Richtige Verwendung der s-Regeln

  • "Sperren" ist Blocksatz?

    Das neue große Eszett ist ahistorisch und ich finde es ein Einsinn und nebenbei seine Ausführung häßlich. Es würde mich Eure Meinung interessieren.

  • Na gut, Irren ist menschlich, und die Frühling hatte ich bei Utz nicht entdeckt.


    Nun, da ich wegen des Font-Editors schon gefragt wurde, ich verwende hier Fontlab Studio - war zwar eine reichliche Investition, und ich ärgere mich über so manchen Bug in diesem Nischenprodukt, aber FontForge ist mir einfach zu kompliziert in der Anwendung, ich nutze das ehr als Font-Validator, da die Software sehe pingelig auf jeden Fehler im Font hinweist.


    Die einzelnen Glyphen zeichne ich jedoch zumeist in CorelDraw, weil mir so eben alle Möglichkeiten eines Vektor-Grafik-Programms zur Verfügung stehen, und ich so einfach schneller unterwegs bin, als mit den doch rudimentären Zeichenwerkzeugen in den Font-Editoren.


    Was die große Schriftenmappe anbelangt, dies ist ja der Katalog von Gerhard H, der hier in die Schriften wohl an die 50 000 Stunden, wenn nicht deutlich mehr gesteckt hat, und sich diese Zeit eben damit verschafft, indem er die Lizenzen dieser Schriften zum Kauf anbietet. Schon allein das Zusammentragen der Schrift-Vorlagen ist eine Titanenaufgabe, vor der man den Hut ziehen muss. also als Vorlage für eigene Werke ist dieser Katalog absolut nicht gedacht.


    Aber zurück zur Frühling: Hier hat der gute Utz einen einfachen, aber praktikablen Weg gegangen, die Kursiv-Funktion der Textprogramme quasi zweckentfremdet zu nutzen. (ich mache dies auch bei den nicht OpenType-Versionen der Schreibschriften.

    Du installierst beide Versionen der Schrift, und schreibst deinen Text ganz normal, anschließend markierst du nur die Buchstaben am Wort, oder gar erst am Satzende, die einen Zierschwung (swash) bekommen sollen, und stellst diesen dann kursiv.


    Diese Funktion hätte man hier auch über OpenType machen können, nämlich über die Features swsh (Swash) oder cswh (Contextual Swash). Das wäre der Weg, für eine Schrift, zu der es eben auch einen richtigen kursiven Schnitt gibt 8und gerade da diese Zierschwünge benötigt werden). Hier würde man auch wieder die Buchstaben markieren, und z.B. in InDesign das (Contextual-)Swash-Feature aktivieren. In LibreOffice indem man bei markierten End- (oder auch Anfangs-) Buchstaben in der Schriften-Zuordnung hinter den Schriftnamen einen Doppelpunkt, gefolgt von swsh oder cswh setzt, je nachdem was die Schrift bietet.

  • Peter, Du magst die heysische Schreibweise, ich richte also meine Frage, die mit dieser nichts zu tun hat, an Dich, weil Du mir ebenso kritisch zu sein scheinst, wie ich es auch bin, der ich bereit bin absolut alles und jede Norm oder Regel in Frage zu stellen.


    Wüßtest du woher stammt die Regel , daß die Endung -nis nicht mit "ß", sondern mit "s" geschrieben wird? Es ist ja völlig unlogisch. Ich weiß nicht bis wann (1903? Konrad Duden-"Reform") wurde dagegen logisch Zeugniß, Geheimniß, Globuß etc. mit Eszett geschrieben. Doppel-S im Plural dieser Wörter kann sich doch nicht in ein einfaches S im Singular verwandeln. Was hältst du davon?

  • Du installierst beide Versionen der Schrift, und schreibst deinen Text ganz normal, anschließend markierst du nur die Buchstaben am Wort, oder gar erst am Satzende, die einen Zierschwung (swash) bekommen sollen, und stellst diesen dann kursiv.


    In LibreOffice indem man bei markierten End- (oder auch Anfangs-) Buchstaben in der Schriften-Zuordnung hinter den Schriftnamen einen Doppelpunkt, gefolgt von swsh oder cswh setzt, je nachdem was die Schrift bietet.

    Markwart Lindenthal hat mir vor ungefähr 10 Jahren erklärt, daß man sollte keine Fett- oder Kursiv-Varianten künstlich / automatisch erstellen lassen, falls es den Schnitt nicht wriklich gibt. Stimmt das nicht mehr?

