ein Brief an die Gräfin

  • 1 dann der NootarArticell

    2 pro et contra

    3 decidirt

    4 feidentlich

    5 2te C(lasse) in gr (oder Pfennige oder was auch immer)

    6 Ein jedes Amitait (?) das seinigte

    7 Amitater

    8 wo Hulen und Minösch seyn

  • Lieber AN, habe herzlichen Dank für die Unterstützung! Ich komme damit viel weiter im Verstehen des Textes.

    Zu 6 und 7: für mich sind die ersten zwei Buchstaben Co, wie im "contra". So lese ich diese Wörter als Comitadt, bzw. Comitater (in Mehrzahl) aus. Komitat ist der lateinisch-deutsche Name vom auf Ungarisch "megye" genannten Verwaltungskreis.


    4. feidentlich - kann man das heute feindlich nennen/überszeten?


    Mit dem größten Interesse habe ich auf die Entzifferung von 8 gewartet. Leider sind Hulen und Minösch heute nicht mehr verwendete Wörter. Vielleicht waren sie auch vor 220 Jahren nur in Nordugarn von den Zipser Sachsen verwendet.

  • bei 6 und 7 stimme ich zu, Comitater scheint in Ungarn doch eine gängige Bezeichnung für Abgeordnete des Kreises gewesen zu sein. Aber die Endung bei Nr. 6 löst das für mich nicht. Für meine Begriffe ist das ein viel zu schwacher Bogen für ein d, daher neigte ich hier zur Endung -ait, (in dem Fall dann wohl Comitait).


    Nr. 4 ja, würde ich "feindlich" übersetzen


    Was ergibt sich denn bei Nr. 8 aus dem Kontext auf der nächsten Seite? Ich bin ja nun wirklich kein Experte in dieser Region, aber außer Gebrauch geratene Ortsnamen, kenne ich von überall her.

  • Die Idee zum "Comitadt" kam durch die Schreibweise von "wirdt", in dem das d mit dem t oben verbunden ist.
    Im "Comitadt" ist das d oben wirklich sehr blaß, man kann dort auch durch die Vergrößerung kaum etwas sehen. Am Wort gab ich mit roten Linien an, was ich dort sehe.


    Bei Nr. 8 geht der Text so weiter: und obdieser Comitater wo kein Hulen und Minöscher sindt

    jene ins aequivalenti, daß ist in früchten abzutragen haben

    werden, wann also das letztere wäre, hätte ich um früchten

    zu sorgen für f 1550 x 5. Wann aber das erstere geschieht,

    wäre also die Repartitio abzuwarten wie viell für daß

    Viech in Geldt und wie viell in Natura deren früchten ab

    zutragen wären.


    Hulen und Minösch(er) waren vielleicht territoriale Dubletten von Ochsen und Pferden.

  • Mhm...auf jeden Fall irgendeine Zuchtrasse und keine reinen Ortsnamen, ich nehme an, mit einfachen Übersetzungen von Pferd und Ochse aus dem Ungarischen kommt man da nicht weiter?


    Ansonsten muss ich hier, wie so oft, mit meinen bescheidenen Mitteln wieder passen. Hul ist viel zu allgemein für eine Verschlagwortung, Minösch scheint zu speziell für eine Suche zu sein. Wobei Minösch ja auch ein kollektiver Plural zu sein scheint...

  • Nein, diese sind keine Ortsnamen und auch im Ungarischen gibt es keine Wörter, welche mit solchem oder ähnlichem Stamm in den Kontext passen würden.
    Hulen und Minösch bleiben ewige Rätsel...