Matrikeleintrag mit Fragezeichen

  • Liebe Forummitglieder,


    ich bitte Euch erneut um Unterstützung.

    Im Matrikeleintrag sind für mich mehrere Buchstaben nicht (oder nicht eindeutig) erkennbar.


    Ich bin für jede Hilfe sehr dankbar.


    Gruß

    Johann


    Eintrag1

    der Ehrengrechte Mathias Aliquander

    Haus Inhaber ledig g.l .an Raab ist 7 Jahr

    schon in der arbeit beym Tischler Mster Haunald

    wohnhaft auf den Razensteig No 474

    Mit der Legl (?) H. catahrina Schwitzerin geb


    Eintrag2

    alhier der Voter Schwitzern Hauß Inhaber . (Trennungszeichen?)

    hilariel (?) uxor beyd .erl Ehl Tochter alt 32 Jahr

    wohnt auf der wad. No. 131

    testes Franz Joseph Janika . (Trennungszeichen?) Sebastian

    Marekl b(eide?) schlosßer Mster

  • Vorschlag


    der Ehrengrechte Mathias Aliquander

    Haus Inhaber ledig geb(ürtig) Von Raab ist 7 Jahr

    schon in der arbeit beym Tischler Mster Haunold

    wohnhaft auf den Kazenstrieg (?) No 474

    Mit der Engl. (oder Jungfrau) J(ohanne). Catahrina Schwitzerin geb


    alhier des Peter Schwitzern Hauß Inhabern et

    hilario (Schauspieler) uxor beyd .seit(ige ?) Ehl Tochter alt 32 Jahr

    wohnt auf der wordy (?). No. 131

    testes Franz Joseph Janika et Sebastian

    Marekl b(eide) schlosßer Mster

  • Liebe/r AN,


    herzlichen Dank für die Klärung der markierten, bzw. vonmir falsch entzifferten Textstellen!


    noch eine Entzifferung: beyd seel(ig)


    Gruß, Johann

  • Hallo Johann,


    ja da war ich mir unsicher, hast du bestimmt gemerkt. Ich würde übrigens bei dem Wort in der letzten Zeile von Auschnitt 1 doch eindeutig auf Eng(el) gehen.

  • Hallo Angemeldet,


    trotz Deiner Unsicherheiten komme ich weiter, weil ich selbst in Deinen Unsicherheiten weitere Anhaltspunkte finden kann.

    Wie z.B. "Kazenstrieg (?)"
    Kazensteig - Katzensteig ist ein Teil der Wiener Innenstadt. Das zitierte Matrikelbuch ist aus Wien. Also ist auch der Wohnort der betroffenen Person damit geklärt.

  • auch Vorschlag


    hier in der arbeit beym Tischler Mster


    Mit der Tug(end)l(ichen) J(ungfrau)


    hilariel - Der Anfangsbuchstabe ist für mich ein K wie in Katzensteig, auch wenn das erstmal nicht viel mehr Sinn ergibt.


    beyd. seel(ige) Ehl(eute) Tochter


    Gruß Erna

  • Also bei hilariel kann ich nicht zustimmen. Zunächst mal ist das ein lateinisches h, wie ja bei lateinischen Beufsbezeichnung auch üblicherweise in Latein geschrieben wurde. Auch der erste Bogen vom K fehlt. Kilariel ergibt keinen Sinn und Hilariel ist ein Männername.


    tugendlichen könnte sein, auch tugendsamen ginge hier, aber das wäre ja egal. Kann man das vielleicht aus einen vergleichbaren Eintrag ersehen?


    beyde seel(ige) fände ich auch plausibel. Warum soll er das abkürzen?

  • Nunja,

    weil mir das kleine h für eine lateinische Berufsbezeichnung irgendwie nicht passt, und weil es im Vergleich dem Kazensteig so ähnlich sieht. Aber ist es wirklich Kilariel, ich bin mir da nicht so sicher, Allerdings kann ich hilario auch nicht erkennen.


    Warum soll er seelig abkürzen? Ja weil das durchaus abgekürzt wurde, wäre kein Novum.

  • Ich meinte nicht seelig sondern beyde


    Es ist hilario. Dafür spricht nun zusätzlich auch, dass du dir bei dem Fantasiewort Kilariel doch nicht sicher bist, weil es eben offensichtlich kein K ist. Das a findest du in Janika und Sebastian mehrfach wieder. Das i ist das gleiche wie bei "in der arbeit" und kommt zweimal vor. Das einzig fragwürdige ist das o am Ende, das dem in Tochter gleicht, das so einen komischen Schlenker hat, dass man glauben könnte, es ginge noch weiter. Das hat vermutlich auch der Schreiber beim Schreiben gemerkt, als er registriert hat, das er hier den Dativ setzen muss und damit hilari... viel schneller zu Ende war, als wenn er hilarius hätte schreiben können. Vielleicht musste er irgendwie den Abschluss hinkriegen. Das spräche übrigens auch dafür, dass der Schreiber hier eine eher ungebräuchlichere lateinischen Berufbezeichnung gewählt hat, was wiederum dafür spräche, dass da hilario steht.

  • Ich lerne sehr viel aus Eurem Gespräch, danke für den Austausch.
    Ich las das Wort als ein Fremdwort, darum nicht mit Kurrentschrift geschrieben.
    Nach der Logik der Matrikeleinträge meine ich, dass Hilario der Name der Gattin sein müsste (und kein Berufsangabe des Vaters). siehe dazu den Anhang. Es muss kein deutscher Vorname sein, der Priester konnte es auch verhört haben. Hauptsache, dass auch die "uxor" einen Namen hatte, wie fremdklingend auch immer er war.

    Mit "Tug(end)l(ichen) J(ungfrau)" bin ich einverstanden.
    Zum Vergleich sind mehrere Einträge von der gleichen Hand hier zu finden: http://data.matricula-online.e…-st-stephan/02-068/?pg=34

    Nächste Woche kehre ich zu meinem Lieblingsthema zurück, was die Geschichte der Juden in Ungarn ist. In einem Brief des Augburgers Distriktrabbiners Hirschfeld (er ist in Ungarn geboren und war davor Oberrabbiner in Pécs), den er dem Szegeder Oberrabiner nach Ungarn schrieb, sind leider einige für mich "harte Nüsse". Ich möchte wieder Euch/die Forummitglieder um Hilfe bitten.

  • Hallo Johann,


    danke für die zusätzlichen Ausschnitte. Jetzt ist doch klar, dass der Endbuchstabe beim hilarius kein Zufall war. Ich würde daher auch sagen, es handelt sich um Hilaria, in dem Fall den Namen der Frau. Kilaria schließe ich nach wie vor aus, das ist in (mehr gewolltem) Latein verfasst.


    Bei den anderen Lösungen stimme ich auch zu.