    Könntest Du mir, bitte, einen Bildschirmabbild von dem Schriften-Zuornung-Fenster mit dem Doppelpunkt machen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe.

  • Zuerst zur Zeugniß-Frage:

    Nun, ein s am Wortende ist eigentlich immer stimmlos. daher muss dies nicht unbedingt durch ss hervorgehoben werden.

    Und dann werden z.B. Zeugniß, Geheimniß, Globuß ja nicht, geht es nach Heyse, mit langen Vokal gelesen. Die Schreibung mit ß ist hier eher nach Adelung, der ja das ß hauptsächlich zur Hervorhebung des stimmlosen s verwendete.


    Genau genommen ist Sprache aber nie 100% logisch, denn dann hätte man auch nicht muss schreiben müssen, sondern eigentlich nur mus, und der Mus wie Pflaumen- oder Apfelmus dann eigentlich (Apfel)muß. Aber jetzt muss ich mit Muße meinen Apfelmus zubereiten :-) - Ne, musste meiner Bürgerpflicht genügen, und ein Paar Kreuzchen machen.


    So, zu dem hier:

    Zitat

    Markwart Lindenthal hat mir vor ungefähr 10 Jahren erklärt, daß man sollte keine Fett- oder Kursiv-Varianten künstlich / automatisch erstellen lassen, falls es den Schnitt nicht wirklich gibt. Stimmt das nicht mehr?


    Doch doch, das stimmt noch immer. echte Kusivschriften sehen eben oft so ähnlich wie Handschrift aus, hier sind die Buchstaben nicht einfach schräg gestellt, sondern mit deutlich mehr Rundungen gezielt als Kursivschrift entworfen. Ebenso ist es bei den unterschiedlichen Schriftgewichten. Hier ist eben nicht einfach um die Schrift eine gleichmäßih breite Kontur herumgezogen, wie es eine automatische Fettung machen würde, sondern alle Glyphen werden hierfür speziell neu entworfen. Allerdings ist es möglich, hat man erst besonders fette, und besonders magere Versionen einer Schrift entworfen, hieraus Zwischenwerte zu interpolieren - wobei hinterher durchaus noch Korrekturen von Hand nötig sind.


    In diesem Falle ist es aber eine ganz andere Situation: Hier haben wir eine Schrift, von der es weder eine fette, noch eine kursive Version gibt, und es im Fraktursatz ohnehin nicht üblich ist, Text durch kursive oder fette Schrift auszuzeichnen. Statt dessen wird an stellen, in denen man in Antiquaschrift kusiv verwendet (z.B. bei Fremdworten) eine Antiquaschrift verwendet, und statt fett wird in Fraktur gesperrt, da Normalfraktur ohnehin vergleichsweise dunkel ist.


    Demzufolge sind hier die in jeder Textverarbeitung vorhandenen Schalter für Fett und Kursiv dann quasi für andere Aufgaben frei, auch wenn viele davon eher abraten.


    Und normalerweise sollte man, will man diese Schalter auch richtig nutzen, auch ein komplettes Font-Quartett installiert haben, mit fetten und normalen aufrechten und kursiven Schnitten. Dann wird auch nicht künstlich verfettet, oder nur schief verzerrt

    Könntest Du mir, bitte, einen Bildschirmabbild von dem Schriften-Zuornung-Fenster mit dem Doppelpunkt machen? Ich bin mir nicht sicher, ob ich das richtig verstehe.


    Klar doch: 1. du markierst den Teil, dem du besondere OpenType-Features zuordnen möchtest, Wählst im Menü Format den Punkt Zeichen...


    [Blockierte Grafik: http://www.peter-wiegel.de/pub/otfeat.PNG]

    Hier habe ich für das 2. 126/76 das OpenType-Feature frac (also Fraktions = Brüche) gewählt. Natürlich muss diese Funktion auch in der Schrift einprogrammiert sein.


    Möchte man mehrere Funktionen zuordnen, kann man diese mit & verknüpfen, Funktionen, die standardmäßig aktiv sind, wie Ligaturenb und Kontextabhängige Alternativen lassen sich durch ein vorgestelltes - abschalten:


    Beispiel:


    Schriftname:ss01&pnum&-liga&-calt Eingeschaltet: Stilvariante 1, proportionale Ziffern für Tabellen, Ligaturen und kontextabhängige Glyhenersetzung dann abgeschaltet.


