Anfrage zu einer Urkunde

  • Mir liegt eine Urkunde vor, welche 1728 vom Hochfürstlichen Anhaltischen Amt in Plötzkau ausgestellt wurde. Sie war für einen siebzehnjährigen Mann bestimmt,der ansonsten nur mit seinem Namen, seinem Geburts- und Taufdatum und den Namen der Eltern und der Taufpaten bezeichnet wurde. Möglicherweise war die Urkunde eine Art Pass für einen Wandergesellen, da er zur Vorlage bei Gilden, Zünften, Innungen und Ämtern bestimmt war. Das Papier ist im Laufe von knapp drei Jahrhunderten offensichtlich durch viele Hände gegangen, sodass sowohl der altertümliche Text und dessen Schreibweise als auch der Zustand des Papiers, der Tinte und zahlreicher Verschmutzungen und Vergilbungen das Entziffern erheblich erschwerten.

    Bis auf einige Ausnahmen konnte ich den Text vollständig transkribieren. Einige Worte bzw. Abkürzungen konnte ich leider nicht deuten, hier bitte ich das Forum um Mithilfe:

    Was heißt in den folgenden Passagen

    durch das Sa-

    crament der heiligen (unbekannte Abk.) der Christlichen Kirche gewöhnlichermaßen

    einvercribet worden,

    und

    und zu seinen Pa

    then und (unbekannte Abk.) Zeügen gehabt,

    die unbekannte Abkürzung bzw, was bedeutet sie? Welche Bedeutung hat das Wort „einvercribet“?


    Was haben die Paten und Zeugen festgestellt, die meinten,

    „daß er demnach keiner verwerflichen Arth oder

    Geschlechts Baaß oder cribi-

    gen, sondern rechtlichen guten Herkommens teütscher nation“

    und weiter

    „und allen Zünfften, Gülden (Gilden) und Ämtern ge-

    schidet (beschieden?) sey“…

    Ist das eine Art Vorgabe oder Auftrag an die Empfänger dieser Nachricht?


    An wen richtet sich die Botschaft dieses Schreibens - Zunft, Innungen und Versammlung:

    so mit diesem offenen Briefe ersucht werden, insonderheit

    an alle Zünffte, Gilden und

    Communen, Dienst und freuntliches Suchen und Begehren, demselben zu

    aller Forderung Gunst und gezeigten

    willen aufs beste Ihnen reccommendiret (svw: empfohlen), und befohlen seyn zu lassen

    Ihme in Zunfft, Innungen, und versam-

    lungen(?) auf und anzunehmen, damit Er dieser seiner wahren Uhrkund seines

    ehrlichen Herkommens Frucht

    bührlich genießen möge,“...

    Habe ich den Ausdruck „versamlungen“ richtig gelesen und was besagt er im Kontext zu Zünften und Innungen an dieser Stelle?


    Ich habe mich nach bestem Wissen um eine genaue Transkription bemüht, aber genau ist vielleicht nicht gut genug. Ich nehme gern jede Hilfe an.


    PS Die Anhänge können leider nicht in einem Paket mitgeschickt werden. Es kommen daher mehrere. Ich bitte um Verständnis.

  • #1 Tauffe

    einvercribet
    wird einverleibet sein


    #2 würde ich auf Looß oder liebigen tippen


    mit dem Schnipsel kann ich aber nichts anfangen, da müsste ich schon einen größeren Textabschnitt sehen.

  • #3 dazu gibt es hier keinen Text, ich kann ja nicht wild rumraten


    #4 Versamlungen stimmt.


    Es scheint ein Dispensationsbrief für einen wandernden Lehrling gewesen zu sein. Wenn Lehrlinge auf Wanderschaft um Aufgedinge oder Annahme bei einem Meister baten, mussten sie diese Urkunden in ihrem Wanderbuch mitführen, sonst wurden sie in der entsprechenden Stadt nicht von der Zunft angenommen. Man könnte vielleicht sagen, ein Zwischenzeugnis.