Eine abgeschriebene Annonce/Zeitungsnotiz aus Österreich nach 1850

  • Hallo Alle miteinander!


    Ich übertrage zur Zeit ein handgeschriebenes Haushaltsbuch aus dem Raum Steyr in Österreich. Dieses ist voller Back- und Kochrezepte sowie Haushaltstips und religiös motivierte Texte. Dieses Buch wurde ca. 1850 begonnen, dann vermutlich von der Mutter auf die Tochter usw. weitergeführt bis etwa 1880. Diesem Buch liegen einige lose Blätter bei, unter anderem eine mehrere Seiten umfassende durchnummerierte Sammlung von abgeschriebenen Anzeigen und Haushaltstips, jedoch sind diese leider nicht vollständig. Diese Anmerkungen stammen vermutlich ebenfalls aus einem Haushaltsbuch aus Österreich. Diese wurden als „Anmerkungen“ bezeichnet. Im letzteren Teil des Haushaltsbuches und den „Anmerkungen“ finde ich einige textliche Übereinstimmungen. Hier scheint etwas abgeschrieben bzw. weitergereicht worden sein.

    Ich habe eine Anzeige aus dem Text übertragen. (Ihr könnt ja diesen mal kritisch auf eventuelle Fehler durchsehen).

    Dieser ist inhaltlich für Freunde des Handgeschriebenen interessant. Nun zu meiner Frage:

    Kann man anhand des Inhaltes der Annonce diese zeitlich eingrenzen? Und welches Zeitungsblatt war im Raum Steyr in der Zeit von 1850 bis 1880 dominierend?


    Wie immer bin ich auf Eure Meinungen gespannt!


    Hier die Annonce:


    Anzeige. Die bewährten echten, galva-

    nischen Federhalter des Hauses Allexander in

    Birmingham und Brüssel, geprüft und anerkannt

    von dem kais. Akademie der Wissenschaften in Pa-

    riß und den ersten Gelehrten der Welt, so an

    allen großen Organen der französischen, eng-

    lichen und deutschen Presse mit einmüthigen Bewun-


    …………………………………………. Seitenwechsel


    derung besprochen, sowie die im vergleichlichen,

    nie rostendenen Cernet-Schreibfedern dessel-

    ben Hauses, sind ausschließlich für Österreich zu

    beziehen, durch Johann Bächer‘s Nürnberger Waa-

    ren-Handlung, untere Bäckerstrasse N. 752,

    wo beyde Artikel stets in großen maßen Quantitä-

    ten vorräthig sind. Warnung. Durch die be-

    reits hier zum Verkauf an gebotenen nachge-

    machten, falschen Cernet-Federn und elektro-

    galvanischen Federhaltern, ist der Erfinder in

    die Nothwendigkeit versetzt, vor diesen unechten

    Fabricaten auf das ausdrücklichste zu warnen.

    Die echten Cernet-Federn sind in Schachteln von bra-

    silianischen Gummi mit dem Nahmen, Die Federhalter

    in Etui mit dem Nahmen und Siegel „T. Allesandre“

    versehen. Alle jene, welche dieses Zeichen nicht tra-

    gen, sind unecht.

  • Hallo GRF!


    Ich hatte mit einer Anwort auf meine Frage in der allgemeinen Runde schon nicht mehr gerechnet, da dieser Beitrag schon etwas zurückliegt.

    Wie ich vermutet hatte, ist der handschriftliche Eintrag auf eine Annonce eines österreichischen Blattes zurück zu führen.

    Verwundert war ich über die Schreibweise der Federn. In der Druckversion ist eindeutig von "Cement-Federn" die Rede, während ich "Cernet-Federn" übertragen habe. Ich bin nochmal Buchstabe für Buchstabe durchgegangen und wie üblich wurden Buchstaben im Text verglichen. Ich bin zum selben Übertragungsergebnis gekommen: Der Schreiber war halt doch etwas liederlich.


    Recht schönen Dank nochmal.


    Mit Deiner Recherche hast Du im Forum zugleich einen guten Einstieg gemacht!