    Hierzu muss man natürlich wissen, was die Schrift überhaupt kann. Hierzu habe ich ein Tool, das von allen Schriften auf dem Rechner sagen kann, welche OpenType-Funktionen unterstützt werden:


    http://peter-wiegel.de/opentype-tool.html


    eine Übersicht der möglichen Funktionen und der Unterstützung gängiger Software ist hier:

    http://ilovetypography.com/OpenType/opentype-features.html


    Hierbei ist das besondere, dass durch diesen direkten Aufruf der OpenType-Funktionen in LibreOffice dieses wohl der seltene Fall ist, das hier wirklich nahezu alle Funktionen unterstützt, selbst exotische

  • Noch zur Klarstellung zum Schreiben mit der LOV-Schrift »Frühling«.


    Die »Frühling« liegt in zwei Schnitten vor: Normal und als Zierschnitt, letzterer aufrufbar über die Kursiv-Funktion. Einen fetten und fettkursiven Schnitt gibt es nicht. Werden diese Attribute in LibreOffice gewählt, erzeugt das Programm diese Schnitte selbst aus den vorhandenen Schnitten, allerdings in ungenügender Qualität. LibreOffice zeigt vermutlich immer alle vier Standardschnitte an, auch wenn nicht jede installiert ist.


    Sind beide Schnitte installiert, werden sie in meinem LibreOffice (5.3.2.2) ordnungsgemäß angezeigt und sollten so auch in anderen LibreOffice-Installationen funktionieren.

  • Sind beide Schnitte installiert, werden sie in meinem LibreOffice (5.3.2.2) ordnungsgemäß angezeigt und sollten so auch in anderen LibreOffice-Installationen funktionieren.

    Hallo Utz,

    mein Bild kommt aus der letzten stabilen Version von LibreOffice 5.4.1.2, aber jetzt habe ich es in der älteren stabilen Verion 5.3.6.1 überprüft und sehe genau dasselbe. Ich bin nicht sicher, ob das als ein Fehler betrachtet ist oder betrachtet werden kann und kann es auch nicht richtig begründen. Deine Version habe ich hier nicht installiert. Könntest du bitte den Fehler bei LibreOffice melden? Dafür muß man registriert sein. Falls du das nicht machen kannst, schreib mir hier, bitte, die Schritte zum Reproduzieren und wie man auf Englisch "Schnitt" sagt. Wird das in LO unrichtig? als Stil benannt? Danke


    Edit: In 4.4.7.2 und in 6.0.0.0 alpha0+ dasselbe Ergebnis.

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  • Zuerst einmal würde ich prüfen, ob andere Schriften mit kursivem Schnitt (Italic) dieses Problem ebenfalls zeigen. Wenn ja, ist es sicher ein Fehler in LibreOffice, wenn nicht ... ? Jedenfalls funktioniert die »Frühling« problemlos in allen meinen Textprogrammen.

  • Zuerst einmal würde ich prüfen, ob andere Schriften mit kursivem Schnitt (Italic) dieses Problem ebenfalls zeigen. Wenn ja, ist es sicher ein Fehler in LibreOffice, wenn nicht ... ? Jedenfalls funktioniert die »Frühling« problemlos in allen meinen Textprogrammen.

    Ich denke, daß deine Version aus der Sicht von LibreOffice diesen Fehler enthält. Soweit ich weiß, "erzeugt" / generiert jedes Programm andere Schnitten automatisch. Aber jetzt sehe ich, daß nicht alle Schriften, die ich habe, in alle Varianten/ Schnitten vorhanden sind, aber die absolute Mehrheit von ihnen schon. Die Frakturschriften von http://www.ligafaktur.de/Schriften.html enthalten alle Schnitte. Also offensichtlich habe ich nicht, oder nicht ganz Recht. Was würdest du also sagen? Ich weiß von dem Thema sehr wenig. Hättest du Zeit und Lust, dich darum zu kümmern? Der Fehler muß gemeldet und als solcher gerechtfertigt / begründet werden, was ich aufgrund meiner fast Null-Kenntnisse, nicht tun kann.


    EDIT: Dasselbe Verhalten in MS Word Professional Plus 2010, es scheint mir höchst unwahrscheinlich, daß zwei verschiedene Text-Verarbeitungsprogramme denselben Fehler enthielten. Das Verhalten wird oft von Word kopiert, weil als korrektes betrachtet.


    EDIT02: Damit ich dieselbe Version habe wie du, habe ich jetzt 5.3.2.2 installiert. Das Ergenis / Verhalten ist in allen Versionenen dasselbe. Hast du Windows oder Linux?

