Wer kann diesen Hochzeitseintrag lesen?

  • Ich bin immer noch bei der Räderung des Christian Schulte 1805 bzw. den Folgen der Tat und befasse mich aktuell mit der weiteren Familiengeschichte des Opfers.

    Am 17.5.1818 hat vermutlich der Sohn des Opfers geheiratet - aber ich kann nicht alles lesen.


    Hier der Eintrag:



    Ich lese bisher:

    Am 17ten Maj zum _________

    aufgeboten Heinrich Tillmann

    aus Strickherdicke, des erschlagenen

    Friederich Tillmann ___________

    ____ ehelicher Sohn; und Antoinetta Käuc

    ke _____ Schwitten, Amts Menden.

    Dimissa_______ nach Fröndenberg.


    Die Stelle zwischen "Friederich Tillmann" und "Sohn" ist besonders spannend, weil da wohl die Beziehung des Sohnes zum Mordopfer beschrieben wird. Aber ich krieg's nicht gelesen.


    Bitte helft mir!

  • Hallo,

    hinter Friedrich Tillmann lese ich "aufgeboten". Das Ende des Wortes ist verkrichselt. Es ist auch möglich, das hier ein neues Wort beginnt und in der nächsten Zeile sich fortführt.

    Man vergleiche zumindest mit "aufgeboten" in der 2. Zeile.

    Wäre es möglich, das in der vierten Zeile "aus ehelicher Sohn" steht und dies eine sprachliche Abkürzung für "außerehelich" bedeutet?

  • ich lese hier eher "nes" ehelicher Sohn (vergl. mit dem e aus ehelich, das n aus aufgeboten drei Zeilen darüber, der letzte Buchstabe s, der Schreiber wechselt öfters für einzelne Buchstaben zur Antiqua), dann wäre es die Fortführung des unleserlichen Wortes, wenn man das "Gekrickel" als Bindestriche interpretieren mag.

    Leſerlichkeit iſt die Höflichkeit der Handſchrift (Friedrich Dürrenmatt).

  • Zwischendurch ein fettes Danke für bisherigen Beiträge.


    "... zum erstenmale aufgeboten..." passt durchaus zum Schriftbild und ist im Kontext sinnvoll. Ich werde mal im Frönderberger Kirchenbuch nachlesen müssen, vielleicht sind dort die weiteren Aufgebotstermine und vor allem die Eheschließung vermerkt.


    das andere "unlesbare" Wort könnte in der Tat über den Zeilenwechsel fortgesetzt sein. ich würde als Wortendung aber eher "ner" lesen, also "des erschlagenen Friederich Tillmann ....ner ehelicher Sohn".

    Ich dachte schon an "erstgebohre ner", aber das passt nicht. Weitere Ideen sind herzlich willkommen!


    Der Wechsel zur Antiqua ist beim Schreiber im Übrigen nicht zufällig. So wie ich das sehe, wechselt er planvoll zur Antiqua bei allen Eigennamen (Personen und Orte).

  • Treffer im Frönderberger Kirchenbuch. Dort hat sich ein späterer Pastor die Mühe gemacht, einige Einträge (auch die von 1818) mit der Schreibmaschine abzutippen - also problemlos lesbar: Die Hochzeit fand am 14. Juni 1818 in Fröndenberg statt. Dann passt "zum erstenmale" prima in den Kontext.