Seltsames Zeichen auf Silberlöffel

  • Unbekanntes Zeichen / Gravur auf einem Silberlöffel von 1788

    Was für ein Zeichen könnte das sein? Oder was könnte es bedeuten?


  • Mich erinnert dies an das alte Pfennig-Zeichen, wobei auch dies eigentlich ein d ist, da Pfennig mit d für "Denarius" abgekürzt wurde. dem d wurde dann zur Kennzeichnung der Abkürzung ein Schwung nach unten angehängt. dies war, an stelle des heute gebräuchlichen Abkürzungspunktes in Kurrentschrift allgemein üblich. so ist es sehr wahrscheinlich, das es auch hier ein d mit Abkürzungs-Schwung ist, und hier in der Datumsangabe für "den" steht, quasi "d."

  • Es gibt übrigens noch ein weiteres Zeichen, auch ein d mit Abkürzungsschwänzchen (hui, das Wort ist sogar im meiner Rechtschreibprüfung enthalten), nämlich das Korrektur-Zeichen Deleatur, das ein Lektor zur Markierung zu entfernender Buchstaben bis hin zu ganzen abschnitten an den Rand der Druckfahne schreibt, auch hier kann dieses Schwänzchen wie in der üblichen Darstellung bei Pfennig einen nach Links weisendes Ende haben, aber genau so gut, wie hier in der Gravur nach rechts weisen

  • Wenn es ein d oder ein vom d abgeleitetes Zeichen sein soll, fehlt mir vor allem der für das Kurrent-d charakteristische zuerst nach unten laufende Bogen bevor er zur oberen Schleife aufsteigt. Schließlich ist es nicht ein flüchtig geschriebenes, sondern ein langsamer eingeschlagenes Zeichen. Trotzdem scheint es im Zusammenhang mit dem anderen Text als d. und Teil des Datums am wahrscheinlichsten zu sein. Ins Heute übersetzt lautet dann der Silberlöffel-Text:

    ·J·H·H·

    d.·12·octb·

    ·1788·

    Danke für die Hinweise!

  • Meine Mutter hatte in den Jahren von ca 1960 bis 1976 recht erfolgreich ein kleines Antiquitätengeschäft in Hamburg betrieben. Zu ihren Kunden zählte praktisch die Hamburger TV und Filmszene der Zeit, wie beispielsweise Heinz Dunkhase, der Dinner For One gedreht hatte, oder auch Peter Frankenfeld, der bei Motter seine Spinnrad-Sammlung aufgebaut hatte.

    Daher bin ich im mitten von Dingen aufgewachsen, welche man heute bestenfalls im Museum findet, und so habe ich derartige Aufschriften schon oft gesehen, und so etwas eben auch lange vor dem Internet zu entziffern geholfen.


    Das J am Anfang der Zeile mit dem abgekürzten Namen stand hier übrigens zumeist für Jungfer. Das fand sich so praktisch durchgehend in der Aussteuer, also Besteck, Textilien und auch auf den geschnitzten Rücken-Lehnen- Schildern bei den sonst gedrechselten Altländer Hochzeitsstühlen. Gerade dies erleichterte dann die Entzifferung der oft gleichartig unfachmännischen Gravuren auf derartigen Besteckteilen, oder Zinnteller.