cl. 2. sch

    haltet.

    Und weillen dessen Vater Misco Klaich

    dieses Spatium ex primis Annis a rempa-

    rata (?) Buda in possessione gehabt ist ihme ged(achten?)

    Nicola nach seines Vatter todt solches ....

    zugefal(len)."

  • "liegendten Hauses, so in gesicht 9 Cl 2 schuh

    in rückhen 8 Cl. Rechter seits 12 Cl. Linkher

    seiths 5 Cl. 2. sch. dan dasEile (??? ich weiß es wirklich nicht) 2. Cl. 2. sch

    haltet.

    Und weillen dessen Vater Misco Klaich

    dieses Spatium ex primis Annis a rempe-

    rata (mglw. verschleift von reimperata - kann das historisch sein?) Buda in possessione gehabt ist ihme ged(achten)

    Nicola nach seines Vatter todt solches Erb(e)

    zugefal(len).

  • Liber AN,
    danke für Deine Ergänzungen.
    Das Grundstück hatte also 5 Seiten. Rechts 12 Kl., links 5 Kl. 2 Sch. + das Eile 2 Kl. 2 Sch., damit die Seite zum "Rücken" abgeschlossen ist.
    Buda /Ofen ist am 2. September 1686 von den alliierten christlichen Armeen erobert worden.
    Früher las ich in anderen Quellen den Ausdruck: "Buda expugnata".
    Ich ahnte schon den Sinn, aber konnte das lateinische Wort nicht erkennen. "reimperata" passt wunderbar.

    Der Vater gehörte also zu den ersten Hausbesitzern westlich vom Burgberg. Dort im stadtteil "Taban" kozentrierten sich die Serben ("Raitzen").

    Einmal editiert, zuletzt von habeljohann ()

  • Nach Revision des ganzen würde ich für das flüchtig gelesene "Eile" jetzt zu Eck[...] tendieren.


    Ja, so ist es mit dem Neulatein fast immer. Alle drei Dokumente stellt man fest, dass der Schreiber eigentlich schlechter Latein konnte, als man selbst. Vermutlich lag das ja an der kriegsbedingt schnellen Ausbildung von Kanzlisten. Viele haben vielleicht auch einfach nicht die Zeit gehabt, jeden Brief sorgfältig abzufassen und so trifft man dann auf mehr oder weniger abenteuerliche Wendungen, bei denen man merkt, dass hier eigentlich nur die Grundzüge der Sprache bekannt waren. Aus Sicht eines klassischen Latinisten ist das jedenfalls eine stilistisch und periodisch absolut hässliche Nominalwendung. Während das zitierte Buda expugnata als Abl. abs. vielen gängigen Idiomen entspricht und auch stilistisch schöner ist, kann ich mich nicht mal entsinnen, wann ich jemals so eine komische Wortneuschöpfung wie "reimperare" gelesen hätte. Allein der hier verschleifte Hiat ist literarisch unnötig und die Präposition beim PPP (sicher in Anlehnung an bekannte Vorbilder wie ab urbe condita) geht für die Satzstellung, glaube ich, so nicht. Aber man muss da gar nichts anaylsieren. Wenn man die beiden Ausdrücke nebeneinander stellt und mal für sich selbst vorliest, wird man auch als Nichtlateiner merken, dass das zweite stilistischer Murks war.

    Buda expugnata

    a re|imperata Buda


    Solche Autoren machen es den Lesern natürlich besonders schwer.

  • Lieber AN,


    danke Dir für die Ergänzung herzlich.

    Auch mir ist gleich "ab urbe condita" eingefallen, als ich den Text zum ersten Mal gelesen habe.