Aus einem „Öſterreichiſchen Haushaltsbuch“ um 1850 – Teil 6

  • Hallo alle Miteinander!


    Ich ſtelle wieder mal einige unklare Leſeſtellen aus dem Haushaltsbuch zur Diskuſſion.


    Hier geht es um einige geſammelte Rezepte, die mitunter ſehr fragwürdig ſind. (Damit niemand auf die Idee kommt, dieſe Rezepte ſelbst zu miſchen, werden ſie hier nur auszugsweise wieder gegeben.) Wie immer ſteckt hier eventuell auch österreichiſcher Volksmund mit drin. Intereſſant ſind auch Erklärungen zu den Wörtern.


    Unklare Leſesſtellen wurden orange geſchrieben.



    S. 248


    Rezept für die Gicht


    Sennf, Blätter ohne Stingel 4 Loth


    Sasabarila Wurzel 2 Loth


    Hermordafel Wurzl 2 Loth


    Florendinische Keigel Wurzl 2 Loth


    Leberkraut Wurzl 2 ½ Loth


    Himmelbrand Blüthe 2 ½ Loth


    Engelfüß 1 Loth



    S. 251


    Ein Brobates mittel


    weiße davon weg, dan gibt man ein 3 Kreuzer Safran


    und 3 Kreuzer Gimpfer um 3 Kreuzer gestoßene Sauniglwurzen


    auch nimt 1 großen oder 2 kleine Krebsen stoßt


    selbe in einen Mörscher, bratet es in ungesalzenen


    Schmalz, dß rothe scheümt man ab, dß reine


    gibt man dazu. Man muß während der Zeit


    einen Trakopunter trinken zum Blut


    reinigen und der Fuß wird geheilt.



    S. 254


    Bauch Salbe. 1885.


    Schwartzwurzensulfen, Sauniglwurtzen


    Hulfen, Hüchsschamltze ungewaschene


    Butter und Riennensbrand-


    schmalz, beides verkochen, und


    dan läst man es ankühlen, hernach


    vülle es die Tigl, und wen es


    gebreinht wird nimt man nur einen


    kleinen Theil heraus zum einschmirn



    S. 256


    Salver, tausendgüldenkraut und


    Kolombawurzen absieden als Thee getrunken


    ist gut für den Wechsel. dß Regle den


    Faunen.



    Wie immer bin ich geſpannt und für jeden Hinweis dankbar!

  • Hallo Angemeldet!


    S. 248


    Bei der „Florentiniſchen Keigl Wurzl“ wäre ich nie auf ein „V“ gekommen. So habe ich noch kein „V“ geſchrieben geſehen!


    Und hier macht ſich immer wieder eine gute Recherche im Netz bezahlt!


    S. 254


    Hier gehe ich mit allen drei Vorſchlägen mit, was auch immer Fuchsſchmalz ſein ſoll!


    „Nierenes Brandſchmalz“ und „gebraucht“ hätte ich eigentlich leſen müssen, zumal „gebraucht“ ſich vom Inhalt ergibt.


    S. 256


    Es kann nur „Frauen“ heißen; geht man Buchstabe für Buchstabe durch, auch paſſt es inhaltlich.


    „Dß Regle den Frauen“. Dieſer Schlußeintrag iſt vermutlich im Nachhinein vorgenommen worden, da hier eine andere Tinte verwendet wurde. Allerdings iſt dies ein merkwürdiger Satz, da vermutlich zwei Gedanken vermiſcht wurden (Regle den Wechſel und ist gut für die Frauen).


    S. 251


    Offen bleibt noch „Tracopunter“. Ich vermute hier einen Kräuterlikör, irgendeine lokale Spezialität.


    Angemeldet - Nochmals recht ſchönen Dank!

  • Da wurde lediglich die Feder neu eingetunkt und das "d" ist eine Abkürzung:

    "ist gut für den Wechsel d.(er) Regln der Frauen", und ja, da steht "Regln" ohne das e.

    Ich habe eine feste Meinung - verwirrt mich nicht mit Tatsachen!