Richtige Verwendung der s-Regeln

  • Nun ja, hier wurde generell ohne ſ geschrieben, hätte man das ſ verwentet, hätte es auch in den Namen Leiſs gehört,


    Aber beim Ortsnamen Königswusterhausen (da stand einst einer der ersten großen Radiosender in Deutschland,) ist das runde s hinter Königs aber richtig, da es sich hier um eine Wortfuge handelt, alsi mit langem s


    Königswuſterhauſen


    Aber generell wurde es in diesen Jahren üblich, auf das lange s zu verzichten, da sich auch immer mehr Antiquaschreibung als modernere Schrift durchsetzte, hier eben die serifenlosen Linearantiqua, wie die Futura von Paul Renner

  • Frage an den Admin: Könnte man hier nicht, wie bei den Kollegen von Typografie.info, auch die Möglichkeit schaffen, Frakturschrift im Forum zu benutzen? - das sollte doch hier erst recht nützlich sein, besonders wo es hier ja zum Foren-Hauptthema passen würde.

  • Frage an den Admin: Könnte man hier nicht, wie bei den Kollegen von Typografie.info, auch die Möglichkeit schaffen, Frakturschrift im Forum zu benutzen? - das sollte doch hier erst recht nützlich sein, besonders wo es hier ja zum Foren-Hauptthema passen würde.

    Ja das wäre toll, aber man müßte die Schrift in den Quellkode per CSS einbinden und wir müßten wahrcheinlich alle diese Schrift benutzen, damit man Buchstaben und keine Sonderzeichen sieht. Also die kurze Antwort ist, höchstwahrscheinlich "nein", aber mal sehen, was der Administrator sagt. :)

  • Frage an den Admin: Könnte man hier nicht, wie bei den Kollegen von Typografie.info, auch die Möglichkeit schaffen, Frakturschrift im Forum zu benutzen? - das sollte doch hier erst recht nützlich sein, besonders wo es hier ja zum Foren-Hauptthema passen würde.

    Wo ich gerade den Verweis auf typografie.info gesehen habe:



    Die Ansichten des Seitenbetreibers sind ja sehr merkwürdig, gerade im Bezug auf die Verwendung des ſ in der Anwendung von deutscher Schrift. Ebenso seine beiden Mythenartikel zur deutschen Schrift sind geradezu merkwürdig. Was sagt ihr zu solchen Äußerungen und Debatten?

  • Das es dort eine andere, eben auf die Belange der Lesbarkeit für die Frakturschrift aus der täglichen Nutzung nicht mehr gewohnten ausgelegt ist, ist mir schon klar. Im Zusammenhang mit Veröffdentlichungen, die sich eben an solche Endverbraucher wenden, kann ich das aber auch nachvollziehen. Hier sind wir eben ziemlich unter uns, und wer sich dann mehr zu Fraktur-Spezialisten zählt, siht dann eben auch die klassische Schreibweise viel lieber, und ertappt sich eben selbst nicht selten, delbst bei einfachen Worten eine Wortfuge hinter ein rundes s einzufügen.


    Aber zurück zum Thema: Nein, wenn m an die Schrift als Webfont und CSS einbindet, muss der Nutzer die Schrift nicht installiert haben. Wie das dann aussehen kann (wenn auch nicht am Beispel einer Frakturschrift) kann man hier4, sogar unter Nutzung von OpenType-Funktionen ansehen :

    http://www.peter-wiegel.de/EuroScript.html

    Hier habe ich die Schrift life auf der Seite eingebunden, den oberen Text auf dem Schreibpapier kann man sogar bearbeiten

  • Vielleicht habe ich mich ungenau oder sogar falsch ausgedrückt. Selbstverständlich ist es mir klar, daß es keine Probleme mit dem Lesen eingebundener Schriften gibt, habe eher ans Schreiben gedacht. Ich nehme an, daß der Schreibende eine Schrift mit derselben Kodierung benutzen müßte (also diese neue UNZ1) wie sie in die Seite eingebunden ist. Oder würde etwa reichen Antiqua mit langem S zu schreiben, um das gewünschte Ergebnis zu bekommen?

