Testament aus 1797

  • Liebe Freunde der Kurrentschrift,


    ich beschäftige mich mit der Umschreibung eines Testaments aus 1797.

    Es sind in dem dreiseitigen Dokument 10 Wörter, welche ich nicht entziffern kann. Ich lade jetzt nur einen Absatz hoch und bitte Sie um Hilfe.

    Das erste Foto zeigt den ganzen Absatz, das zweite vergrößert das "problematische" Wort, welches ich nicht auslesen kann.

    Meine Umschreibung:

    Soll meine Obbenannte Gemahlin Verbunden Seÿn

    in die allhiesige Graeci u Uniti…itich Pfarr

    Kirchen ein Meeß-Gleid im Werth Von

    Fünfhunderth Gulden machen zu lassen.

    An Zeitlichen (??)

    Ich bin für jede Hilfe dankbar.

  • Liebe Erna,

    herzlichen Dank für die Antwort. Ja, ich schickte nur wenig Text, damit die Buchstaben möglichst groß sind.

    Ist die letzte Zeile ("An Zeitlichen") korrekt ausgelesen?

    Es gibt noch eine Stelle im Dokument, wo das gefragte Wort vorkommt. Im Anhang ist es mit dem roten Pfeil markiert.
    Soeben kam ich drauf, dass dieses fragliche Wort "Ritus" sein kann, was eigentlich gut in den Kontext paßt. (Graeci non Uniti Ritus)
    In der zweiten Hälfte des Anhangs sind zwei Wörter, welche ich nicht entziffern kann.
    Ich bitte um Hilfe.
    Gruß
    Johann


    Empfehle ich meine Arme Seele der Göttlichen

    Barmherzigkeit, und Verlange in dem Graeci-

    non Uniti Ritus Kirchen-Friedhoff begraben

    zu werden, worzu ich all-nöthigen Veranstall-

    tungen und Kösten meiner Lieben Gemahlin

    Elisabetha gebohrene Pertovits anvertraue.

    Bestimme ich zum Trost meinen …??? Seelig.

    Vatters Stephen Graits und Mutter Maria

    Seele dreÿ Selendagien (????), welche von den

    Geistlichen Herrn Josiphovits und Nehkovits

    gebeten werden sollen.

  • Hallo Johann,

    ob An Zeitlichen richtig ausgelesen ist, will ich nicht bestimmen, sieht zu abenteuerlich aus.

    "Ritus" ? Die Variante des großen R ist mir so noch nicht untergekommen, kann ich mich nicht zu verstehen. Und das dazu gehörige s am Ende, sieht für mich immer noch wie ein End-h aus, weswegen ich auch ein Problem mit den ganzen ts Endungen bei den Namen habe.

    Ist so eine Kirche oder ein dernamiger Friedhof bekannt?

    Kann man die Namen so sonst irgendwo finden?


    Zum ersten

    Trost meiner, meines Seelig

    Vatters Stephan Graith, und


    Zum zweiten fällt mir auch nicht viel ein, Valendarien? Was liest man so für´s Seelenheil?

    Einen g-Bogen kann ich aber nicht finden, das gehört zum Herrn Wipworith.


    Tut mir leid, bin wohl keine große Hilfe.

    Gruß

    Erna

  • Hallo Erna,
    jede Deutung, oder Überlegung ist für mich sehr nüzlich, also herzlicher Dank für die Antwort.

    "Graeci non uniti Ritus" bedeutete in den früheren Jahrhunderten die griechisch nicht unierte Kirche, d.h. die orthodoxe Kirche. Leider gibt es kein anderes Wort im ganzen Text, welches mit R anfängt, so ist der direkte Vergleich nicht möglich. So können wir das R vom "Ritus" nur aus dem Kontext erkennen, obwohl er uns auf den erste-zweiten-dritten Blick nicht so überzeugend ist. Andere sinnvolle Lösung sehe ich hier nicht.
    Wirklich, auch das s am Ende der Wörter ist nicht so eindeutig, aber die Schreibweise des am Ende des Dokuments befindlichen Namens kann richtungsweisend sein: Joannes Kraits. Also doch nicht h.
    "Einen g-Bogen kann ich aber nicht finden" - wirklich, der Bogen gehört zum unteren Buchstabe - danke schön.