    5 Mal editiert, zuletzt von lobo-checo ()

  • Peter ich habe dieses Werkzeug heruntergeladen und festgestellt, daß in der zip-Datei sich eine exe-Datei und noch eine zip-Datei befindet, die noch mal die exe-Datei enthält. Das Programm ist dort also unnötigerweise zweimal.

    2 Mal editiert, zuletzt von lobo-checo ()

  • Der größere Teil meiner Frakturschriften enthält nur einen Schnitt, den Normalschnitt, Einige enthalten zusätzlich einen fetten und/oder einen Zierschnitt (kursiv) . Und wie gesagt, in allen meinen Textprogrammen (BS Windows) funktionieren alle Schriften mit allen Schnitten problemlos. Es gibt auch keine Rückmeldungen anderer Anwender zu diesem Thema.

  • Utz, ich sage ja nicht, daß sie nicht funktionieren würden. Nur ist es es komisch, daß ich da alle Varianten sehe. Hast ja gesagt, daß du LO hättest und ich sehe offensichtlich etwas anderes als du.


    EDIT: Rückmeldungen gibt es nicht, weil keiner weiß, daß etwas anders funktioniert, als es sollte.

    EDIT02: Was ist BS Windows?

  • Die Varianten/Schnitte werden von einigen Textprogrammen wie LibreOffice künstlich erzeugt, auch wenn sie nicht existieren. Wenn man sie anwählt, werden sie aus den vorhandenen Schnitten erstellt, indem sie gefettet oder schräg gestellt werden. Diese Varianten sollten in Texten nicht verwendet werden, nur solche, die auch als Schriftdatei existieren.

  • Peter ich habe dieses Werkzeug heruntergeladen und festgestellt, daß in der zip-Datei sich eine exe-Datei und noch eine zip-Datei befindet, die noch mal die exe-Datei enthält. Das Programm ist dort also unnötigerweise zweimal.

    oh, muss ich checken...


    Aber jetzt noch mal zu dieser Fett/ Kursiv-Problematik


    Als es damals vor fast 3 Jahrzehnten mit den digitalen Outline-Schriften los ging, war Festplattenspeicher knapp und teuer. In meinem Rechner werkelte eine 52MB-Festplatte, eine 2. hat mir damals 376 Mark gekostet, das ist inflationsbereinigt so viel, wie man heute für einen ganzen PC hinlegt, incl 1TB Festplatte.


    Also hat es von den Schriftarten zumeist nur eine Font-Datei gegeben, den normalen Schnitt eben, und damit man in Briefen in einigermaßen ausreichendfer Qualität fett und kursiv den Text auszeichnen konnte, wurden in die Textprogramme Funktionen eingebaut, welche den Text zum fetten mit einer Kontur umgeben, bzw zum kursiv stellen den Text schief verzerren. Diese Funktionen stechen dann bis heute unverändert in allen Textprogrammen, da es ja nich immer Schriften gibt, die nur als eine einzelne Font-Datei angeboten werden.


    Da aber der Wunsch nach Qualität, möglichst ähnlich echt gedruckter Texte immer größer wurde, zumal auch die Drucker immer sauberer das Druckbild aufs Papier bringen konnten, auf der anderen Seite der Platz auf den Festplatten auch erschwinglicher wurde, hat man ein System geschaffen, bei dem dann bis zu 4 Schriften eine Familie bilden konnten, indem diese den gleichen Familiennamen haben, jedoch intern 2 Schalter gesetzt werden können, nämlich das der Font, der so zu einer Familie gehört dann der fette, oder kursibe Schnitt ist, oder eben beides, und die Textprogramme bekamen zusätzlich die Funktion, dass im Falle, dass die entsprechenden Fonts vorhanden sind, diese, statt der künstlich verformten Normalschnitte verwendet werden. Diese Funktion ist bis heute über die 2 Schalter im Textprogramm anwählbar.


    Neuere, und professionellere Grafik- und Satzsoftware geht jedoch darüber hinaus, und sortiert die Schriften in weit feinerer Abstufung bei entsprechender Benennung im Font, wo jetzt ganze Worte ausgewertet werden in alle möglichen Schriftgewichte von Ultra-Light bis Black ein, und ermöglichen so eine noch größere Unterscheidbarkeit. Trotzdem besitzen diese Programme zusätzlich diese alten Schalter für die 4 Grundschriftschnitte.

    Einmal editiert, zuletzt von PeterWiegel ()

  • Neuere, und professionellere Grafik- und Satzsoftware geht jedoch darüber hinaus, und sortiert die Schriften in weit feinerer Abstufung bei entsprechender Benennung im Font, wo jetzt ganze Worte ausgewertet werden in alle möglichen Schriftgewichte von Ultra-Light bis Black ein, und ermöglichen so eine noch größere Unterscheidbarkeit. Trotzdem besitzen diese Programme zusätzlich diese alten Schalter für die 4 Grundschriftschnitte.

