Eine schöne Zierschrift

  • In dem Heft „Der Pelikan“ (Mitteilungen der Pelikan-Werke, Günther Wagner, Hannover) Nr. 51 von 1951 fand ich die Verſalien einer ſehr ſchönen Schrift, die für meine Begriffe durch ihre Eleganz ſofort ins Auge ſticht, ohne aufdringlich zu wirken.

    Ob die Kleinbuchſtaben im unteren Bereich dazugehörig ſind, kann ich nicht ſagen.


    Es iſt möglich, daß die Schrift das Werk eines Kalligraphen war, der es für dieſes Blatt gezeichnet hat, es iſt aber auch möglich, daß es ſich um eine Druckſchrift handelt.


    Kennt jemand dieſe Schrift bzw. ſind die Kleinbuchſtaben ganz unten zu den Verſalien gehörig?

  • Schon der Herausgeber diesen Blattes sagt eigentlich deutlich, dass es sich hier nicht um eine Satzschrift handelt, sondern um eine von einem Kalligraphen geschriebene Vorlage , die mit Feder nach geschrieben werden kann.


    Solche Schriften hatten auch keinen Namen, denn Schriftnamen dienen ja nur dem Nachbestellen von Lettern bei Satzschriften, und alles, was sich eben besser handschriftlich machen ließ, wie eben Urkunden, Anschriften auf Fahrzeugen, Wandbeschriftungen, Schilder, Grabsteine und vieles mehr, wurde nicht mit Satzschriften beschriftet. Satzschriften mit individuellen Namen, also nicht nur nach dem generellen Grundstil wie Fraktur, Gotisch, Antiqua, Grotesk u.s.f. benannt gab es bis vor ca. 3 Jahrzehnten nur bei Drucksachen, also Büchern, Zeitschriften, Prospekten Text-Plakaten und anderen Akzidenzen. Alles andere, wo heute selst professionelle Gestalter oft Stunden nach einer passenden digitalen Schrift suchen, wurden damals nahezu immer frei von Hand geschrieben oder gezeichnet.


    Auch gehörte die Gestaltung und handwerkliche Umsetzung von Schrift zu fen Ausbildungsinhalten vieler Berufe.


    Zu dem Blatt: Ja, die Minuskeln unten auf dem Blatt sind zugehörig zu den Versalien gedacht, Trotzdem war rs jeden, der dich durch dieses Blatt inspirieren lassen sollte auch freigestellt, diese durch seiner Hand flüssiger zu schreibenden Buchstaben ersetzen zu können.

  • Recht vielen Dank an PeterWiegel für dieſe Erklärungen. Der Schwerpunkt meines Schriftintereſſes liegt bei den Schreibſchriften. Bei Druckſchriften liege ich noch ganz am Anfang.


    Gebrochene Schriften richtig einzuordnen fällt mir immer noch ſchwer. Ich liebäugel zwar mit dieſer und jener Schrift für den heimischen Rechner, bin aber trotzdem noch am Suchen.


    Ich kenne die digitaliſierten Schriften der heimiſchen Anbieter und habe auch das „Handbuch der Frakturſchriften“ durchkämmt. Aber leider habe ich nicht dieſe Schrift, auch eine annähernd ähnliche, finden können.


    Schade. Die beſagte „Zierſchrift“ ist wirklich eine Augenweite. Sie würde jeden lyriſchen Text noch um einiges aufhübſchen. Es wäre zu ſchön gewesen, wenn es sich um eine Druckſchrift gehandelt hätte, die bereits digitaliſiert worden wäre.

  • Nun ja, man könnte diese Schrift natürlich digitalisieren. Hier gibt es 2 Möglichkeiten:


    1. die saubere Version:

    Hier legt man sich dieses Blatt als Hintergrundbild in ein VektorgrafikProgramm, und zeichnet dann mit den Zeichenwerkzeugen die Konturen der Schruft mach, indem man hier jeden Federzug als einzelnes Objekt zeichnet, und hinterher diese zu den Buchstaben verschmelzt. Ein recht extremes Beispiel ist diese Schrift, woch ich das trotz der Schnörkelei so gemacht habe, Hier waren es allerdings Fotos von den Drucklettern selbst:


    http://www.peter-wiegel.de/JenaGotisch.html


    2, die schnelle, dafür aber etwas unsauberere Version:

    Hierzu benötigt man aber eune höhere Scanauflösung als das Bild hier.

    Hier zerschneidet man dann diese Grafik auf größe der Einzelbuchstaben aber mit gleicher Höhe der Zuschnitte, und lädt diese dann in ein AutoTracing-Programm wie Vector Magic, dass diese Aufgabe recht gut erledigt.


    In beiden Fällen entstehen so eps-Dateien der vielen Glyphen. In der Zeichenmethode kann man schon mal eine Stunde an euinem Buchstaben zeichnen, Autotracing macht das in etwa einer Minute. Diese Vektordateien lassenn sich dann in einem Font-Editor - ich verwende Fontlab 5.2 - dann zu einem Font zusammenfassen,darin auch in den Konturen noch etwas säubern, und die Font-Metrics hinzufügen, dass man damit dann auch anständig schreiben kann. Satz-und Sonderzeichen muss man dafür dann entwefer selbst zeichnen, oder einigermaßen passendes aus einer anderen Schrift, deren Lizenz dies erlaubt dann "klauen".


    Leider bin ich mit der Font-Bastelei grad etwas behindert, ist mir gerade mein PC abgeraucht, und damit leider auch wichtige Software, die ich mir jetzt leider neu beschaffen muss.


    Trotzdem meine Frage: Kannst Du ds Blatt in höherer Qualität scannen?