    So ist das fragliche Wort "Salandarien". Gestern erfuhr ich, dass ein Gebet für die Verstorbenen in der serbisch-orthodoxen Kirche "сарандар - sarandar" heißt. Diese Form im Testament kann wohl ein Verhör sein, der Magistratsbeamte und Zeuge, der Verfasser des Textes, war kein Serbe.
    Im mittleren Teil des Testaments habe ich leider ein Haufen "harte Nüsse".
    Ich melde mich damit noch heute, für jede Hilfe bedanke ich mich herzlich.
    Liebe Grüße aus Südungarn.


    Johann

  • Hier ist der für mich "problematische" Teil des Testaments, voll mit "Rätseln".

    Wer kann mir dabei helfen?


    "dem zwischen Mir und Ihr unter September

    1763 vorgegangenen, und auch seinem Löbl.

    Magistrat referirten Vergleich zum Vätterlichen

    und Mütterlichen Erbs-Antheil 1/4 3/8 Wein-

    garten in Cheslar Pronontoris abgetrettenen (?)

    den 30 f id est Dreißig Gulden denoch bezah-

    let sind einem …..

    samt einem Paar Ohr…. mir B

    …..habe. Meine Vatterlichen

    und Mütterlichen Erb-Antheill über

    höchstens Sechshundert id est 600 f nicht

    zugekommen, und Verbleiben seÿn Einfolg-

    lichen auch ich in Ermangelung einer ei-


    genen Leiblichen Erben deren dreÿen

    aus vorbenannt meiner Schwester hinter-

    bliebenen Kindern Gabriel, Ivana, und

    J...a Kuklenderovits desen Sechshundert

    Gulden geordert haben wolle, welche

    auch meine Gemahlin von den Vorhand

    seÿn werdenden??. Wenn nach meinem

    Tode denselben also gleich … zube-

    zahlen gehalten seÿn sollen, Über diese

    600 f."

  • Hallo Johann,

    wenn ich mir das id est ansehe, kann ich mir ein s, daß wie ein h aussieht gefallen lassen, auch wenn es das Lesen nicht gerade erleichtert. Und wenn wir die Benennung des Ritus haben... mir fällt nichts besseres ein.


    zum Ersten:

    - abgetretten(en) seh ich auch so

    - kupfernen Wasser-Kessell

    - Ohrwäkll mit Berlln be- :) , nee, tut mir leid

    - händiget (durch den Schnitt sieht das Wort länger aus als es ist)


    zum Zweiten:

    - Ivana könnte auch Joana sein, dann bin ich danach für Justina, aber Vornamen... puh

    - werdenden könnte durchaus stimmen

    - hinaus, was besseres fällt mir nicht ein


    Ich hoffe, es waren ein paar Anregungen dabei.

    Gruß

    Erna

  • Hallo Erna,


    ich danke Dir für die Bemerkungen, Deutungsversuche herzlich. Sie sind wirklich hilfreich.
    Ich werde den Text mit diesen Ergänzungen erst morgen abend wieder studieren.
    Meine Erfahrung zeigt, dass eine Pause auch in solchen Sachen oft gut tut.

    Gruß
    Johann

  • Hallo Kurrentschriftfreunde,

    ich bitte Euch wieder um Hilfe, 2-3 für mich "harte Nüsse" zu knacken.


    Zum ersten Foto:


    Will ich denselben denoch aus besonderer

    Gewohnheit Hundert Gulden id est 100 f

    dergestallten Vermachen, daß sie sich

    gegen meine Gemahlin, welche diese

    lebenslänglich zu genießen hat, folglicher

    nur beÿ den H…….. dieselben ohne

    Interesse Ihnen zu verabfolgen seÿn

    werden, (…)


    Zum zweiten Foto:

    ohnehin ein namhafter Grund meinen

    Erworbenen w?…., für eine wahre Univer-

    sal Erbin eingesetzet seÿ und damit

    freÿ …halten und walten können sollen. (…)