Stichwortverzeichnisse im Netz in digitaler Form / Frakturausgaben

  • Liebe MItschreiber!


    Vielleicht kennt jemand von euch sinnvolle Links mit digitalisierten Werken, die ein schnelles Nachschlagen von Worten ermöglichen.


    Bisher habe ich vergeblich nach einer Ausgabe eines Frakturdudens gesucht, bin aber nicht fündig geworden. Werke, wie der Brockhaus o. ä. bei denen man die Rechtschreibung ebenfalls finden kann, sind ebenso gerne gesehen.

  • Hallo Kalli,


    danke für den tollen Link!


    Interessant, wie der Herr sich nenen darf. Dazu müsste man man einige Nachfragen stellen, wer so einen Titel verleihen darf und wie man sich dafür qualifizieren kann. Aber das wäre wo hier weit am Thema vorbei... ;)

  • Hallo Tobias!


    Recht interessant, daß sich auch der Herr Sachverständige aus Magdeburg mit dem unsinnigen Wort "altdeutsch" schmückt! Der Gegensatz zur Lateinschrift ist eben einfach die deutsche Schrift, die übrigens noch am Leben ist.


    Gruß, Spitzenpfeil.

    Einmal editiert, zuletzt von Spitzenpfeil ()

  • Interessant ist dennoch, dass viele den Begriff "altdeutsche Schrift" verwenden. Die Frage ist natürlich, wie sich so ein Blödsinn durchsetzen konnte.


    Wahrscheinlicher Grund könnte sein, daß die Älteren sie immer als alte deutsche Schrift bezeichnet haben und da nach dem Krieg eh alles Deutsche böse war, wurde "altdeutsch" daraus.


    (Abseits: ... Mich würde vielmehr interessieren, ob der Mann schon mit dem BfdS Bekanntschaft gemacht hat....)

  • Ja, "alte deutsche Schrift" ist so eben noch zu tolerieren, während ich gern die "neue deutschen Schrift" beherrschen möchte, aber sie ist nirgends zu finden!
    Über diese Fehlentwicklung wird seit Jahren im BfdS debattiert.
    Übrigens:
    Ich habe in der 4. Klasse (Bayern) die deutsche Schrift nach Lehrplan noch gelernt, aber das ist ewig her (50er/60er Jahre). Drum bin ich ganz begeistert, wie viele junge Leute sich in diesem Forum als Interessenten treffen.

  • Übrigens:
    Ich habe in der 4. Klasse (Bayern) die deutsche Schrift nach Lehrplan noch gelernt, aber das ist ewig her (50er/60er Jahre). Drum bin ich ganz begeistert, wie viele junge Leute sich in diesem Forum als Interessenten treffen.

    Und wir sind noch viel zu wenige. Daher freue ich mich umso mehr über jedes neue Mitglied in meiner Altersklasse.
    Und wenn ich sehe, wie das Forum wächst, schaue ich recht hoffnungsvoll in die Zukunft der deutschen Schrift.

  • Zum Thema "altdeutsche" Schrift muß ich sagen, daß das Problem ja etwas weitreichender ist. Selbst wenn man über die Zusammenhänge bescheid weiß ist es schwierig Werbung zu machen, wenn man z.B. Schreibkurse anbietet. Schreibkurse für deutsche Schrift versteht eben kaum einer, da den wenigsten bewußt ist, daß sie lateinische Schrift schreiben. Daher werbe ich mit "Sütterlin", auch wenn ich die überhaupt nicht anbiete. Ich habe mich damit sehr schwer getan, aber anders geht es m.A. nur schlecht. Auch der ebenso falsche Begriff "altdeutsche Schrift" wurde mir vorgeschlagen, aber da sträubem sich meine Nackenhaare zu sehr. Die Presse schreibt gelegentlich etwas von "alter deutscher Schrift". Damit kann ich grad noch leben.
    Ich habe kürzlich mit einer Dame geschrieben, die ein wunderschönes Plakat in Fraktur gestaltete. Leider ohne Ligaturen und ohne Langem-s. Auf mein Anschreiben hin die übliche Ausrede - Lesbarkeit.
    Wie soll man damit umgehen?

  • Welche Argumente sprechen denn für das Lang-s?
    Lesbarkeit, enger laufende Wörter...
    Und was spricht gegen die Verwendung?
    Faulheit, Unwissende...

  • ich glaube es gibt kein Totschlagargument pro lang-s als höchstens Geschichte.


    Und die übergehen die Leute nur allzu leicht.

  • Naja, heutzutage trifft man sich gern auf dem kleinsten gemeinsamen Vielfachen, um es mal mathematisch auszudrücken. Man rechnet immer mit der absoluten Dummheit und versucht es auch dem Faulsten und Blödesten so einfach wie möglich zu machen. Ja nicht denken müssen. Das bezieht sich ja nicht nur auf die Schrift.

  • Z.B.:
    "Je mehr Menschen Fraktur falsch anwenden, umso mehr gewöhnt man sich daran. Dann ist es wirklich schwerer zu lesen. Ich habe Lesbarkeitsuntersuchungen mit Viertklässlern unternommen (die die Schrift noch nie als Textschrift gesehen haben), da hatten nach wenigen Zeilen nur jene ernsthafte Probleme, die ohnehin eine niedrige Lesekompetenz aufwiesen.
    Bei kostenlosen Schriften gibt es freilich immer wieder Schwierigkeiten mit Ligaturen und dem Langen-s, hinzu kommt oft noch die schlechte Digitalisierung .
    Ich empfehle folgende Anbieter..."


    Je nach Problemstellung ist das aber auch immer anders.

  • Lieber Franz!



    Genau das ist es, was mich schon lang beschäftigt: Obwohl ich häufig meine wirklich „gesetzten“ Briefe (gebrochene Schrift/verkleinerter Zeichenabstand ab einer gewissen Größe/manchmal rundes R/Initiale/Stempel auf dem Umschlag) verschicke, habe ich noch nie (noch nie!) eine Resonanz erhalten. Irgendjemand könnte doch einmal sagen, daß er von der Ausführung überrascht war. Bei den Projekttagen gegen Schulschluß haben am Kurs „Deutsche Schrift“ zwar Schüler aller Klassen, von den Kleinen bis zum Abitur, mitgemacht und ein von mir gestaltetes Zertifikat erhalten, eine spätere Rückmeldung ist immer ausgeblieben.



    Ich vergleiche diese Erfahrung mit meiner häufigen Beobachtung, daß verschiedene Menschen, besonders auch Jugendliche, beim Erklingen klassischer Musik mit einem glasigen Blick reagieren. Sie sind nicht interessiert, es läuft an ihnen ab wie Wasser. Dabei geht es nicht um Kenntnis oder Unkenntnis: Bereits der erste Klang eines Streichinstruments oder eines Klaviers signalisiert ihnen: „Das ist nix für mich!“



    >>> Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen! Goethe.


    Herzliche Grüße! Spitzenpfeil.