Berichte der Gräfin

  • Liebe Forenmitglieder,

    ich habe wieder einige Wörter in meinen Dokumenten gefunden, welche ich nicht entziffern kann.

    Ich bitte Euch um Hilfe.

    Vielen Dank für die Mühe.

    Johann



    # 2283

    Dann ich Speculire für dieses Jahr / Eine Robott zu er….., die mir das Holtz zum Kahl führen /wirdt.



    # 2284

    daß gnädigst anbefohlenen K… Mentsch, wirdt auch mein / Weib bis 1ten May aufzutreiben trachten.



    # 2285

    Indehm Sie bies / nun von der Coll…aritädt keine dergleichen Consription er-/hielten,



    # 2286

    um w…/ also auch für Kobsdorff In… Director sein können



    # 2292

    Die …riall Extracten thue ich



    # 2292A

    Das C…. deren Hadbareischen Äkern und deren Bauern



    # 2294

    werden, zerschiedene ….. gehabt, in dehme

  • # 2283

    Dann ich Speculire für dieses Jahr / Eine Robott (Rabatt?) zu ersparen, die mir das Holtz zum Kalch führen /wirdt.


    # 2284

    daß gnädigst anbefohlene küchel(iche) Mentsch, wirdt auch mein / Weib bis 1ten May aufzutreiben trachten.



    # 2285

    Indehm Sie bies / nun von der Colliburavitädt (???) keine dergleichen Consription er-/hielten,


    # 2286

    um wie hier/ also auch für Kobsdorff Jurium Director (?) sein können...


    Nr. 2292 und 2292A bislang gar nichts



    # 2294

    werden, zerschiedene Comedien gehabt, in dehme

  • Lieber AN!


    Hut ab und Danke schön!

    Mit den Entzifferungen sind mehrere Sätze für mich restlos verständlich!


    # 2283

    Dann ich Speculire für dieses Jahr / Eine Robott (Rabatt?) - es geht um den Frondienst.


    Gruß,

    Johann

  • Lieber Johann,


    ist Robott=Frohndienst?


    Zu # 2292A müsste ich es jetzt auch haben


    Das Cambium (der Wechsel, Vertauschung o.ä.) derer Hadbareischen Äkern und deren Bäumen/

    habe ich schon auch zu bewürken angefangen



    Nur schade, dass hier so gar keine Diskussion mehr entsteht, damit du am Ende alle Sätze verstehen kannst.

  • Lieber AN,


    ist Robott=Frohndienst? - Laut Duden: die Robot - Frondienst, Fronarbeit


    Ich danke Dir für die Deutung des Wortes "Cambium". Ich meinte es noch auslesen zu können, aber mit seiner Bedeutung (die Wachstumsschicht zwischen der Splintholzzone und der Rinde beim Holz - Wikipedia) konnte ich in diesem Kontext nichts anfangen, was mich total verunsicherte, ob wirklich Cambium dort steht.

    Äkern und deren Bäumen/ - Die Buchstaben "e r n" im Wort "Äkern" sind für mich gleich mit den "e r n" im Wort Bauern. Ich sehe kein ä und m in diesem Wort.
    Der Sinn der Satz ist für mich jetzt klar. Das "Cambium" / der Wechsel ist angefangen worden, damit der gegebene Bauer nicht ewig die gleiche gute / schwache Fläche zur Bestellung hat. Darum mussten die Flächen unter ihnen zeitweise (jährlich?) neu verteilt werden. Vielleicht waren die Lage und die Bodenbeschaffenheit dieser Äcker nicht überall gleich, wodurch auch die Erträge bedeutend unterschiedlich ausgefallen sind.

  • Laut Duden: die Robot - Frondienst, Fronarbeit

    Oh, das war mir absolut nicht klar, für meine Quellen ein ganz und gar untypischer Begriff.

    Die Buchstaben "e r n" im Wort "Äkern" sind für mich gleich mit den "e r n" im Wort Bauern

    Klingt durchaus plausibel. Ich dachte an Buschwerk auf den Feldern, das ist in dieser Zeit häufig noch als eigenes Besitzstück aufgeführt. Das m sehe ich schon, das e wäre demnach lateinisch. Nicht selten kam es vor, dass die Grundherren und Eigenbauern hier Weidenbäume zu Ackerland umschlagen wollten, wodurch es mit den Anspännern und Hintersättlern zum Prozess kam, meist prokuriert durch das entsprechende Amt oder Patrimonialgericht.


    Aber auch der Bauer ist plausibel. Der Wechsel im Zuge der Dreifelder-Wirtschaft erscheint mir sinnvoll. Ich kenne Cambium vor allem als rechtsgeschichtlichen Begriff für den Wechsel von Geld (also das spätmittelalterliche Wechselgeschäft und die diversen Ausprägungen). Der Georges nennt auch Tausch als Bedeutung. Die Feldbebauung wurde hier, im ehemaligen Preußen, nicht jährlich durch Komissare untersucht, sondern seit dem 18. Jahrhundert mit systematischen Landmessungen in Diarien festgehalten. Da wa rtatsächlich haarklein aufgeführt, wer wann welches Stück im Winterfeld, welches im Sommerfeld bebaute und wer was zu Wiesen und Brache liegen ließ. Dadurch konnten die Triftwege für den genossenschaftlichen Viehschlag definiert werden, sodass sich kein Bauer beschweren musste,dass die Tiere seine Früchte niedertrampelten.