Abkürzung in alten Protokollbüchern

  • Hallo Miteinander,


    In einem Protokollbuch der 1920er Jahre einer kleinen Gemeinde in Thüringen, deren Protokollant ein Geschäfts- /Kaufmann ist, stoße ich auf zwei Abkürzungen, die ich zwar ansich verstehe (auch nicht wirklich wichtig sind), aber nicht genau weiß.

    1. Zum einem verwendet der Protokollant bei Personen, die in einem Protokoll genannt werden, ab dem 2mal innerhalb des Geschriebenen eine kleines "p" vor dem Namen, zumindest deute ich es so - egal ob Mann oder Frau.

    Ist dies ein "p" oder ein Zeichenkringel, das ich falsch lese? Dieses "p" wurde im Beispieltext unterstrichen.

    2. Am Ende der Protokolle taucht die Abkürzung "v. g. u." für "vorgelesen-genehmigt und unterzeichnet" auf. Diese wurden von Vertretern der Gemeindevertretern unterzeichnet.

    Nach ihren Unterschriften kommt aber "g. w. o.", darunter steht dann die Unterschrift des Dorfschulzen. Was heißt g. w. o.? (Der untere Pfeil bei Bild 2).


    Wofür stehen diese Abkürzungen - es ist möglich, daß sie aus dem Kaufmännischen kommen, eine Eigenheit des Schreibers oder sind diese Abkürzungen überhaupt nicht mehr gängig?


    Wie immer freue ich mich auf Eure Antworten!

  • Also g.w.o. kenne ich als "geschehen wie oben"

    Meistens ist das die Unterschrift von Zeugen oder Beisitzern oder dergleichen.


    Ein kleines p vor dem Namen sagt mir nichts. Ich hatte kurz den Einfall es stünde für Pächter, aber dann macht das Kleingeschriebene keinen Sinn...


    Evtl. steht es auch für persona aber eine lateinische Form in der Zeit finde ich unüblich, aber nicht unlogisch.

  • Erst mal schönen Dank an Tobias.


    Beide Vorschläge halte ich durchaus für möglich.

    Bei Punkt 2 "g-w.o" gehe ich mit.

    Punkt 1 mit dem kleinen "p" halte ich für möglich - zumindestens würde es einen Sinn geben.

    Jedoch gebe ich "Persona" bei Wikipedia ein, kommt nur die Erklärung, daß Persona ein Begriff aus der Tiefenpsychologie von Jung ist, weshalb ich noch einen Restzweifel habe.

    Hat noch jemand eine andere Idee ?

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  • Ich kenne ein 'g.' für "genannte/r" im Sinne von "vorgenannter". Dann könnte das p. lateinisch als 'prior' (o.ä. - bin kein Lateiner) erklärt werden. Damit wird in Protokollen klargestellt, dass es sich nicht um neue Personen gleichen Namens sondern eben die vorgenannten Personen handelt.

  • Recht schönen Dank an a15n,

    dieser Lösungsvorschlag ist für mich einleuchtend und macht wirklich Sinn, obwohl auch Persona ich nicht für unmöglich halte.

    Ich denke aber, das dies des Rätsels Lösung ist!

    So lob ich mir dieses Forum - es ist immer jemand dabei, der ein Lösungsvorschlag hat. Und Stück für Stück kann man das Rätsel dann doch lösen.

    Nochmal recht schönen Dank an alle Beteiligten!!!