    Danke für die Erklärungen Peter. Professionelles Software habe ich nicht und brauche ich nicht, das ist dir klar. Ich möchte nur wissen, warum ich in LO nur eine Schrift von Frühling sehe, obwohl ich auch die Zier-Variante installierte. Werden die zwei Varianten intern zusammen getan? Wenn die anderen Schnitte automatisch erzeugt werden, warum habe ich von manchen nur zwei Varianten?

    2 Mal editiert, zuletzt von lobo-checo ()

  • Das ist ja gerade der Trick der Sache mit diesem Schriften-Quartett (das nicht unbedingt aus 4 Schnitten bestehen muss, und bei Frakturschriften zumeist auch nicht besteht, da man Frakturschrift grundsätzlich nicht kursiv schreibt.


    die bis zu vier Einzelfonts werden von den Programmen wie eine Schrift behandelt, und sind dann statt über die Schriftenauswahl

    dann über die Schalter für Fett und / oder Kursiv anzuwählen. Hierzu sind sie intern im Feld Family Name auch gleich benannt, lediglich im Feld Style Name und Weight steht dann z.B. bold oder italic und die beiden Auswahlfelder Font is... müssen entsprechend angewählt sein, um von der Software dann auch als Teil dieser 4er Familie gesehen, und nur als eine Schriftart angezeigt zu werden


    [Blockierte Grafik: http://www.peter-wiegel.de/pub/FontInfo.PNG]


    Wenn du jetzt eine Schriftart hat, die nur z.B. als normalen und fetten, oder in diesem Fall mit den Abschlußschwüngen als normalen und "kursiven" Schnitt vorliegt, weil der Font-Autor der Meinung ist, das die anderen Schnitte keinen Sinn haben, einfach weil man diese Auszeichnungsform bei dieser Schriftart nicht verwendet, hindert nichts die Software daran, jetzt zu der ganz alten Methode zurück zu kehren, und wählt man die in dem Schriftenpaket nicht enthaltenen Schriften aus, also z.B. bei einer Normalfraktur den kursiven oder gar den fett-kursiven Schnitt, werden diese Fonts nicht intern gebildet, sondern es wird einfach der normale Schnitt hergenommen, und für Fett einfach um alle Buchstaben eine verbreiterte Kontur um die Zeichen gelegt, bzw. wählt man Kursiv an, dieser normale,. oder schon um Konturen verfettete in eine Schieflage verzerrt.


    Daran könnte man die Software nur hindern, indem man einfach die vorhandenen Fonts entsprechend ergänzt, z,B. indem man den normalen Schnitt lediglich intern noch einmal "bold" nennt, ohne ihn wirklich Bold zu machen oder bei Frakturschriften auf die kursive und fettkursive Variante dann entsprechend eine damals genutzte Antiquaschrift legt, sodass , ändert man einen schon in Antiqua vorliegenden Text, der die Auszeichungen Fett und Kursiv enthält statt dessen die entsprechenden Auszeichnungen des gebräuchlichen Fraktursatzes enthält


    Ich verwende die Fett-Schaltung hier z.B. gern um eine Sperrung zu erleichtern, die dann eben auch durchsuchbar bleibt, indem ich hier eine Variante des normalen Schnittes mir deutlich vergrößerten Vor- und Nachbreiten einsetze.

  • Hallo Peter,


    dein Programm generierte die Eigenschaften der einzelnen Schriften:


    LOV.FetteFraktur

    frac Fractions

    hist Historical Forms

    liga Standard Ligatures

    salt Stylistic Alternates


    Es ist mir noch nicht klar, was ich damit machen kann. Brüche brauche ich so gut, wie nie, aber eher eher mitteralterliche Ziffern, damit ich normal schreiben kann.


    Welche Wirkung haben diese vier "Anweisungen"?

    "frac" hast du mir schon erklärt, liga erklärt sich selbst (ist die Voranstellung, nicht wahr?). Welche Anweisung brauche ich für fett und die mittelalterlichen Ziffern? Wenn meine Dakumentartexte ziffern enthalten, sehen die normalen ziffern schrecklich groß. Ich habe schon erfahren, daß es diese mittelalterlichen Ziffern gibt, die viel besser aussehen.


    Ich bin dir für den Unterricht sehr dankbar. :)