Dokument von 1418

  • Ich hab es probiert. Der Text ist noch Mittelhochdeutsch. Rechtschreibung und Satzzeichen waren um diese Zeit noch nicht normiert.

    Die Schrift ist teilweise gut lesbar, weil sie Ähnlichkeiten mit Schwabacher und Fraktur hat.


    Hier mein Versuch:


    Ich .. Hans von Sparner[s]t [R]itter Schultheiß .. und wir die Scheppfen der Stat zu Nuremberg veriehen

    offenlich mit diesem Brief .. das für uns [k]ome in gericht .. ulrich Ortlieb und errzewgt als recht was

    mit den B[]samen mannen [hrn] Conrad Im hof und [hrn] Conrad Armbawwr, die sagten auf ir ende das

    geladen tzewgen weren, das Im Rudolff Hofman mit Willen und Wort Hansen Schellhorns

    seines [B.]dems und und Cla[v/r]en sein elichen Wirtin, desselben Hofmans tochter, und auch Köppels

    [vam] Newenmarkt seines eydems [r]echt und redlichen zu kauffen geben hett. Das erbe und alle

    Gerecht. Die sie heten oder gehaben möchten, an dem Stadel mitsampt dem hof vor [Pr]awen

    tor in der prü[..] gelegen, als das [umb] und [umb] begriffen, het, davon die eigenschafft vor

    des ag[..]ten [....] [....] und [.....] sein elichen Wirtin W[o]r, und sie von seine Sweher

    dem Weygel Bra[s]er seligen zu orbteil worden und genallen wer .. Im dem eguten ulrich

    Derlieb und seinen erben zehaben und zemüssen fürbaß ewiklich .. Also das er mit dem

    selben Erb mit sein einshant tün und lassen möht was er wölt .. und gelobt In des zu

    Weren für erb ah recht wer .. und heten auch des gesprochen für [...]tzheim des egute Rudolf

    Hofmans Sun, der noch niht zu sein tagen komen wer, als wenn der zu sein tagen kome

    das denn der egut kauff auch sein gut will und wort wer und das [.]et [....] onge[n]d .. auch

    so het der Borgnt ulrich Küppel, braht mit einem güten brief versiegelt mit der Stat zum

    Newenmarkt aufgedruktem Secret Insigel, den die egüten tzewgen gesehen und verhört heten

    das margret sein elichte wirtin, des borguten Rudolff Hoffmans tochter viehen und bekant het

    das der vorgeschriben kauff auch ir gut will wort wer, und des zu urkund ist Im di[r]

    Brief mit urteil von gericht geben versigelt mit des gerichts zu Nuremberg anhangendem

    Insigel .. [G]eben am [F]ritag vor san[kt] margrete tag .. Nach Krists gepurt vierzehenhundert

    und In dem achtzehenden Jar.

  • Guten Abend, WO

    Gratuliere recht herzlich zur Übersetzung. Ich habe mich auch daran gemacht bin aber mangels Fachkenntnisse noch nicht so weit gekommen. Ich habe großen Gefallen an diesem Schriftbeispiel gefunden. (Dank an Beatrix). Vor allem deshalb weil es genau die Schrift ist, die ich noch neben der deutschen Kurrent (eine frühere Ausprägung der Kanzleischrift von 1744 bin ich derzeit am Einüben) lernen und schreiben möchte. Nun möchte ich eine Frage an sie stellen. Gehe ich recht in der Annahme daß es sich hierbei um eine Bastarda (evtl. englische Charakteristika) handelt? Das Schriftbeispiel weicht jedoch ein wenig von den Schrifttafeln der Kalligraphiebücher die ich habe ab. Zum Beispiel das kleine a, v, s. Ich sehe aber mit großen Vergnügen daß das Schriftbeispiel sehr gut mit einer Breitfeder oder Kiel zu schreiben ist da ich auch eine gewisse Flüssigkeit im Schreibstil sehe. Manche Buchstaben sind miteinander verbunden. Die Aufzeichnungen meiner Bücher sehen eher kalligraphische Kunstwerke vor, die mit einem gewissen Zeitaufwand versehen sind. Falls es eine Schrifttafel dazu gibt, bitte ich sie höflich um Mitteilung. Es sind aber sämtliche Buchstaben im Schriftbeispiel vorhanden, so daß einer Einübung nichts im Wege steht. Nochmals Respekt und Gratulation für ihren Beitrag.

  • Mit Schreibschriften kenne ich mich nicht aus.

    Die ersten Drucklettern sind aber aus den Schreibschriften entstanden. Verfolgt man die Entstehung der Fraktur zurück, so stösst man auf den nürnberger Raum.

    Dort gab es etwas später als das obige Dokument die ersten bürgerlichen Schreib- und Rechenschulen.

    Ich nehme an, dass es sich bei obigem Schriftstück um eine Art Kanzleischrift handelt. Wolfgang Fugger unterscheidet in seinem Lehrbuch zwischen verschiedenen Schreib-, Kurrent-, Kanzlei- und Frakturschriften, neben Rotunda, Antiqua, Textur und andere.

    Für Kalligrafen ein Fundstück mit über 200 Seiten:

    Wolfgang Fugger: Ein nutzlich vnd wolgegrundt Formular Manncherley schöner schriefften … Nürnberg 1553

  • Danke, Wolmers!


    Ich hätte noch einen: https://www.dropbox.com/s/l6rx…0p2/2nd%20letter.pdf?dl=0
    [...?] zu der Post
    Das man nit In Venedig handelen soll ado 1418

    Ist von dem gleichen Dokument, das - wie richtig vermutet - aus Nürnberg stammt, und zwar das Embargo König Siegmunds gegen Venedig betreffend. Ich würde euch auch gerne das Siegel zeigen, aber es ist hier besser zu sehen: http://www.stadtarchive-metrop…r-sigismund-wird-geboren/


    Nochmals herzlichen Dank!


    PS: Das Dokument habe ich aus Amerika bekommen.