Die Herausgabe eines alten Schulheftes

  • Nicht schlecht staunte ich, als im Schaufenster einer Thüringer Stadtinformation eine Broschüre entdeckte, auf der folgender Text in Sütterlin stand:


    „Wenn du das hier lesen kannst, dann gib dein Wissen weiter, sonst kann bald niemand mehr die Tagebücher unserer Großeltern lesen!“


    Der Herausgeber hatte aus dem Nachlaß seiner Schwiegerleute ein Schulheft gefunden; einfache Texte mit schönen Zeichnungen versehen. Da er von der Schrift fasziniert war, es aber nicht lesen konnte, besuchte er kurzerhand ein Sütterlinkurs an der Volkshochschule.


    Somit entstand die Veröffentlichung des Heftes auf knappen 47 Seiten; die Bilder mit dem Originaltext und nebenan gleich die Übertragung.


    Inhaltlich ist dies erstmal für Lokalpatrioten interessant, da das Schulheft wie der Titel bereits sagt, „Orte, Sagen und Besonderheiten aus dem Schiefergebirge“ vorstellt. Aber in erster Linie geht es dem Autor darum, den Leser aufzufordern, sich mit den alten Schriften zu befassen. Dazu wurde ein Beiblatt des Sütterlin-Alphabet beigelegt.


    Die Zusatzinformationen sind knapp gehalten, jedoch wäre ein kurzer Text zur Entstehung des Heftes auf Grund des Zeitraumes von 1937 bis 1945 notwendig gewesen. Man wird dem Herausgeber eines Schulheftes einer Schülerin in der damaligen Zeit heute nichts unterstellen wollen, jedoch könnte es bei einem Bildtext leicht zu Irritationen führen.


    Dann hat man bei der Übertragung sich an die heutige Rechtschreibung gehalten, jedoch stolpert der Lernende schnell über die Schreibweise einiger Wörter mit „ß“, welches heute mit „ss“ geschrieben wird. Auch dies ist nicht ausdrücklich erwähnt worden.


    Das soll aber der kleinen Publikation keinen Abbruch tun und ich freue mich jetzt schon auf die Herausgabe eines 2. Teil, indem es ausschließlich um die Gemeinde Heberndorf geht.


    Sehr gefreut habe ich mich noch über das handgeschriebene Grußwort eines Gymnasiallehrers, bei dem ich selbst mehrere Kurse besucht habe. Überhaupt ist es seinen großen Engagement zu verdanken, daß die Kurse in hiesigen Volkshochschulen außerordentlich gut besucht werden.