Ermutigung des Freundes

  • Ich weiss nicht, wie man hier einen Beitrag löschen kann, sonst würde ich diesen hier löschen.

    Also bitte, kein Forenmitglied soll seine teure Lebzeit damit verschwenden.


    Guten Abend liebe Forenmitglieder,


    zu Entzifferung dieses Absatzes bitte ich Euch um Hilfe. Der Briefschreiber (Mitte des 19. Jh.) hatte ungarische Muttersprache und blätterte nur manchmal ein einem deutschen Grammatikbuch und auch die deutsche Rechtschreibung war ihm nicht bekannt. Aber er schrieb trotzdem begeistert lange deutsche Briefe...


    Was ich lesen konnte:

    "Hast du vielleich(t) in der Danzübung

    ein Cs...isches seinz mir .... Laytaneer

    .ömisches mit blonde Harr stumpf-

    Nase u. zech .... au Henden erobert (?)

    dann beeile dich nur sonst komt

    sie zu spet – oder was.

    ... du komst so"

  • "Hast du vielleich(t) in der Danzübung

    ein Csallaneisches (???) seinz mir Danzden Wiener

    Bömisches (Römisches?) mit blonde Harr stumpf-

    Nase u. Zech (Heeh ????) auf allen Hennden erobert

    dann beeile dich nur sonst komt

    sie zu spat – oder was.

    Wenn du komst so"


    Eine katastrophale Verschlimmbesserung, die mindestens genauso wenig Sinn ergibt. Tut mir leid, hier müssen echte Fachleute ran.

    Einmal editiert, zuletzt von Angemeldet ()

  • Ich geb mal auch meinen Senf dazu, auf die Gefahr weiterer Verschlimmbesserungen.


    "Hast du vielleich(t) in der Danzübung

    ein Csardaneisches feinz mir

    .... Laytaneer (leicht darüber scheint wie eine Verbesserung Lan zu stehen)

    .ömisches mit blonde Ha(a)r stumpf-

    Nasene pechauf.... Hennlein erobert (?)

    dann beeile dich nur sonst komt

    (Du zu) sie zu spat – oder was.

    wenn du komst so"


    Mal so als Vorschlag gedacht.

  • Eine reine Deutung, ob des frivolen Inhaltes zu:


    .... Laytaneer

    .ömisches


    Lendenstörrisches (?)


    Aber das nur als Gedankenspiel.

  • Liebe Ernaburga,
    lieber AN,

    ich danke Euch für Eure Bemühungen, diesen Satz zu entziffern.
    Tscharda (ungarische Schreibweise: csárda - csaradnisches) war in Ungarn ein Gasthaus neben den Landstraßen, der Vorgänger der heutigen Autobahnraststätten. Dort konnte man essen und trinken und vielleicht auch Straßenmädchen begegnen.
    "feinz" - ist eventuell aus dem deutschen Jargon der Stadt Ödenburg, vielleicht für "leichte Mädchen" (?)

    Das Gebirge Leitha ist in der Nähe der Stadt, heute in Ostösterreich. Es ist durchaus möglich, dass der Schreiber dessen Namen nach der Aussprache festhielt. Also etwas mit "Layta" würde geographisch passen.

    b(h?)ömisches

    Nase u Pech auf den Henden

  • Pech kann man eventuell auch machen, die Tscharda wäre aufgeklärt. Mit feinz und Laytaneer kann ich mich gar nicht anfreunden. Die Ähnlichkeit zum darüber liegenden Danz ist sehr frappierend und danach scheint ein V oder ein W zu kommen.


    Es bleibt der schrecklich entstellte Sinn, den man maximal mit viel gutem Willen erahnen kann.

  • Das ermutigt mich zu einem weiteren Versuch.


    Bei dem böhmischen Mädel stört mich, daß die Bögen nach oben gehen. Hat er sonst so nicht.

    Das "pech" nehm ich aus "spat".

    Das Henden hat entweder einen Bogen zuviel, oder es ist nn und kein d.

    Also versuch ich den Teil


    .ömisches mit blonde Harr stumpf-

    Nase u. zech .... au Henden erobert (?)


    nochmal anders


    störrisches mit blonde(m) Ha(a)r und stumpf(er)

    Nase und pech (Schmutz) auf den Hemden (Kleid) erobert


    Vielleicht beschreibt das ein "Schönheitsideal" für wilde Eroberungen?

    Die Deutung könnte sein:


    "Geh´zu, sonst verpasst Du eine Möglichkeit, zöger nicht, die wartet nicht!"

  • Liebe Ernaburga, lieber AN,


    danke nochmahls für Eure Zeit und Mühe, diesem Satz einen Sinn zu finden.

    Der Schreiber war damals schon schwerkrank, nach ein
    Paar Wochen ist er gestorben. So erfahren wir nie, ob sich der Bruder/Freund getraut hat, nach dieser Ermutigung das Feld der Taten zu betreten...