Bitte um Hilfe bei Übersetzung

  • Hallo Freunde der Kurrentschrift,

    ein weiterer Brief, bei dem ich Hilfe bei der Übersetzung benötige.

    Die Autorin des Briefes war vermutlich "Maria Anna Cecila Renata" Prinzessin zu Ungarn und (Böhmen???) Erzherzogin zu Österreich.

    Soweit ich das richtig gelesen habe.

    Beim Brieftext kann ich nur einzelne Wörter lesen. Leider kann ich keinen vollständigen Satz entziffern.

    Bitte um eure HILFE bei der Übersetzung des Briefes.

    Liebe Grüße

    Franz


  • Hallo Franz,

    ich starte mal einen Versuch:


    Maria Anna und Cecilia Renata Princesin zu (haben beide gezeichnet)

    Hungarn und Bohaimb (könnte Böhmen seyn) Erzherzogin zu Östierreich


    ...dame Geistliche (?) Liebe Andachtige, Unß hat Unßer Camerdiener und

    getreuer Lieber, Ernst Auer, gehoramist (?) fürgebracht, wie daß Er

    wegen seines V(e)atern Anderen Paumbgartners Verlaßenschaft, die Er

    Euch und selbigen Gotshauß (?) und Closter noch vor villen Jaren durch

    Testament legiert und vermacht hat, sich zu Euch eheistes zubegeben

    und gegen Euch gnetlichen zu accommodiren Vorhabens seye.

    Wan Wir nun gedachten Auer, alß Unßer würklichen(?) Camerdie-

    ner gnedigist wol gonnen wolten, daß er wegen besagter Paumb-

    gartnerischen Verlaßenschaft, waß fruchtbarliches bey Euch außrichten

    und zu seiner Contento gelangen möchte, alß haben Wir Euch hir-

    mit gnediglich ersuchen wollen, Ir wollet Euch gegen Ime solcher-

    maßen erzaigen, damit Er dißer Unßerer gnedigsten interces-

    sion würklich genoßen zuhaben empfinden möge. Daß gereicht

    Unß zu ganz angenemben Wolgefallen. Veß Wir verbleiben mit

    gegen Euch und dem ganzen Gotthaus(?) iederzeit mit Gnaden

    wolgewogen. Geben in Wienen den vierundzwanzigsten Marty

    im Jar Sechzehnhundert ainunddreysigisen.


    Ich hoffe, die Sache ergibt jetzt mehr Sinn und die unklaren Stellen können noch geklärt werden.

    Bei "eheistes" habe ich lange gezögert, kann aber beim besten Willen nichts anderes lesen. Meiner Meinung nach soetwas wie ehestens, wir würden wohl sagen demnächst

    Eine höhere Auflösung wäre wünschenswert.

    Gruß Erna

    2 Mal editiert, zuletzt von Ernaburga ()

  • Hallo Ernaburga,

    vorerst ein großes herzliches Dankeschön. Ich bin zur Zeit unterwegs und komme erst am Sonntagabend nach Hause.

    Ich melde mich dann.

    Schöne Grüße

    Franz

  • Hallo Ernaburga

    Bei den Frauen, die den Brief zeichneten, handelte es sich um Erzherzogin Cäcillia Renata (1611-1644) Königin von Polen und um Maria Anna von Österreich (1606-1646). Die beiden Frauen waren verschwägert. Maria Anna war mit den Bruder von Renata ( Ferdinand den III) verheiratet. Durch diese Heirat wurde sie Königin von Ungarn und Böhmen.


    Soweit ich den Inhalt des Briefes verstehe, ist das Schreiben an die Leiterin eines Klosters gerichtet. Darin wird angekündigt, dass der Kammerdiener Ernst Auer sich wegen einer Verlassenschaftsangelegenheit in das Kloster begeben will. Es handelt sich dabei um eine Erbschaft ,die der Vetter des Kammerdieners (Andreas? Paumbgartner) den Kloster vor vielen Jahren durch ein Testament zugesprochen hatte. Die Briefeschreiberinnen bitten, man möge den Kammerdiener mit Wohlwollen aufnehmen ,damit er seinen Auftrag zur Zufriedenheit aller erledigen kann.

    Ich bitte dich mich zu korrigieren, falls ich mit meiner Textinterpretation daneben liege .

    Ein ganz großes DANKE. Du hast mir sehr geholfen.

    Schöne Grüße

    Franz

  • Hallo Franz,


    Vetter statt Vater ist gut, man könnte die von mir gesetzte Klammer entfernen.

    Und Andreas ist ist sogar noch besser, dann würde ziemlich deutlich Andreen dort stehen, also die alte Wes-Form.

    Die Deutung nehme ich auch so vor, obwohl ich nicht ausschließen wöllte, der Herr Auer mag das Erbe zurückerstattet haben. Die Petition der beiden Damen, soll dem ganzen nun etwas Druck verleihen, denn so ganz unabhängig vom Wohlgefallen des Hochadels war die Kirche ja dann doch nicht. Doch das ist nur eine Variante, solange wir nicht wissen, wie und in welcher Art die Folgen waren.


    Die Sache hat Spaß gemacht, vielen Dank.

    Gruß Erna