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  • Nun, das Schreiben sollte auch kein Thema sein, und die Suchmaschine erst recht nicht, denn hier würde man eine Frakturschrift mit einer OpenType-Grundfunktionalität verwenden, sodass dann die Fraktur-Ligaturen automatisch gesetzt werden, man also mit nur mit ſ und dem Bindehemmer schreiben müsste. Ich habe ja hierfür einen eigenen Tastaturtreiber gebaut, sodass ich diese Zeichen auf der PC-Tastatur habe. Leider wird einem diese wertvollte Funktion bei Windows10 genommen


    Kanz toll wäre natürlich, wenn Herr Zeidler eione seiner voll funktionalen Frakturschriften als Webfont spendieren würde. dann nämlich könnte man komplett so wie in Antiqua schreiben. Für die Suchmaschine wäre es weiterhin ganz normaler Text. Aber auch so ist ein ſ im Text für Suchmaschinen kein Problem, da ist es einfach nur eine grafische Variante des Buchstaben s, und wird in der Suche gleich behandelt. ein Bindehemmer wird einfach übergangen.


    Mittlerweile ignorieren übrigens auch Bad-Word-Filter den Bindehemmer, den ich bisher oft genutzt habe, um auch mal eine etwas umgangssprachliche Formulierung an diesen pingeligen Filtern, welche problemlos Hass-Sprache durchlassen, aber das Sch... - Wort verbieten, dann auszutricksen.


    Ach so, ich bin ein Heyse-Fan, die Version finde ich logischer als Adelung.

  • Ich verstehe das noch immer nicht. Ich sehe das Problem in den Ligaturen, die als ein Zeichen kodiert werden und soweit ich zu wissen glaube, von den Suchmaschinen nicht wieder zersetzen werden können. st, ck, ch etc. lesen sie als ein Zeichen, das es nicht gibt. Liege ich da wirklich falsch? Dann muß ich mein Wissen aktualisieren.


    Was ist ein "Bindehemmer" ? Dem Namen nach, hemmt das der Entstehung von Ligaturen?

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  • Die Ligaturen in vollfunktionalen OpenType-Frakturschriften sind nicht als jeweils ein Zeichen codiert, sondern wie bei Antiquaschriften als Einzelzeichen, können also beim Suchen problemlos gefunden werden, werden aber als Ligaturen angezeigt (z.B. liegen unter der ch-Ligatur die Codes von c und h).

    Meine voll- und basisfunktionalen OT-Frakturschriften auf http://www.ligafaktur.de können jederzeit frei als Web-Fonts angewendet werden (nur die Schriften selbst dürfen nicht öffentlich angeboten werden). Die meisten Netzprogramme können inzwischen Frakturschriften einbinden und auch OpenType-Funktionen anwenden, jedenfalls unter Windows. Aber wie es unter Linux oder Apple-OS aussieht..,?

  • Ja, verwendet man Schriften, welche diese Ligaturen per OpenType-Funktionen setzen, bleibt der eingegebene Text unverändert. Erst in der Anzeige ersetzt die Schrift dann z.B. ſ und t durch die ſt-Ligatur, sofern sie nicht durch eine Eingabe des Bindehemmers daran gehindert wird.

    also z.B. schreibt man f f l hintereinander würde das eine ffl-Ligatur ergeben, will man das nicht, weil sich hierin eine Wortfuge befindet, fügt man den Bindehemmer U+200C (hier als | dargestellt weil das Zeichen eigentlich unsichtbar ist) ein, also z.B. f|fl, und dann würde nur aus dem fl eine angezeigte Ligatur.


