Transkription Brief Kurrentschrift

  • Liebe Kurrentschrift-Liebhaber,


    ich benötige bei beigefügter Datei ein wenig Hilfe.


    Ich versuche nun seit geraumer Zeit (und mit allerlei Hilfsmittel) diesen Brief zu transkribieren. Könnt ihr mir hierbei helfen? Ich bin für jegliche Hilfe - unabhängig wie klein oder groß sie ist - dankbar.


    Merci!


    Liebe Grüße

    Melanie

  • Sehr schwer lesbar, der Scan ist bei Vergrößerung verpixelt. Senden Sie es mir gern per E-Mail zu, in besserer Auflösung, ich schaue, was ich tun kann.

  • Ich denke, es wäre für alle hier interessant, sich daran zu versuchen. Bitte in guter Auflösung nochmals einstellen.

    Leſerlichkeit iſt die Höflichkeit der Handſchrift (Friedrich Dürrenmatt).

  • Hier ist mein Versuch für die ersten beiden Seiten; die Zeit des 30-jährigen Krieges ist aber wohl nicht meine Welt. Zumindest was die Handschrift angeht. Die Lücken sind so groß, dass ich nur sehr grob verstehe um was es geht; eine protestantische Armee hält die Stadt besetzt, plündert, und krempelt das öffentliche Leben um. Aber um wessen Neutralität soll es dann gehen? Vielleicht könnt Ihr ja mehr lesen:



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    Eß ist unß sein schreiben bei jüngster Post woll zukommen,

    und thuen Unß d. beschehenen communication etlicher ...

    hochlich bedanken, und wollen verhoffen, eß werde [gestriche: Ihno] seithero

    unser an Ihno und seinen Bruder beschehnen underschietlichen

    bericht von hierauß wie eß ... mit unserer Statt

    oßnabel. Vestung St. Petersburg und beede[?] Stifter

    oßnabel. und Minden so erbarmlich hergehet, In denen[?]

    alles vom feint occupirt, X Seithero hat d. feint nichts [am Rand:] woll ... ...

    gethan alß allein die occupierte orther biß auf d. grad

    außzusogen[?], wie sie dem unseren Thumb [=Dom] darin noch

    ein gantz güldener altare passio Christi, und andere

    mehr silbers und güldens ..., auch noch von

    Caroli Magni Zeitten conservirte utensilia Eccl[es]iae und

    antiquiteten hinwagk genommen, alle anderen Kirchen

    sowelche wir mit so großen unckosten restituirt und

    restaurirt ausgeplündert, die Pres. Societatis uber die

    50. albereit außgewiesen, den Petribg[?] Franciscanis gleichfallß termi-

    num emigrandi angesetzt, Alle Geistlichen[?] und Catho-

    lischen mit einquartierung [am Rand: und contributionen] vom hochsten biß [gestrichen: den] niedrig

    alßo belegt und ausgesog[?] daß sie nimehr selbst auß-

    weich od. ... müßen, Unsere Catholische be-

    ambte albereit theils ab- und andere angesetzt, d.

    ... Thumb... und Clero auch ..., daß

    hoch...irliche Somagium ... ... angemutet

    welches gleichwol [gestrichen: nit alle] biß anhero von ...

    C... nit allein [gestrichen: geweigert] nit ge..., sondern auch bei d.

    Stadt ... worden, und seint dieß alle sach

    so immediate wird d. accord außtrücklich lauffe

    Sie haben sonst auch in politicis veränderung gemacht

    in d. Stadt biß anhero ... pfarrkirch eingenomm



    [2. Seite]

    ... lands aber meist theils P[re]dicanten eingesetzt,

    und will man sagen daß daher wir Unß nit mit dem

    ... vergleich und Ihn ein neutralitet setz

    würden solches unser Stift albereit des konings in

    Schweden naturlich Sohn Gustavo Gustavi geschenket[?]

    sein sollte, und wir woll in ... accord alß unsere Stift

    ubergang Sie arlog[Abkürzung] wie d. extract beweiset, Unß z.

    Monat Zu solcher neutralitet zuerwerben vorbehalten auch sonst [Rand:] frei gelaß

    von anderen außwendig orthen ...kung und sonst ...

    [gestrichen: vorbehalten] offers[?] [gestrichen: sollicit] zu solchem end sollicitirt[?]

    werden, so haben wir doch niemale einige andere

    gedancken Unß gemacht, alß bei I. kongl. M. Unsere

    ... und dero getrewer Churf. und fürsten auch d.

    gemeine Catholische wesen, trew eifrig Zuhalte, lieber alles

    und ... denotion zuzulassen, maßen Wir nichts

    verabs... und unß allein dießhalber anhero begeben haben

    wir die armee wird umb ... , bonum publicum

    und I. L. M. Dienst promovirt werden konnte[?], welches

    Er nit allein datis accombg[Abkürzung?] bei einer und ander gehorig

    orth anzubeuten [=anzubieten?] sich gefallen laßen wolle, sondern auch

    Allerhochstgndl. I. K. Mt neben unsere aller...

    recomendation versichern wollen. ... Ihnen

    d. in gutem vertrawen hiemit anzubeuten [=anzubieten?] ein noturft

    erachtet und verpleiben Ihnen sonsten mit allen guten

    ... ... ...

    2 Mal editiert, zuletzt von Karsten ()

  • Hallo alle und hallo Karsten,


    vielen Dank für deine Mühe!


    Hier ein wenig Kontext:

    Während des Dreißigjährigen Krieges wird die Stadt Osnabrück von Schweden und Braunschweig-Lüneburg besetzt. Es wird im Jahr 1633 ein Accord zur Übergabe der Stadt angefertigt. Auf den ersten Blick wirkt der Accord äußerst wohlwollend. Die Siegermächte wollen alles beim Alten belasse, d.h. Archive, Kunstwerke etc. bleiben unberührt. Bei nähere Betrachtung stellt sich jedoch heraus, dass geförderte Summe in Höhe 60.000 Reichstaler utopisch ist. Die Stadt und das Domkapitel, die die Summe zu erbringen haben (der Adel blieb verschont), sind gezwungen wertvolle Gegenstände zu verkaufen bzw. abzutreten, um die Summe bewerkstelligen zu können.


    Das Schreiben hier (soweit ich weiß) ist eine Brief von einem der Domherren. Er beschwert sich über das unfaire Verhalten.


    Ist das hilfreich?


    Ich bin noch immer selbst dabei den Text zu entziffern, da es (wie ihr bereits angeführt habt) sehr schwierig ist.


    Vielen Dank!