Fraktur und Kurrentſchrift in Öſterreich

  • Guten Tag!


    Kann mir jemand ſagen ob die Fraktur und die Kurrentſchrift in Öſterreich wieder offiziell rehabilitiert bzw. zugelaſſen ſind, wie es in Deutſchland der Fall iſt?

    Können die deutſchen Schriften im Verkehr mit Behörden benutzt werden?


    Ich wäre für jede Antwort dankbar.


    Grüße

    Vaidl

  • Wieſo ſollte es nicht ſinnvoll ſein etwas Wert auf Ästhetik zu lege?


    Ich verſtehe nicht was die Frage ſoll.

  • Guten Morgen VA, mich hat das Thema interessiert und angesprochen. Mir ist nicht bekannt (bzw. habe ich auch bislang nichts im Weltnetz gefunden) was auf eine öffentliche Rehabilitierung der alten deutschen Schriften in Österreich hinweist. (Auch was Deutschland betrifft bin ich nicht fündig geworden). Ich denke so Rehabilitierung kann von der Bundesregierung in Österreich beschlossen und in den Bundesgesetzblättern verlautbart werden. Diese sind ab 2004 abrufbar, zu Kurrent- bzw. Frakturschriften gibt es keinen Verweis. Viele Rehabilitierungen sind ja ab den Jahren 1946 erfolgt, aber wie gesagt, ein Hinweis fehlt mir bislang.

    Was Behörden betrifft gibt es heute Hilfs- und Downloadbereiche, hier bezieht sich die Form jedoch auf die inhaltliche Textierung. Die Schriften sind in den üblichen Geschäftsschriften wie Helvetica, Arial etc. gehalten. Sämtliche auszufüllende Formulare ersuchen um Eintrag in Blockbuchstaben.

    2017 wurden von der deutschen Regierung 1,2 Milliarden Blatt Papier bedruckt. Dies nur zur Umsetzung des E-Government. Über die handschriftlichen Kurzansuchen an Behörden habe ich noch keine Statistik. Als ehemaliger, über 40 Jahre tätiger Bankkaufmann kann ich jedoch festhalten, daß handgeschriebene Kurzbriefe absolut keine Seltenheit sind. Auch eine nicht ausgeprägte Kugelschreiberschrift auf karierten Zettelwerk ist schlecht lesbar und keine Etikette des Verfassers.

    Es gehört nach wie vor zum guten Ton des Adressanten einen gut lesbaren, sauberen und ästhetischen Schriftverkehr zu führen. Zudem haben reifere Jahrgänge oft eine Mischschrift aus Latein und Kurrent entwickelt. Jedoch wunderschöne Handschriften.

    Womit wir hier wieder zum Thema zurückgreifen. Falls in Österreich noch keine offizielle Rehabilitierung der alten deutschen Schriften erfolgt ist stellt sich die Frage ob wir hier nicht dementsprechende Schritte setzen sollen.

  • Guten Abend!


    In den 80er oder 90er Jahren des XX. Jahr- hunderts hat der BfdS (damals trug er noch nicht den Zusatz "... und Sprache") für einen Schüler, der in der Schule Kurrent schreiben wollte, ein Gutachten hierzu erstellt. Soweit ich mich erinnere, wurden damals keine Gesetze oder Normen entdeckt, die den Gebrauch der Kurrentschrift untersagen. Leider kann ich auf den Netzseiten dazu nichts finden. Das betraf aber wohl auch die Lage in Deutschland.