    Der im für die Suchmaschine sichtbare Quelltext enthält aber nach wie vor den normal geschriebenen Text, und Bindehemmer werden einfach ignoriert, das ſ wird für die Suche automatisch durch ein s ersetzt.


    Wie flexibel diese Technik ist, kannst du z.B. hier sehen:

    http://www.peter-wiegel.de/EuroScript.html

    Hier habe ich eine lateinische Ausgangsschrift mit OpenType-Funktion, welche für die Verbindung der Buchstaben untereinander regelt. Hierbei sind z.B. die Buchstabenkombination be, oe, re, ve und we Ligaturen, da an das e eben nicht oben angekoppelt werden kann, und so eben auch b, o, r, v und w in der Form geändert werden müssen, folgt ein e.


    Den blauen Text auf der Seite kann man löschen, und hier eigenen Text schreiben, und dabei die OpenType-Funktion life beobachten, wie sich die Buchstabenform des folgenden Buchstabens verändert, je nachdem ob der Buchstabe zuvor an der Grundlinie oder am Mittelband endet, und in einigen Fällen muss, wie beschrieben, auch der zuvor geschriebene Buchstabe getauscht werden.


    Alle diese Sonderformen der Buchstaben sind nicht Unicode-Codiert, und der eigentliche Text dahinter bleibt unverändert.

  • ... Die meisten Netzprogramme können inzwischen Frakturschriften einbinden und auch OpenType-Funktionen anwenden, jedenfalls unter Windows. Aber wie es unter Linux oder Apple-OS aussieht..,?

    Bei mir funktioniert das prima. Ich muss meine Schriften ja auch auf Mac und Linux testen, wenn ich diese z.B. für das Schul-Arbeitsblätter-Programm ausliefere. Und so kann ich nur bestätigen, das auf alle Fälle Firefox egal auf welchem System das versteht, ebenso Safari auf dem Mac und auch der KDE-Standardbrowser Konqueror macht keine Probleme

  • Danke euch beiden für eure Erklärungen. Deine Schriften von http://www.ligafaktur.de/Startseite.html habe ich mir heruntergeladen, aber da gibt es fast immer zwei oder drei Versionen. Es ist mir noch unklar, wann man welche verwenden kann oder muß.

    Peter, auch ich arbeite sehr gerne mit LibreOffice. Könntest du mir kurz erklären, ob / wie ich im Writer normal schreiben kann und welche Schriften von ligafakur ich verwenden soll?


    Warum heißt das Ligafaktur und nicht Ligafraktur?


    Hab den WinLigaturixStart.

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  • Peter, es wäre auch toll, wenn wir die Rechtschreibprüfung verwenden könnten! Ich habe diese Ergänzung mit der alten, richtigen Rechtschreibung im Writer drinne, vielleichten könnten wir sie anpassen. Was meinst du?

  • Ich denke, daß man sich darum bemühen sollte, daß sich die Frakturschriften wieder verbreiten, anstelle zu versuchen, aus ihnen "Geld zu schlagen". Die toten des Zweiten Weltkriegs kann man nicht wiederbeleben, die Fraktur vielleicht doch. Aber die verschiedensten Kodierungen und Schriften machen das nicht einfach, ganz im Gegenteil. Leider verbreiten viele noch heute den Unsinn von "Schwabacher Judenleter" bzw. "Entwicklung" weiter.

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  • Verzeiht, daß ich so viel schreibe, habe halt viele Fragen.

    Peter, ich sehe, daß du etwas von Rechnern verstehst, wahrscheinlich mehr als ich, deswegen richte ich meine Fragen vor allem an dich.

    Ist es so, daß man mit Opentype-Schriften im Writer auch die Funktion Suchen / Suchen und ersetzen benutzen kann?

    Erkläre mir, bitte, wie ich also beim Schreiben / Umwandeln verfahren soll.

    Danke sehr! Jetzt gebe ich dir / euch Zeit, um meine Fragen zu beantworten. :)

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